Facelift, Frontpartie, V8-Direkteinspritzer, ABSPlus

VW hat den Touareg gründlich überarbeitet. Insgesamt 2.300 Teile wurden neu gemacht. Auf dem Pariser Salon stellen die Wolfsburger die neue Generation des SUV vor. Ende November 2006 soll der geliftte Touareg zu haben sein.

ABSplus soll Bremsweg verkürzen
Eine Weltneuheit ist ABSplus: Das serienmäßige System soll den Bremsweg des Touareg auf losen Untergründen um bis zu 20 Prozent verbessern. Bislang werden Geländewagen bei Vollbremsungen auf Untergründen wie Schotter oder Sand instabil, Lenkbarkeit und Bremsweg verschlechtern sich. Hier greift das ABSplus: Dank einer Schlupfregelung schiebt der Touareg vor den kurzzeitig blockierenden Rädern Teile des Untergrundmaterials her. So entsteht eine Art Bremskeil. Folge: Die Bremswirkung wird – ohne negative Auswirkungen auf die Lenkbarkeit – verstärkt und der Bremsweg entsprechend verkürzt.

Abstands-Tempomat bremst bis zum Stillstand
Neu ist auch ein Abstands-Tempomat, der bei VW Front Scan heißt. Die radarbasierte Distanzregelung bremst und beschleunigt den Wagen je nach Verkehrslage in einem zuvor festgelegten Geschwindigkeitsbereich automatisch. Das jetzt im neuen Touareg eingesetzte System bremst den Wagen im Notfall bis zum Stillstand ab. Ebenfalls neu: die in das ACC integrierte Anhaltewegverkürzung (AWV) – sie macht bereits im Vorfeld bestimmter Situationen präventiv die Bremsen scharf.

Spurwechselassistent Side Scan
Ein weiteres neues Assistenzsystem ist der Spurwechsel-Assistent ,Side Scan". Dieses System überwacht den Bereich hinter und neben dem Touareg und warnt bei einem Spurwechsel über eine Kontrollleuchte in den Außenspiegeln vor einer möglichen Kollisionsgefahr.

ESP gründlich überarbeitet
Neue Funktionen zeigt das elektronische Stabilisierungsprogramm ESP. Im Detail gehören dazu ein jetzt hydraulischer statt pneumatischer Bremsassistent, ein präventiver Bremsdruckaufbau beim plötzlichen Lupfen des Gaspedals und eine Active Rollover Protection (ARP) zur Erhöhung der Kippstabilität. Weiterhin gibt es den Rain Brake Support (Scheibenwischer-Effekt bei nasser Fahrbahn), einen Fading Brake Support mit zusätzlichem Druckaufbau für starke Folgebremsungen und eine Understeer Control Logic, die das Einlenkverhalten beim Untersteuern verbessern soll.

Sportfahrwerk für Luftfederungen
Fahrwerksseitig gibt es ebenfalls ein Novum: Jetzt werden auch die Modelle mit Luftfederung um ein Sportfahrwerk ergänzt. Das so genannte Fahrdynamikpaket mit Wankausgleich ergänzt dabei den bereits vorhandenen Modus ,Sport" der manuell und automatisch regulierbaren Luftfederung um eine härtere Federrate. Erreicht wird dieses Plus an Dynamik unter anderem über verstärkte Stabilisatoren, die in Abhängigkeit von der Lenkradbewegung geregelten Dämpfer und eine modifizierte Luftfederung. Im Normalmodus der Federung bleibt der Fahrkomfort ebenso gut wie bei der Version ohne Sportfahrwerk.

Roll-Over-Sensor
Im Bereich der passiven Sicherheit kommt ein neuer Roll-Over-Sensor zum Erfassen des Fahrzeugdrehwinkels und der Drehwinkelgeschwindigkeiten zum Einsatz. Er erfasst, ob das Fahrzeug in eine Überschlagsituation gerät. Die Daten des Sensors fließen zusammen mit den ermittelten Parametern der Beschleunigungssensoren in das Airbagsteuergerät ein. Wird dort die Gefahr eines Überschlags errechnet, werden automatisch die Seiten- und Kopfthoraxairbags aktiviert, um das Verletzungsrisiko zu mindern.

