Drei Jahre nach dem Coupé folgt im Herbst die Offen-Variante

Roadster und Cabriolets gelten vielen als das Sahnehäubchen des Autobaus. Die Frischluft-Mobile empfehlen sich nicht nur für Sonnenverliebte, sondern auch für diejenigen, die das Sehen und Gesehen werden auf besondere Weise zelebrieren wollen. Vor allem das Flanieren vor gut gefüllten Eiscafés zählt zu ihrer Paradedisziplin. Doch mit dem SLR McLaren Roadster bringt Mercedes im September 2007 ein Fahrzeug auf den Markt, das für diesen Zweck zu überirdisch und zu exaltiert sein dürfte. Mit diesem besonders exklusiven Geschoss wird man wohl mehr Aufsehen erregen, als vielen lieb ist. Der passendere Ort für diesen Extrem-Sportler ist die Boxengasse am Nürburgring.

Steif und leicht
Recht lange musste die Autowelt auf die offene Variante des SLR warten. Immerhin gibt es den 626 PS starken Über-Benz als Coupé bereits seit 2004. Da es sich beim Roadster-Derivat nicht um eine radikale Neukonstruktion handelt, hätte diese Modell-Erweiterung auch durchaus früher erfolgen können. Die mit Ausnahme zweier aus Aluminium gefertigten Motorrahmen vollständig aus Karbonfaser-Werkstoffen (CFK) gemachte SLR-Karosserie wurde für den Roadster leicht überarbeitet. Trotz der für eine Offen-Konstruktion nötigen Karosserieverstärkungen verspricht Mercedes ein weiterhin geringes Gewicht und eine hohe Torsionssteifigkeit. Damit soll der Roadster Fahreigenschaften bieten, die sonst nur geschlossenen Konstruktionen vorbehalten sind. Für Sicherheit sorgen im Falle eines Überschlags mit Stahl verstärkte A-Säulen und zwei feststehende Überrollbügel. Außerdem gehören adaptive Airbags, Knie- und Sidebags, Gurtstraffer und ein Reifendruck-Kontrollsystem zur Sicherheitsausstattung.

Fährt 332 Sachen
Optisch schmiegt sich das versenkbare Stoffdach sehr elegant in die Linienführung des Zweisitzers. Geschlossen erkennt man Stoffdach erst auf den zweiten Blick. Das neu entwickelte Dachmaterial ist in drei Farben erhältlich. Dank einer besonders hohen Festigkeit des Stoffes soll die Höchstgeschwindigkeit von 332 km/h kein Problem darstellen. Bei Offenfahrten verspricht Mercedes, dass Unterhaltungen zwischen den Insassen auch weit jenseits der 200 km/h möglich sein sollen.

Offen in weniger als zehn Sekunden
Der SLR Roadster lässt sich nicht nur schnell fahren, sondern auch schnell öffnen. Der halbautomatische Mechanismus ermöglicht einen Wechsel in den Open-Air-Modus in weniger als zehn Sekunden. Zum Öffnen muss man das Dach im Frontscheibenrahmen entriegeln und kurz anheben. Danach faltet es sich elektrisch hinter die Sitze. Da im vorderen Teil des Dachs eine Aluminiumkappe integriert ist, schließt das abgelegte Verdeck elegant nach oben ab.

In 3,8 Sekunden von null auf 100
Im Windkanal wurde der Roadster für hohe Geschwindigkeiten optimiert. Wie das Coupé, so verfügt auch die Offen-Variante über eine im Kofferraumdeckel integrierte Luftbremse. Ebenfalls identisch mit der geschlossenen Variante sind das Rennsport-Fahrwerk und die Karbon-Keramikbremsen. Das Mittelmotor-Layout sorgt für eine optimale Gewichtsverteilung. Der aus dem Coupé übernommene 626 PS und 780 Newtonmeter starke 5,5-Liter-V8-Motor bringt seine Kraft über eine Fünfgang-Automatik an die Hinterräder. Damit soll der offene Bolide in 3,8 Sekunden auf Tempo 100 sprinten. Das Coupé braucht für diese Disziplin die gleiche Zeit.

Exklusive Ausstattung, exklusiver Preis
Zur Serienausstattung des SLR Roadster gehören unter anderem mit Semi-Anilin-Leder bezogene Karbon-Schalensitze, eine Zweizonen-Klimaautomatik, ein Bose-Soundsystem sowie ein Navigationssystem. Über den Preis gibt es von Mercedes noch keine Informationen. Doch dürfte sich der SLR Roadster nahe der 500.000 Euro bewegen. Zum Vergleich: Das Coupé kostet ,nur" 452.200 Euro.

Zu edel fürs Eiscafé