Der neue Golf-Gegner kommt bereits im September 2007 auf den Markt

Mit dem 207 hat Peugeot im Jahr 2006 den letzten Generationswechsel vollzogen, bei dem in der Modellbezeichnung aus einer Sechs eine Sieben wurde. Jetzt, ein Jahr danach, beginnt bei den Franzosen das Spiel von vorne: Mit dem 308 wird der erste Achter kommen. Der neue Kompakte feiert im September 2007 auf der IAA Premiere und wird kurz danach bereits verfügbar sein.

Mit Haifischschnauze
Gegenüber dem Vorgänger 307 ist die Karosserie des 308 in alle Richtungen gewachsen. So legte der aufgefrischte Golf-Gegner um 74 Millimeter auf 4,28 Meter in der Länge zu. Optisch blieb dem Neuling die vanartige Silhouette des Vorgängers erhalten. Eine lange und flach aufsteigende Frontscheibe endet in einem relativ kurzen Dach, das zum Heck hin leicht abfällt. Neu ist eine ausgeprägte Schulterlinie, die von vorn nach hinten aufsteigt. Am Heck verlaufen die Rückleuchten schwungvoll bis weit in die Flanke des Fahrzeugs. Auffällig ist der mächtige Kühlergrill, den eine schwarze Kunststoff-Stoßstange teilt. Über dem Grill fällt die an eine Haifischschnauze erinnernde optische Verlängerung der Motorhaube mit großem Löwen-Logo ins Auge. Die spitze Front wird von lang gezogenen, mandelförmigen Scheinwerfereinheiten flankiert.

Größer, edler, mehr Komfort
Vom Größenzuwachs profitierte der Innenraum. Das Platzangebot für die Passagiere hat sich leicht erhöht. Modifizierte Armaturen sollen das Innere zudem größer wirken lassen. Im Vergleich zum 307 verspricht Peugeot außerdem eine höhere Qualität bei den Materialien sowie eine verbesserte Verarbeitung. Für höheren Komfort soll außerdem ein besseres Geräuschniveau innen sorgen. Ein aufpreispflichtiges, beziehungsweise bei höherwertigen Ausstattungen serienmäßiges Glas-Panoramadach lässt viel Licht ins Fahrzeuginnere. Für Nachtfahrten gibt es eine neue Ambientebeleuchtung, die Fußraum und Bedienkonsole dezent illuminiert. Peugeot verspricht zudem einen besseren Klimakomfort. Darüber hinaus soll ein Parfumspender mit sechs verschiedenen Duftsorten für angenehmere Luft sorgen. Einige praktische Staufächer, ein großes Handschuhfach und die optional bestellbaren Schubladen unter den Vordersitzen bieten viele Möglichkeiten, Kleinkram im Innenraum unterzubringen.

Viel Sicherheit
Der 308 bietet zudem eine umfasssende Sicherheitsausstattung. Neu sind der AFIL-Spurassistent, das Bi-Xenon-Kurvenlicht und die Reifendruckkontrolle. Ein optionales RT4-Telematiksystem sendet einen Notruf aus, der eine automatische Standortbestimmung ermöglicht. Mit optionalen Fond-Seitenairbags sind bis zu neun Luftsäcke an Bord. Die Steifigkeit und die kontrollierbare Deformierbarkeit der Karosserie wurden erhöht. Peugeot erwartet deshalb fünf Sterne beim noch ausstehenden EuroNCAP-Crashtest. Zur aktiven Sicherheit tragen ABS und ein elektronischer Bremskraftverteiler bei. ESP ist je nach Ausstattung serienmäßig oder optional erhältlich.

Platz für Gepäck
Praktische Details innen sind neben dem großen Handschuhfach noch viele kleinere Staufächer. Das Kofferraumvolumen soll nach VDA unterhalb der Gepäckablage 348 und bis zur Oberkante der Rückbanklehne 368 Liter betragen. Unterm Kofferraumboden befindet sich eine Styroporbox mit mehreren Fächern. Zusätzlich befinden sich in den Seitenwänden des Kofferraums noch ein offenes Fach rechts und ein geschlossenes links. Maximal wächst der Stauraum dank der im Verhältnis 60 zu 40 umlegbaren Rückbanklehne auf 1.201 VDA-Liter.

