Audi, Mazda, Ford, Citroën, und Mercedes B-Klasse gecrasht

Mit der Regelmäßigkeit der Wiederkehr einer ungeliebten Jahreszeit testet die europäische Organisation EuroNCAP neue Automodelle auf ihre Unfallsicherheit. Zum einen wurden die Autos in einen Frontalzusammenstoß mit 64 km/h und 40-prozentiger Überdeckung verwickelt, zum anderen kam es zu einem Seitenaufprall mit 50 km/h. Ein fahrbares verformbares Hindernis simuliert dabei das gegnerische Fahrzeug. Besonderes Augenmerk wurde diesmal auch auf die Sicherheit von Kleinkindern in Kindersitzen gelegt. Audi Q7, Mazda 3, Ford Galaxy, Citroën C4 Picasso und der Mercedes B-Klasse ging es an den Kragen.

Weicher Dicker
Von außen riesig und fett, innen erstaunlich eng. Wer so wie der Audi Q7 daher kommt, verströmt Sicherheit. Ein teilweise trügerischer Eindruck, wie der Crashtest jetzt beweist. Beim Insassenschutz patzt der monströse Ingolstädter, verfehlt die Bestnote von fünf Sternen um genau einen. Der Grund: Eine Schweißnaht im Fußraum hält der Belastung nicht stand. Aus diesem Grunde und wegen steifer Strukturen im Bereich des Armaturenbretts sind die Beine der beiden vorderen Insassen so der Gefahr schwerer Verletzungen ausgesetzt. Außerdem wurden die Schweißpunkte der A-Säule beanstandet.

Rest ist fest
Beim Seitenaufprall heimst das pummelige SUV (Sports Utility Vehicle) dagegen die vollen 18 Punkte ein. Kleine Kinder sind ebenfalls sicher im Q7 untergebracht. Da allerdings kein abschaltbarer Frontairbag zur Verfügung steht, können so genannte Rebound-Systeme, also Kindersitze, deren Rücklehne in Fahrtrichtung zeigt, nur auf der Rückbank montiert werden. Hinsichtlich der Frontalcrashs hat Audi eine bessere Überprüfung der Schweißnähte und einen Nachtest versprochen. Schließlich will man mit dem neuen Wagen nicht schlechter dastehen als der in die Jahre gekommene Fünf-Sterne-BMW-X5.

Mazda 3
Auch der Mazda 3 konnte nicht auf der gesamten Linie überzeugen. Beim Insassenschutz verhagelte die ungünstige Struktur des Armaturenbretts die Sterne-Wertung, nur vier konnten vergeben werden. Bei der Kindersicherheit gab es nur drei von fünf Sternen. Hier kann ein abschaltbarer Beifahrer-Airbag als Option geordert werden. Beim Seitencrash gab sich der Japaner keine Blöße und verdiente sich die vollen 18 Punkte.

B-Klasse
Die Mercedes B-Klasse brilliert beim Insassenschutz mit den maximal möglichen fünf Sternen. Bei der Kindersicherheit kommen vier Sterne zusammen. Die B-Klasse kann zwar mit einem Kindersitz-Erkennungssystem geliefert werden, beim Testfahrzeug war dieses aber nicht mit an Bord. Den Seitenaufprall meisterte auch die B-Klasse mit dem größtmöglichen Erfolg.

Citroën C4 Picasso
Der Citroën C4 Picasso hängt sich in Sachen Insassenschutz ebenfalls fünf Sterne um. Hier sorgt ein Fahrer-Knieairbag für zusätzliche Sicherheit. Erfunden wurden diese Airbags mal, um nicht angeschnallten Amerikanern die Gelenke zu retten. Für Kinder sieht es im C4 Picasso nicht ganz so gut aus: Nur drei von fünf Sternen konnten vergeben werden. Der Grund: Der Kindersitz kippte während des Crashs aus seiner Verankerung. Der simulierte Seitenaufprall konnte auch die Insassen des C4 Picasso nicht gefährden. Dafür gibt es die volle Punktzahl.

Ford Galaxy
Der Galaxy räumt ebenfalls fünf Sterne beim Insassenschutz ab. Hier zahlt sich die umfangreiche Sicherheitsausstattung aus. Wie beim C4 Picasso kommt auch hier ein Fahrer-Kineairbag zum Einsatz. Für den Kinderschutz konnten noch vier Sterne verliehen werden. Einen abschaltbaren Beifahrer-Airbag gibt es nicht serienmäßig. Den Seitenaufprall überstand der Galaxy wie alle anderen bestens, was mit 18 Punkten belohnt wurde.
(gh)

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