Mit zehn Prozent Alkohol im Benzin sinken die klimaschädlichen Emissionen

Viele Autofahrer plagt derzeit das schlechte Gewissen: Mit jeder Fahrt pusten sie Kohlendioxid in die Atmosphäre und heizen damit den Treibhauseffekt und das Klima zusätzlich an. Wer aufs Fahren nicht verzichten will, aber den Ausstoß von klimaschädlichem CO2 verringern möchte, könnte dies mit dem soeben bei einigen deutschen Avia-Tankstellen eingeführten Kraftstoff Super E10 tun. Dabei handelt es sich um Benzin, dem ein Anteil von zehn Prozent Ethanol beigemischt wurde. Ethanol ist der herkömmliche Alkohol, der uns unter anderem von alkoholischen Getränken her bestens bekannt ist. In Brasilien wird Ethanol als Benzin-Alternative in großen Mengen aus Zuckerrohr – also regenerativ – gewonnen. Die CO2-Emissionen verringern sich beim Einsatz von Ethanol, weil die Pflanzen aus denen es gewonnen wird, beim Wachstum etwa ebensoviel CO2 aus der Luft aufnehmen, wie beim Verbrennen wieder frei wird.

Mehr Leistung, weniger Kosten
Pro Liter E10-Treibstoff verspricht Avia durch den zehnprozentigen Ethanolanteil eine Minderung des CO2 aus fossilen Brennstoffen um 220 Gramm. Ein Auto mit einem Durchschnittsverbrauch von sieben Litern soll demnach beim Verbrennen von Super E10 pro Kilometer 15 Gramm weniger CO2 verursachen. Und der Ethanolsprit bietet noch einen weiteren Vorteil: Die Oktanzahl ist höher als bei Super-Benzin. Damit mindert der Sprit einerseits die CO2-Emissionen und ermöglicht andererseits eine höhere Motorleistung. Schließlich ist der E10-Treibstoff auch preislich attraktiver: Gegenüber herkömmlichem Super Plus soll er etwa drei Cent weniger kosten.

Nur in Nürnberg und Dortmund erhältlich
Bislang ist der E10-Treibstoff an nur sehr wenigen Tankstellen zu bekommen. Nach einer Testaktion in Nürnberg hat Avia den Sprit an sechs Stationen in Dortmund offiziell eingeführt. Insgesamt gibt es in Deutschland rund 800 Avia-Tankstellen. In naher Zukunft sollen weitere Filialen des Tankstellenbetreibers den E10-Kraftstoff verkaufen.

Welche Autos E10 vertragen
Stellt sich lediglich noch die Frage, in welchen Autos man den E10-Treibstoff verfüttern darf. Im Prinzip eignen sich hierfür alle Benzinmotoren. So ist E10 in den USA bereits ein gängiger Treibstoff. In Deutschland ist dieser Kraftstoff hingegen noch die absolute Ausnahme und das Wissen darum, welche Motoren es vertragen, noch gering. Für Deutschland hat VW die E10-Freigabe für alle Fahrzeuge mit Benzinmotoren erteilt, die ab Januar 2006 gebaut wurden. Toyota Deutschland hat sogar eine Freigabe für alle mit Super-Kraftstoff betriebenen Modelle ab Produktionsjahr 1996 erteilt. Auch Porsche sieht offiziell keine Probleme, wenn seine Fahrzeuge mit E10-Kraftstoff betrieben werden.

Neuer Öko-Sprit