E 320 CDI: 100.000 Meilen in Super-Zeit ohne Probleme

Die Fédération Internationale de l`Automobile (FIA) würdigt die Leistung von Mercedes-Benz bei einer 100.000 Meilen-Rekordfahrt im Jahr 2005. Michael Krämer, Entwicklungs-Chef der C-, CLS- und E-Klasse, nahm soeben von FIA-Präsident Max Mosley die FIA-Auszeichnung in Form eines Pokals entgegen.

Drei E 320 CDI auf der Piste
Mit den Weltrekorden im texanischen Laredo begann im Frühjahr 2005 die Karriere des neuen Mercedes-V6-CDI-Dieselmotors, der im Sommer 2005 die bisherigen Fünf- und Sechszylinder-Reihentriebwerke ablöste. In drei serienmäßigen E 320 CDI-Modellen absolvierte das 224 PS starke Aggregat die Strecken störungsfrei über je 100.000 Kilometer (225,903 km/h), 50.000 (225,456 km/h) und 100.000 Meilen (224,823 km/h) in Weltrekordzeit.

Jede Limousine fuhr 20.000 Runden
Während der Fahrt spulte jede der Limousinen 20.000 Runden ab. Zusätzlich zur enormen Laufstrecke und den starken klimatischen Schwankungen malträtierten vor allem die durch Bodenunebenheiten verursachten, permanenten Erschütterungen Fahrwerk, Chassis und Elektronik. Während der 30-tägigen Tortour bewährte sich ebenso die Abgasanlage mit dem integrierten Dieselpartikelfilter, so Mercedes. Erstmals wurde diese Technologie einer solchen Dauerbelastung ausgesetzt.

Pro Auto sechs Fahrer
Je drei sechsköpfige Fahrerteams, unter ihnen auch der ehemalige DTM-Pilot und aktuelle Formel 1 Safety-Car-Fahrer Bernd Mayländer, wechselten sich turnusmäßig ab. Für jeden Fahrer dauerte der Einsatz zwischen den Tankstopps rund 2 Stunden 10 Minuten. Insgesamt mussten die Rekordfahrer 966-mal die provisorische Box neben der Strecke anfahren, das Auftanken und die obligatorische Sichtkontrolle dauerte durchschnittlich rund zwei Minuten. Die Inspektionsintervalle mit dem Austausch von Betriebsmitteln und Verschleißteilen richteten sich nach der üblichen Intervallanzeige im Cockpit. Über die gesamte Strecke waren pro Fahrzeug zehn Wartungsarbeiten nötig. Bei den Inspektionen tauschte das 26-köpfige Mechanikerteam ebenso oft Motoröl, Luft- und Dieselfilter.

Unter Aufsicht der FIA
Die Weltrekordfahrt fand unter Aufsicht der FIA statt, die Regeln für die Durchführung solcher Versuche vorschreibt. Die Rekordfahrzeuge wurden von den FIA-Kommissaren im Werk Sindelfingen frei ausgewählt, verplombt und in die USA verschickt. Dort standen sie unter ständiger Kontrolle. Laut den Statuten sind eventuell notwendige Reparaturen nur bis zu einem gewissen Grad zulässig, ein Wechsel kompletter Baugruppen wie Motor, Getriebe oder Abgasanlage ist nicht erlaubt. Beide Bedingungen konnten die drei E 320 CDI-Modelle erfüllen, weil größere Störungen während der Rekordfahrten nicht aufgetreten sind.
(hd)

FIA-Preis für Weltrekord