Vor allem aus deutscher Sicht sind die Testergebnisse sehr erfreulich

Viel Licht und viel Schatten, so lässt sich das Ergebnis des ADAC-Raststättentests 2007 zusammenfassen. Der Automobilclub hat knapp ein Drittel aller getesteten Anlagen mit "gut" bewertet. Allerdings ist auch jeder fünfte Betrieb durchgefallen. Aus deutscher Sicht ist das Testergebnis nach Ansicht des ADAC ein Erfolg. So wurde die Raststätte Medenbach Ost an der A 3 bei Wiesbaden Testsieger und erhielt als einzige Anlage die Note "sehr gut". Auch die Plätze zwei, vier und fünf gingen an heimische Raststätten. Als bester Autohof konnte Werneck an der A 70 den sechsten Platz belegen. Verlierer ist die italienische Raststätte Ventimiglia Autoporto Nord, die als einzige mit der Note "sehr mangelhaft" bewertet wurde.

Vorzeigebetrieb Medenbach Ost
Beim bisher neunten Raststättentest seit 1999 wurden 65 Anlagen aus zwölf Ländern besucht. Darunter sieben Raststätten und Autohöfe aus Deutschland. Nahezu keine Wünsche offen ließ der Sieger, die Mövenpick/Marché-Raststätte Medenbach Ost. Die Anlage ist nach Aussage des ADAC übersichtlich beschildert, sehr gepflegt und sauber. Picknickplätze und Liegestühle laden zur Rast ein, Kinder finden im Außen- wie auch im Innenbereich zahlreiche Spielgeräte vor. Der Baby-Wickelraum und weitere Extras im auch gastronomisch guten Restaurant sorgen dafür, dass insbesondere Familien hier auf ihre Kosten kommen. Ein Minus gab es lediglich für die nicht gekennzeichneten Fußgängerüberwege.

Ventimiglia Autoporto Nord besser umfahren
Auf der ganzen Linie durchgefallen ist hingegen die Raststätte Ventimiglia Autoporto Nord auf der italienischen A 10 kurz vor der Grenze zu Frankreich. ,Die Missstände dort sind unglaublich, die Autofahrer können getrost daran vorbeifahren", so ADAC-Vizepräsident für Tourismus, Max Stich. Bereits die Zufahrt ist irreführend, der Parkplatz nicht beschildert und der Verkehr nicht geleitet. Die Toiletten sind extrem ungepflegt und für Behinderte nicht erreichbar. Zudem gibt es keinen Wickeltisch und keine Spielgeräte im Außenbereich.

ADAC fordert Verbesserungen
Wenig Wert legen die meisten Anlagen laut ADAC auf die Familienfreundlichkeit. Keine Spielplätze, Picknickplätze und akzeptable Wickeltische – zwei Drittel aller Anlagen sind in dieser Kategorie durchgefallen, darunter alle Raststätten Italiens, Belgiens, der Niederlande und Sloweniens sowie alle deutschen Autohöfe. Verbessert werden müssen laut Club auch die Hinweisschilder auf der Autobahn, damit Autofahrer bei der Suche nach einer geeigneten Rastanlage sofort erkennen, was sich hinter den Ankündigungsschildern verbirgt. So müssen etwa familiengerechte Autohöfe schon vor der Anfahrt von reinen Truck-Stopps unterschieden werden können.

Bildergalerie: ADAC-Raststättentest 2007