Dynaudio: 620 Watt Gesamtleistung
Jetzt kann der Touareg mit einem Soundsystem des dänischen Hifi-Spezialisten Dynaudio ausgerüstet werden. Das System verfügt über zehn Lautsprecher, einen Zehn-Kanal-Verstärker und 620 Watt Gesamtleistung. Ein neues Kombiinstrument für die Multifunktionsanzeige erlaubt eine detailliertere, größere und nun mehrfarbige Abbildung von Informationen. Das Display zeigt zum Beispiel Navigationspiktogramme auch in einer 3D-Darstellung.

350 PS starker V8 FSI
Ein weiteres Novum bietet der neue Touareg in Sachen Antriebstechnik: den ersten Achtzylinder-Benzindirekteinspritzer der Marke Volkswagen. Der neue V8 FSI des Touareg leistet 350 PS und entwickelt ein maximales Drehmoment von 440 Newtonmetern. Die zwei weiteren Benziner sind 280 PS (V6 FSI) und 450 PS (W12) stark. Darüber hinaus gibt es drei Turbodieseldirekteinspritzer für den Touareg, die alle serienmäßig mit einem Partikelfilter kombiniert sind. Die TDI bringen es auf 174 PS (TDI), 225 PS (V6 TDI) und 313 PS (V10 TDI).

Wappenkühlergrill in Chromoptik
Komplett neu gestaltet wurde die Frontpartie des Touareg. Bis auf die Motorhaube blieb hier kein Teil unberührt. Sofort als aktuelle Generation auszumachen ist der Touareg am Wappenkühlergrill in Chromoptik. Zweites Merkmal der neuen Generation sind die Scheinwerfergehäuse: Analog zu aktuellen Volkswagen wie dem Eos zeigen sie im unteren Bereich eine runde Wölbung. Auch der Stoßfänger ist komplett neu gestaltet worden. Edel wirkt ein verchromter Quersteg in den äußeren Lufteinlässen des Stoßfängers. Die anders gestalteten Außenspiegelgehäuse bieten dem Wind nun perfekter die Stirn.

Modifikationen auch im Heckbereich
Hinten gibt es einen geänderten Heckklappenspoiler, mit dem die Aerodynamik verbessert wird. Technisch modifiziert wurden die Rück- und Bremslichter, veredelt die nun optional dunkle Verglasung der Rückleuchten. Neu gestalteten die Designer zudem den unteren Stoßfängerbereich sowie die Abgasanlagenendrohre.

Schicke Alus, modische Lacke
In der Silhouette sind es neue Leichtmetallfelgen und die aerodynamischeren Spiegel, die den Touareg als aktuelle Generation ausweisen. Ins Programm genommen wurden die Lackierungen Atacamagrau-Metallic, Mountain-Grey-Metallic, Articbluesilver-Metallic, Silver Leaf Metallic, Sierrarot-Perleffekt und Galapagos-Anthrazit-Metallic.

Sitzanlage neu gestaltet
Der Touareg ist mit einer Basis- und einer Komfortsitzanlage lieferbar. Für den aktualisierten Allradler wurde die Komfortsitzanlage neu gestaltet. Die Teilledersitze und Nappa-Vollledersitze unterscheiden sich nicht nur über das Leder, sondern ebenfalls durch ihr Design. Beide unterscheiden sich zudem von der unveränderten Basissitzanlage. Generell wurde bei allen Versionen die Fondsitzbank überarbeitet. Sie wiegt acht Kilo weniger und bietet umgeklappt einen ebenen Übergang zwischen Lehnen und Ladeboden. Die Preise hat Volkswagen noch nicht bekannt gegeben.

Bildergalerie: Feinschliff für den Großen