Ernüchterndes Ergebnis für viele der freien Werkstätten

Es gibt nichts Ärgerlicheres, als wenn das eigene Auto liegen bleibt. Um im Falle einer Panne die meiste Leistung für sein Geld zu bekommen sollte man dann das Auto für die Reparatur in eine Vertragswerkstatt bringen. Dies ist das Ergebnis des ADAC-Werkstatttests 2006, bei dem 72 Reparaturbetriebe unter die Lupe genommen wurden. Getestet wurden jeweils 24 Vertragswerkstätten, Betriebe, die zu Reparatur-Ketten gehören, und freie Werkstätten. Insgesamt ist die Bilanz ernüchternd, denn jede dritte untersuchte Werkstatt arbeitete laut ADAC-Urteil nur ,mangelhaft". Bei den freien Werkstätten schlampten sogar mehr als die Hälfte.

Viermal die Note sehr gut für Mercedes
Am besten haben die Vertragswerkstätten abgeschnitten. Alle vier Mercedesbetriebe erhielten die Note ,sehr gut". Bei VW und Toyota schnitten drei der vier Vertragswerkstätten mit ,gut" ab. Ford-Betriebe konnten mit einem ,sehr gut" und einem ,gut" aufwarten. Bei Opel gab es je zwei Mal ,gut" und ,zufriedenstellend". Deutlich schwächer punkteten die Renault-Werkstätten.

Vertragswerkstätten vor Werkstatt-Ketten
In der Gesamtwertung erreichten die Vertragswerkstätten im Schnitt 76 von 100 möglichen Punkten, der mittlere Preis für eine Inspektion betrug 232 Euro. Bei den Werkstatt-Ketten von ,1a-Autoservice" und ,Meisterhaft" war das Ergebnis durchwachsen. Neben dreimal ,sehr gut" und dreimal ,gut" gab es insgesamt zehn ,mangelhafte" Bewertungen. Kettenbetriebe boten die Inspektionen im Schnitt für 177 Euro an, das Ergebnis fiel mit 61 Punkten allerdings auch entsprechend schlechter aus. Am Ende der Wertung rangieren mit 13 Mal ,mangelhaft" die freien Werkstätten. Sie kassierten im Mittel 169 Euro, erreichten allerdings nur 52 Gesamtpunkte.



Reparatur nach Serviceplan
Die Aufgabenstellung war für alle Werkstätten gleich: Die Fahrzeuginspektion sollte nach Herstellervorschrift durchgeführt werden. Jedes Auto hatte einen zu niedrigen Kühlmittelstand, die Staubkappe am Bremsentlüftungsventil fehlte, die Lampe der Kennzeichenleuchte war defekt, die Bremsleitungen waren nicht in die dafür vorgesehenen Halterungen geclipst und bei Mercedes war die Lampe der Rückfahrleuchte defekt. Bei allen Fahrzeugen außer Mercedes waren die Stecker der Scheinwerferhöhenverstellung abgezogen. Wäre der Serviceplan korrekt abgearbeitet worden, hätten die eingebauten Fehler zwangsläufig gefunden werden müssen. Neben der technischen Durchführung der Inspektion wurden alle wichtigen Serviceaspekte wie Auftragserteilung, Fahrzeugübernahme und Rechnungsstellung untersucht.

Gemeinsame Auftragsannahme
Als Resümee des Tests rät der ADAC den Autofahrern, auf einer gemeinsamen Auftragsannahme am Fahrzeug zu bestehen und sich den genau formulierten Auftrag immer schriftlich bestätigen zu lassen. Teuere Zusatzarbeiten muss man ohne Einverständnis nicht akzeptieren.
(os)