Neue Baureihe bietet mehr Komfort und weiterhin viel Fahrspaß dank Leichtbau

Ein phänomenales Handling, eine respektable Leistung und extrem wenig Gewicht – das sind die herausragenden Eigenschaften des Sportwagen-Duos Elise und Exige aus dem Hause Lotus. Was diesen beiden Schwester-Modellen jedoch fehlt, ist ein gerüttelt Maß an Alltagstauglichkeit und Komfort. In diese Bresche soll der im Juli 2006 erscheinende Lotus Europa S schlagen. Obwohl der neue Brit-Racer ganz in der Fahrspaß-Tradition der Elise steht, soll der Zweisitzer zudem mit den Langstrecken-Qualitäten eines Gran Turismo aufwarten.

Porsche hat es vorgemacht
Mit dem Europa S folgt Lotus einem aktuellen Trend im Autobau: dem Zudosen von Roadstern. So hat Porsche bereits aus dem Boxster ein Coupé gezaubert, BMW will ebenfalls im Sommer 2006 eine geschlossene Variante vom Z4 auf den Markt bringen. Ganz ähnlich auch der Europa S, dessen Konstruktion und Technik weitgehend von der Elise abstammt. Doch betont der britische Sportwagenbauer auch die Eigenständigkeit des neuen Modells. So hat der Europa S die Baureihen-Nummer 121 erhalten, während Elise und Exige dem Typ 111 angehören. Optisch wird dieser Anspruch offensichtlich, bietet das Coupé doch eine völlig neue Front und ein neues Hinterteil mit einem mittig angeordneten Doppelrohrauspuff. Damit stellt der Europa S auch in punkto Design eine Alternative zu den anderen beiden Lotus-Modellen dar.

Bleibt unter einer Tonne
Ganz nach Art des Hauses ist der Europa S ein radikales Leichtgewicht. So bringt der Zweisitzer bescheidene 995 Kilogramm auf die Waage. Unter anderem das Chassis aus Aluminium und Karosserieteile aus leichten Verbundwerkstoffen zeichnen hierfür verantwortlich. Trotz Leichtbau soll der Europa S dank der energieabsorbierenden Konstruktion des Vorbaus eine hohe Crash-Sicherheit bieten.

Nicht nur für Akrobaten
Darüber hinaus zeichnet sich der Europa S – zumindest im Vergleich zur Elise – durch einen großen Kofferraum und einen entspannteren Zugang zum Innenraum aus. Während die extrem niedrige Sitzposition und die hohe Einstiegsschwelle bei der Elise turnerische Fähigkeiten erfordern, liegt die Schwelle beim Europa S deutlich niedriger und die Dachlinie höher. Business-Class-Ambiente soll der Europa-S-Innenraum zudem mit Lederausstattung, Fahrer- und Beifahrer-Airbag sowie Teppichen bieten.

Von null auf 160 km/h in 14 Sekunden
Angetrieben wird die Mittelmotor-Flunder von einem Zweiliter-Vierzylindermotor. Das Aggregat soll dank Turboaufladung 263 Newtonmeter bei 4.200 Umdrehungen und 203 PS bei 5.400 Touren mobilisieren. Typisch für einen Turbomotor: Bereits bei 2.000 Umdrehungen stehen 90 Prozent des Drehmoments zur Verfügung. Für den Sprint von null auf Tempo 100 sollen so nur etwa 5,7 Sekunden vergehen, bis 160 km/h braucht das neue Lotus-Modell nur 14 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 225 km/h.

Produktionsstart im Juli 2006
Lotus will den Europa S im Stammwerk im englischen Hethel bauen. Die Produktion soll im Juli 2006 starten. Kurz darauf dürften bereits die ersten Fahrzeuge ausgeliefert werden. Rund 50.000 Euro wird der britsche Sportwagen hierzulande kosten.
(mh)

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