Kleiner Bruder des Touareg geht bereits im Oktober 2007 an den Start

Häppchenweise präsentiert uns VW immer weitere Details zum Kompakt-SUV Tiguan. Der kleine Bruder des Touareg wird bereits im Oktober 2007 auf den Markt kommen. Einen ersten konkreten Ausblick gaben die Wolfsburger Ende 2006 auf der Los Angeles Autoshow mit einer seriennahen Studie. Vor wenigen Wochen hat dann VW im Rahmen von Testfahrten in Namibia neben ersten technischen Details Bilder von leicht getarnten Vorserienfahrzeugen veröffentlicht. Jetzt, rund zehn Wochen vor seiner IAA-Premiere, sind die letzten Hüllen vom Tiguan gefallen. Der Autobauer aus Niedersachsen zeigt nun, wie der neue Allradler endgültig aussehen wird.

Adler-Blick des Touareg
Ähnlich wie beim Touareg fällt beim kleineren Tiguan vor allem die selbstbewusste Front ins Auge. Damit sich der Tiguan nahtlos in die VW-Familie einfügt, trägt er ebenfalls den so genannten Wappenkühlergrill. Doch statt in Chromoptik gehalten ist dieser in Wagenfarbe ausgeführt. Rechts und links davon sitzen die Scheinwerfer, die wir bereits von Touareg und Eos her kennen. Ein sehr kurzer Überhang kennzeichnet das steile Heck des Tiguan. Die Form der Heckleuchten korrespondiert mit der der Frontscheinwerfer.

Sechs Motoren im Angebot
Für den Tiguan wird VW zunächst fünf Motoren anbieten, drei Benziner und zwei Diesel – allesamt aufgeladene Direkteinspritzer. Diese Technik soll bei hoher Dynamik für niedrigen Verbrauch und niedrige Emissionen sorgen. Komplette Neuentwicklungen sind die nach Aussage von VW äußerst leisen Common-Rail-Einspritzer-Diesel. Es gibt sie mit 140 und 170 PS beziehungsweise 320 und 350 Newtonmeter Drehmoment. Beide Aggregate sollen bereits die ab 2010 gültige Euro-5-Abgasnorm unterschreiten. Die drei aufgeladenen Benzindirekteinspritzer leisten 150, 170 und 200 PS. Konkrete Angaben zu Fahrleistungen und Verbrauch wird VW erst zu einem späteren Zeitpunkt machen.

Zwei Karosseriefronten
Ansonsten hat VW bekannt gegeben, dass es den Tiguan in zwei Karosserievarianten geben wird. Diese unterscheiden sich hauptsächlich in der Frontpartie. Die eine Variante hat eine Front mit 18 Grad Böschungswinkel. Sie gibt es in Kombination mit den Ausstattungen ,Trend&Fun" sowie ,Sport&Style". Die stärker auf den Geländeeinsatz abgestimmte Ausstattung ,Track&Field" hat die zweite Frontausführung mit 28 Grad Böschungswinkel vorne.

Komfortabel, geländetauglich, dynamisch
Das Fahrwerk des Tiguan wurde auf ein neutrales bis leicht untersteuerndes Handling und einen niedrigen Wankwinkel ausgelegt. Darüber hinaus soll der Allradler komfortabel gefedert sein. Vorn kommt eine speziell zugeschnittene McPherson-Achse mit unten liegenden Dreiecks-Querlenkern und radführenden Federbeinen zum Einsatz. Die Basis der Achse bildet ein einteiliger Aluminium-Hilfsrahmen. Die Vierlenkerhinterachse wurde auf den 4Motion-Allradantrieb abgestimmt. Im Hinblick auf den Offroad-Einsatz wird beim Tiguan statt eines Hilfsrahmens aus Aluminium ein leichtes Pendant aus hochfesten Stählen verbaut.

Spezielle Technik-Highlights
Für die Hinterachse wurden zudem Schwingungsdämpfer mit einem erhöhtem Ölvolumen entwickelt. Ein Technik-Highlight ist die neu entwickelte elektromechanische Servolenkung. Der entscheidende Vorteil des Systems soll darin liegen, dass im Offroad-Betrieb keine Stöße mehr in die Lenkung übertragen werden. Verantwortlich dafür ist ein spezielles Lenkgetriebe.

Drei Felgen-Reifen-Kombinationen
Den Kontakt zur Straße oder Piste stellen beim Tiguan in den Grundversionen 16-Zoll-Räder mit Reifen der Dimension 215/65 R16 her. Der Tiguan ,Sport&Style" erhält serienmäßig 17-Zoll-Leichtmetallräder und Reifen der Größe 235/55 R17. Als Sonderausstattung wird es zudem 18-Zoll-Felgen mit Pneus im Format 235/50 R18 geben.

Neue Radio- und Navigationssystem-Generation
Für den Tiguan wird das Radio- und Navigationssystem RNS 510 bestellbar sein. Gesteuert wird es über feste Hauptmenütasten, zwei Drehregler und einen Touchscreen für die Info-, Entertainment- und Systemfunktionen. Zur Hardware gehört ein 6,5-Zoll-Farbdisplay mit 800 mal 480 Bildpunkten und ein besonders schneller Prozessor. Gespeichert werden die Navigations- und Entertainmentdaten auf einer 30-Gigabyte-Festplatte. Einbinden lassen zudem Funktionen wie eine Rückfahrkamera, eine Telefonsteuerung und MP3-Player. Die Kombination mit einem Dynaudio-Soundsystem ist ebenso möglich wie die Integration des digitalen Radioempfangs in CD-Qualität.

Offroad-Navigation
Eine weitere Besonderheit des RNS 510 ist eine speziell entwickelte Offroad-Navigation. In diesem Modus können auch in nicht digitalisierten Gebieten während der Fahrt bis zu 500 Wegpunkte aufgenommen werden. So findet der Fahrer bei Offroad-Abenteuern aus jeder Wüste oder Steppe den Weg zurück. Die Offroad-Touren können durch manuelles Abspeichern von Wegpunkten oder auch automatisch aufgezeichnet werden.

Park Assistent und Offroad-Taster
Erstmals in einem SUV kommt ein Park-Lenkassistent zum Einsatz. Dieser ermöglicht das Einparken, ohne dass der Fahrer lenken muss. Zudem werden die Offroad-Funktionen beim neuen Tiguan höchst komfortabel per Elektronik sortiert. Und zwar durch einen einzigen Schalter: den Offroad-Taster. Er wird exklusiv im Tiguan ,Track&Field" zum Einsatz kommen. Die Konzeption des Offroad-Tasters wurde durch die Idee initiiert, alle wichtigen elektronischen Hilfen durch ein zentrales Bedienelement einzuschalten.

Ein einziger Tastendruck genügt
Drückt man eine einzige Taste, wird der Bergabfahrassistent aktiv, die Gaspedalcharakteristik feiner abgestimmt, die elektronischen Differenzialsperren reagieren sensibler auf Schlupf und das ABS wird für losen Untergrund optimiert. Zugeschaltet werden außerdem eine Hilfsfunktion fürs Anfahren auf rutschigem Untergrund und – in Verbindung mit einer Automatik – die Gangstufen-Vorwahl für eine bessere Motorbremswirkung. Durch die Vielzahl der Funktionen sind bis zu fünf Steuergeräte im Einsatz, die die Systeme regeln.

Bildergalerie: VW Tiguan enthüllt