Agiles und komfortables Fahrwerk
Peugeot verspricht für den 308 ein fein abgestimmtes Fahrwerk in Kombination mit einer sehr steifen Karosserie. Die Spur wurde zudem um 12 Millimeter erweitert. Der kompakte Franzose soll eine gute Straßenlage mit hohem Komfort kombinieren; die elektrohydraulische Servolenkung soll mit hoher Präzision überzeugen.

Nur 120 Gramm CO2
Peugeot hat viel getan, um den 308 umweltfreundlicher zu machen. Ein Aspekt ist seine hohe Recyclingfähigkeit. Alle Diesel gibt es zudem serienmäßig mit Partikelfilter. Eine verbesserte Aerodynamik soll darüber hinaus bessere Verbrauchswerte ermöglichen. Mit Hilfe neuer Energiespar-Reifen soll der 90-PS-Basisdiesel 1.6 HDi 4,7 Liter Sprit auf 100 Kilometer verbrauchen und nur 120 Gramm CO2 pro Kilometer emittieren.



Sechs Motorvarianten
Insgesamt wird Peugeot sechs Motoren für den 308 anbieten. Den 1,6-Liter-Diesel gibt neben der bereits erwähnten 90-PS-Variante außerdem noch mit 109 PS. Der kleine Diesel wird grundsätzlich mit einer Fünfgang-Schaltgetriebe kombiniert. Die stärkere Version gibt es alternativ auch mit einer Sechsgang-Automatik. Top-Diesel ist der 2.0 HDi mit 136 PS. Wahlweise gibt es ihn mit Sechsgang-Schaltgetriebe oder einer Sechsgang-Automatik. Wie beim 307 gibt es weiterhin einen 1,4-Liter-Basisbenziner, der 95 PS leistet. Völlig neu ist der aus der BMW-Kooperation hervorgegangene 1,6-Liter-Benziner, den es mit 120 PS oder dank Twin-Scroll-Turbolader mit 150 PS geben wird. Die stärkeren Motoren sind wahlweise mit Schaltgetriebe oder einer Automatik kombinierbar. Mit dem 150-PS-Benziner beschleunigt der 308 in 8,8 Sekunden auf Tempo 100 wird ihn 213 km/h schnell. Den Verbrauch des flotten 1,3-Tonners gibt Peugeot mit nur 7,1 Liter an.

Kommt ein Diesel-Hybrid?
Besonders sparsam könnte ein 308-Diesel-Hybrid werden. Die Technik hierfür wurde bereits in Prototypen vorgestellt. Sofern sich eine solche Antriebstechnik für den Kunden rechnen wird, will Peugeot ein solches Modell anbieten. Wann und zu welchem Preis ist noch ungewiss.

Ausbau der 308-Familie
Gewiss ist, dass der 308 zum Marktstart als Drei- und als Fünftürer antreten wird. Insgesamt stehen zwölf Karosseriefarben und fünf Ausstattungen zur Wahl. Wann es weitere Karosserie-Varianten vom 308 geben wird, ist derzeit noch ungewiss. Vom 307 bietet Peugeot neben der Limousine noch das Kombi-Duo Break und SW sowie das CC genannte Cabriolet mit variablem Blechdach an. Sicher ist, dass Peugeot vom 308 eine Kombiversion und ein Coupé-Cabriolet auflegen wird. Darüber hinaus sollen aber noch weitere Modellreihen folgen. Sehr wahrscheinlich ist ein Van auf 308-Basis. Vermutlich wird Peugeot davon ähnlich wie Citroën einen Fünfsitzer und einen längeren Siebensitzer bauen. Darüber hinaus könnte die 308-Familie um eine SUV-Variante erweitert werden. Hier wäre ein kompakter Allradler unterhalb des 4007 denkbar oder auch ein Modell im Stile des VW CrossGolf. Ein solches SUV-Modell könnte dann unter der Modellbezeichnung 3008 antreten.

Bildergalerie: Löwe auf Golf-Jagd