Während die Optik entschärft wurde, gehen die Motoren schärfer ran

Vor etwas mehr als drei Jahren brachte BMW die vierte Generation des Siebeners auf den Markt. Das zum Teil kühne Design der neuen Oberklasse aus München sorgte für nicht enden wollende Kontroversen. Vor allem die eigenwillig gezeichneten Scheinwerfer mit den markanten Augenbrauen und der wie aufgesetzt wirkende Heckdeckel haben viele Kritiker auf den Plan gerufen.

Ab April mit dynamischerer Optik
Dennoch wurden 160.000 Einheiten des Siebeners weltweit ausgeliefert. Laut BMW ein Erfolg und Beweis für die überzeugende Qualität des Luxusliners. Trotz oder wegen dieses Erfolges werden ab April 2005 einige der optischen Streitpunkte entschärft. Das bereits lange erwartete Facelift sorgt einerseits für einen dynamischeren aber andererseits auch für einen weniger extravaganten Auftritt des Siebeners. Neben der optischen Harmonisierung hat BMW fünf der sechs angebotenen Motoren erneuert und deren Leistung zum Teil deutlich erhöht. Zusätzlich wurden das Fahrwerk, der Innenraum und das iDrive-Bedienkonzept im Siebener modifiziert.

Optischer Feinschliff
Im Frontbereich wurden neben dem neuen markanten Powerdome in der Motorhaube Niere, Scheinwerfer und Frontschürze überarbeitet. Den Heckbereich prägen stärker konturierte Oberflächen mit neuer Chromleiste, geänderten Heckleuchten und modifizierter Heckschürze. Seitlich soll die stärker ausgebildete Lichtkante im Schweller die zusätzliche Sportlichkeit und Dynamik des BMW 7er markieren. Weiße Blinkleuchten gehören nun zum Serienumfang. Verfügbar sind außerdem vier neue Außenfarben und zwei neue 18-Zoll- sowie eine neue 19-Zoll-Felge.

Innen hochwertiger
Das Raumgefühl des 7er wurde weiter verfeinert. Die Funktionsleisten und Frischluftgrills sind mit Struktursoftlack in einem helleren Farbton lackiert. Die Drehschalter für Licht und Klimabedienung erhielten eine Spange in Perlglanz-Chrom. Funktional zusammengehörende Bedienelemente wurden am Armaturenträger durch das so genannte "Inseldesign" mit dezent kontrastierenden Farben zwischen Taste oder Drehknopf einerseits und Blende andererseits optisch gruppiert. Serienmäßig gibt es jetzt Dekorflächen aus "amerikanischem Nussbaum". Sie ersetzen die bisher verwendeten Holzleisten aus "Black Cherry".

Update fürs iDrive
Die optimierte Menüführung des Control Displays, die überarbeitete Darstellung der Menüs und der direkte Zugang zu Funktionen im Entertainment-Bereich – insbesondere die direkte Anwahl von Audioquelle und Radiofrequenzband – sind die wesentlichen Bestandteile des iDrive-Updates. Außerdem ist der optionale CD-Wechsler im Siebener ab sofort MP3-fähig.

740i und 750i: Mehr Leistung, gleicher Verbrauch
Mehr als 60 Prozent aller verkauften Siebener sind bisher mit einem der beiden Achtzylinder als 735i oder 745i verkauft worden. Für die Neuauflage des großen BMW wurden nun die beiden Achtzylinder-Benziner vergößert und werden als 740i und 750i angeboten. Die überarbeiteten V8-Motoren verfügen über mehr Hubraum und leisten nun 306 beziehungsweise 367 PS (bisher 272 beziehungsweise 333 PS). Das maximale Drehmoment stieg auf von 390 beziehungsweise 490 Newtonmeter. Trotz verbesserter Fahrleistungen ist der Verbrauch nach Angaben von BMW bei beiden Versionen nahezu unverändert.

BMW 730d und 745d: Deutlicher Leistungssprung
Der Reihensechszylinder-Dieselmotor des 730d wurde ebenfalls aufgefrischt und leistet jetzt 231 statt der bisherigen 218 PS. Das maximales Drehmoment von bisher 500 Newtonmeter beträgt jetzt 520 Newtonmeter bei 2.000 bis 2.750 Umdrehungen. Der Achtzylinder-Dieselmotor des BMW 740d wurde ebenfalls überarbeitet: Der Topdiesel wird von dem 300 PS starken 745d abgelöst, der ein maximales Drehmoment von 700 Newtonmetern bei 1.750 bis 2.500 Umdrehungen bietet. Das Triebwerk des bisherigen 740d leistete 258 PS und 600 Newtonmeter.

