Ungewöhnliche Konzeptstudie steht auf der Motor Show in Detroit

Nissan drängt mit einer Besonderheit auf die Auto Show vom 8. bis zum 22. Januar 2006 nach Detroit: Der Hersteller bringt die Studie Urge mit – das heißt übersetzt Drang. Im Vorfeld der Entwicklung des Urge hatte Nissan Design America rund 2.000 amerikanische Jugendliche nach ihrem idealen Auto befragt. Die jungen Leute wurden zwischen 1982 und 1995 geboren.

Design und Antrieb wie beim Motorrad
Bei der Konzeption des Urge behielten die Designer die am meisten geäußerten Wünsche immer im Hinterkopf und fügten noch ein paar eigene Ideen hinzu. Der Radstand entspricht mit 2,65 Metern exakt dem des Nissan 350Z, doch ist der Urge dank knapperer Überhänge 40 Zentimeter kürzer. Designelemente wie die an Motorräder erinnernden Schutzbleche und frei stehende Rückleuchten schlagen Brücken zur Welt des Zweirads. Dazu passt auch der kleinvolumige, hochdrehende Motor. Er sitzt unter der vorderen Haube und leitet die Kraft über ein in Motorradmanier schaltbares, sequenzielles Sechsgang-Getriebe auf die Hinterräder.

Alus und Brembo-Bremsanlage
Das Fahrwerk ist mit Einzelradaufhängungen an beiden Achsen ausgerüstet. Vorn steht der Urge auf 19-, hinten auf 20-Zoll-Leichtmetallfelgen, auf die 195er- beziehungsweise 225er-Reifen aufgezogen sind. Verzögert wird wie beim großen Vorbild Nissan 350Z über eine Brembo-Bremsanlage.

Farbige Body-Panels und gläserne Motorhaube
Dank konsequenter Leichtbauweise bringt der 3,98 Meter lange Urge maximal 1.090 Kilo auf die Waage. Der Alu-Karosserie verfügt über teils farbigen Body-Panels und eine gläserne Motorhaube, durch die der Blick auf das Antriebsaggregat fällt. Ausschnitte in den Türen und das Rolldach aus Stoff sollen den luftigen Charakter des in Aluminium-/Kohlefaser-Verbundbauweise gefertigten Chassis unterstreichen. Die soliden A-Säulen haben die Form eines Dreiecks, eine integrierte Käfig-Konstruktion schützt im Falle eines Überschlags.

Scroll-Tasten am Lenkrad
Der Einstieg ins Cockpit gelingt über Flügeltüren. Innen warten eng geschnittene Schalensitze mit Lederpolsterung und Netzstruktur auf die Insassen. Der Pilot umgreift ein Formel-1-ähnliches Lenkrad und hat in seinem direkten Blickfeld zwei seitliche Displays sowie einen zentralen Info-Monitor mit insgesamt fünf Einstellmöglichkeiten. Über Scroll-Tasten am Lenkrad kann er unter anderem zwischen der Karte des Navigationssystems und Konfigurationen für die Klimaanlage, das Audiosystem oder das Tuning von Fahrwerk und Motor wählen.

Beifahrer-Airbag schimmert durch Silikon
Die verwendeten Materialien – viel Aluminium, dazu ein strapazierfähiger Gummiboden und Leder für die Sitze – stehen für den funktionalen Ansatz der Studie. Der Instrumententräger besteht an der Oberfläche aus einem transparenten Silikon-Material, sodass der Beifahrer-Airbag durchscheinen kann. Weil die von Nissan befragten Kids gerne ein oder zwei Freunde mit auf Spritztour nehmen, sahen die Väter des Urge zusätzlich einen mittig hinter den beiden Vorderplätzen angeordneten Zusatzsitz vor. Bei Nichtgebrauch ist er unsichtbar unter einer Abdeckung verstaut.

Integriertes Computerspiel
Als besondere Attraktion hat Nissan den Urge mit einem voll integrierten Computerspiel auf Basis der Xbox 360 bestückt. Das Spiel funktioniert nur bei abgestelltem Motor im geparkten Fahrzeug. Der Monitor fürs Spiel klappt von oben aus der Konsole des Rückspiegels aus, zugleich werden das Lenkrad und die Pedale des Urge zu Steuerelementen des Computerspiels. Die Geräusche stellt das bordeigene Audio-System bereit.

Handy als Schlüssel zum Starten
Darüber hinaus verfügt die Studie über je eine Andockstation für einen MP3-Player und ein Mobiltelefon. Das Handy dient zugleich als intelligenter Schlüssel zum Starten des Autos. Bei Druck auf eine spezielle Taste hilft es zusätzlich beim Hervorzaubern des dritten Sitzplatzes. Nissan schätzt, einen Fun-Sportler dieses Kalibers zu Preisen ab 20.000 Dollar anbieten zu können. Wie und wann ist allerdings noch offen.
(hd)

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