Heiße Studie: Aachener Tuner bringen den M6 auf 552 PS

Früher hat man Autos getunt, um einer schwachen Möhre noch ein paar PS zu entlocken oder den Anschein zu erwecken, man sei mit einem starken Hirsch unterwegs. Heute kann man viele starke Mobile bereits beim Händler kaufen. Die M-Schmiede von BMW beispielsweise bringt von Haus aus Autos auf den Markt, die meist das Ende der Nahrungskette darstellen und als Poster an der Wand vieler Jugendzimmer hängen. Jüngste Sprosse aus dem Hause M sind die Modelle M5 und M6, die gewaltige 507 PS aus einer V10-Maschine pressen.

Tension zeigt, was geht
Aber selbst aus Gold kann man noch Platin machen: Das beweisen die Ingenieure von AC Schnitzer, die dem M6 noch einen Schuss mehr verpasst haben. ,Tension" (engl. ,Spannung") haben sie ihren Boliden getauft. Das Geschoss ist allerdings ein Einzelstück und soll zeigen, was machbar wäre. Auf der Essen Motor Show, die noch bis zum 4. Dezember 2005 läuft, ist eine weitere Evolutionsstufe des auf der IAA 2005 erstmals gezeigten Boliden zu sehen.

552 PS Leistung
Modifikationen am Motormanagement, eine neue Fächerkrümmer-Auspuffanlage mit Spezial-Katalysator und Sportnachschalldämpfern verhelfen dem Bayern-Boliden zu sagenhaften 552 PS. Noch imposanter als die reine Motorleistung ist das maximale Drehmoment von 540 Newtonmter bei 6.200 Touren, das den Fahrer in die Sitze drückt und den Tension in gerade mal 4,5 Sekunden auf Tempo 100 km/h katapultiert. Dank den Schnitzereien am Steuergerät ist der Tension erst bei 325 km/h am Ende des Vortriebes angelangt. Zum Vergleich: Im Serienmodell drücken 520 Newtonmeter bei 6.100 Touren, der Sprint dauert 4,6 Sekunden und bei 250 km/h ist abgeregelt Schluss mit lustig.

Tiefer gelegt
Im Vergleich zur Serie liegt der Tension um 30 Millimeter tiefer, zudem wurden Dämpfer und Federn straffer abgestimmt. Eine spezielle Hochleistungsbremsanlage kümmert sich um gute Verzögerungswerte.

Motorhaube mit Power-Dom
Die Studie rollt auf 20 Zoll großen Leichtbau-Schmiedefelgen mit einer teils polierten, teils lackierten Oberfläche. Jede Felge wiegt nur etwa 10,8 Kilogramm. Zu den optischen Modifikationen gehören eine neu gestaltete Motorhaube mit markantem Power-Dom und großem Luftauslass. Neu sind auch die Frontschürze, die Seitenschweller und die Heckschürze mit Edelstahl-Auspuffenden.

Diffusoren sind austauschbar
Je nach Bedarf hat der Fahrer des Tension die Möglichkeit, die Aerodynamik des Fahrzeugs aktiv zu verändern. Das ermöglichen unter anderem zwei gegeneinander austauschbare Diffusoren aus Carbon, die den unterschiedlichen Anforderungen hinsichtlich der Abtriebswerte auf einer Rennstrecke oder beim Fahren auf einer Landstraße gerecht werden. Durch eine Schnellverschluss-Arretierung aus Aluminium ist diese Umrüstung simpel. Der jeweils gerade nicht benötigte Diffusor wird im Kofferraum untergebracht.

Heckflügel im Kofferraum verstauen
Gleiches gilt auch für den Heckflügel. Auch dieser wurde als mobile Option für die Rennstrecke konzipiert und findet seinen Platz entweder im Kofferraum oder, per Schnellverschluss arretiert, auf der eigens neu konstruierten Kofferraumklappe. Die Kofferraumklappe ist auch ohne Heckflügel ein echter Hingucker. Im Gegensatz zum Serienpendant kommt sie ohne integrierten Heckspoiler aus, was die Linienführung des Fahrzeughecks deutlich homogener erscheinen lässt.

Extravagante Lackierung
Vervollständigt wird das Karosseriekonzept durch Sportspiegel sowie die extravagante Zwei-Farben-Lackierung in Magic Orange Metallic mit Carbon Grey. Derzeit planen die Schnitzer-Ingenieure, eine Light-Version des Tension-Aerodynamikkonzepts in das Programm für den M6 aufzunehmen.

Rennschalensitze mit Schriftzug
Innen gibt es Rennschalensitze in Leder mit AC-Schnitzer-Schriftzug sowie die Carbon-Innenausstattung in Magic Orange. Der Schaltsack sowie die Abdeckung der Handbremse wurden in Alcantara mit schwarzen Nähten versehen. Die Armauflagen in den Türen sowie auf der Mittelkonsole wurden, passend zur Lackierung, in orangefarbenem Leder gestaltet.

Etwa 260.000 Euro
Der AC Schnitzer Tension wird zwar nicht in Serie gehen, eine Preisschätzung gibt es dennoch: Etwa 260.000 Euro würde das starke Mobil kosten.
(hd)

Bildergalerie: Wahnsinns-Schnitzer