Aluminium macht Dieselmotoren leichter
Das Gewicht der beiden Dieselmotoren hat sich dank eines Kurbelgehäuses aus Vollaluminium um 30 beziehungsweise 25 Kilogramm verringert. Gleichzeitig konnte laut BMW der Verbrauch beider Diesel-Modelle trotz höherer Leistung reduziert werden. Beide Diesel verfügen nun serienmäßig über einen Partikelfilter.

Common-Rail-System der 3. Generation
In beiden Dieselmotoren kommt das Common-Rail-Einspritzsystem der dritten Generation mit 1.600 bar Einspritzdruck und Piezo-Injektoren zum Einsatz. Damit werden vor allem höhere Einspritzmengen in der gleichen Einspritzzeit möglich, wodurch eine Leistungssteigerung realisiert wird. Gleichzeitig wird der Kraftstoff noch feiner zerstäubt und damit der gesamte Verbrennungsvorgang optimiert.

BMW 730i: Leichter und stärker
Der im BMW 630i erstmals eingeführte Reihensechszylinder-Benzinmotor mit Magnesium-Aluminium-Verbund-Kurbelgehäuse und vollvariablem Ventiltrieb Valvetronic ist jetzt auch im 730i verfügbar. Der gegenüber seinem Vorgänger um zehn Kilo leichtere Motor leistet 258 PS, liefert ein maximales Drehmoment von 300 Newtonmetern und verbraucht trotz der um zwölf Prozent gestiegenen Leistung 4,7 Prozent weniger Kraftstoff als der bisher angebotene BMW 730i.

Unverändert: Zwölfzylinder-Ottomotor
Unverändert wird der Zwölfzylinder-Ottomotor angeboten, der für ein Höchstmaß an Exklusivität, Laufruhe und Komfort stehen soll. Die im BMW 760i und 760Li eingesetzte Motorentechnik hat mit Vierventiltechnik, Valvetronic, Doppelvanos und stöchiometrischer Direkteinspritzung eine Alleinstellung im Weltmarkt. Der stöchiometrische Betrieb der Benzin-Direkteinspritzung des 760i erlaubt unabhängig vom Schwefelgehalt des zur Verfügung stehenden Kraftstoffes den Einsatz in allen Märkten, weil ein aufwendiger DeNOx-Katalysator entbehrlich ist. Stattdessen kommt die ausgereifte 3-Wege-Katalysator-Technologie zum Einsatz.

Luxusliner mit 445 PS
Der V12-Motor mit 5.972 ccm Hubraum leistet 445 PS bei 6.000 U/min, das maximale Drehmoment von 600 Newtonmetern wird bei moderaten 3.950 U/min erreicht. Mit dem Zwölfzylinder beschleunigt der Siebener in 5,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht die 200-km/h-Marke in nicht einmal 17 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt abgeregelte 250 km/h.

750h: Wasserstoff-Siebener kommt
Noch in der Entwicklung befindet sich eine weitere Motorisierung des 7ers. BMW kündigte die Wasserstoff-Version 750h an. Der mit umweltfreundlichen Treibstoff betriebene Serien-Siebener soll noch während der Laufzeit des jetzt facegilfteten Modells auf den Markt kommen, also innerhalt der nächsten dreieinhalb Jahre. Auf einen genauen Zeitpunkt will sich BMW derzeit jedoch nicht festlegen lassen.

Fahrwerk überarbeitet
Neben der hinten um 14 Millimeter verbreiterten Spur und einer überarbeiteten Achskinematik, die sich positiv auf die fahrdynamischen Qualitäten auswirken soll, hat BMW das Angebot im Fahrwerkbereich neu geordnet. Künftig werden ein Serienfahrwerk und zwei Fahrwerkpakete mit unterschiedlichen Auslegungen angeboten

Adaptive Drive nit verstellbaren Dämpfern
Das Highend-Fahrwerk Adaptive Drive fasst das bekannte Dynamic Drive und ein kontinuierlich verstellbares Dämpferkontrollsystem namens EDC-K zusammen. Mit Dynamic Drive wird durch die vollvariablen Stabilisatoren an Vorder- und Hinterachse ein Wanken des Fahrzeugs in Kurven weitgehend unterdrückt und das Eigenlenkverhalten entsprechend der Fahrsituation nochmals verbessert.

Noch straffer mit Sportpaket
Der Fokus des Sportpakets mit der Kombination aus sportlicher Fahrwerkauslegung und dem Dynamic Drive liegt klar auf der sportlichen Fahrdynamik. Entsprechend der gestiegenen Leistungen wurden auch die Bremsen angepasst.
(mh)

Preisliste


BMW Siebener Facelift Frühjahr 2005
Grundpreis: ab 61.500 Euro
730i 62.000
740i 68.000
750i 75.800
760i 111.900
730Li 68.300
740Li 74.300
750Li 81.800
760Li 117.300
730d 61.500
745d 79.000

BMW 7er Facelift