Der Roadjet liegt von der Länge her zwischen A4 und A6, ist aber deutlich höher

Debüt in Detroit: Audi enthüllt auf der North American International Auto Show (12. bis 22. Januar 2006) die Studie Roadjet Concept. Das Fahrzeug soll die aktuelle Audi-Formensprache mit einem völlig neuen Raumkonzept verbinden. Auch die Antriebstechnik geht neue Wege: Den Roadjet treibt ein 300 PS starker 3.2 FSI an. Zudem verfügt die Studie in Verbindung mit einem längs eingebauten Motor erstmalig über ein Siebengang-Direktschaltgetriebe. Zugleich dient die Studie als Technologieträger für die Demonstration innovativer Elektroniksysteme.

Große Glasflächen
Die fünftürige Limousine mit Fließheck hat eine gepfeilte Front mit einem Singleframe-Grill und zwei große Lufteinlässe unterhalb der Stoßfänger. Außerdem fallen die hohen Schultern sowie die großen Glasflächen auf. In der Heckansicht zeigen sich breite Radhäuser. Das Trapez der Heckklappe und der Diffusor unterhalb des Stoßfängers sollen den sportlichen Charakter der Studie unterstreichen.

Ein künftiger A5 mit hoher Karosserie?
Mit einer Länge von 4,70 Metern liegt der Roadjet zwischen A4 und A6. Könnte also hinter der Studie ein A5 stecken? Das werden wir abwarten müssen. Die Höhe von 1,55 Metern liegt jedenfalls deutlich über Limousinen wie dem A4 oder dem A6. Der Radstand von 2,85 Metern ist fast identisch mit dem des A6, der jedoch 20 Zentimeter länger ist. Audi hebt besonders die höhere Sitzposition mit viel Beinfreiheit als auch das hohe Maß an Schulter- und Kopfraum auf allen vier Einzelsitzen hervor.

3.2 FSI mit 300 PS
Für den Vortrieb sorgt der bekannte 3,2-Liter-Sechszylinder mit Benzindirekteinspritzung FSI – allerdings eine neue, besonders starke Version. Dank eines starren Saugrohrs und einer neuartigen Ventilsteuerung (Valvelift-System) mobilisiert der Motor 300 PS bei 7.000 U/min und ein Drehmoment von 330 Newtonmetern bei 4.500 Touren. Audi lobt besonders die bis zur Nenndrehzahl linear ansteigende Leistungsabgabe.

Neues DSG mit sieben Gängen
Erstmals zeigt Audi im Roadjet Concept ein Siebengang-Direktschaltgetriebe in Verbindung mit einem längs eingebauten Motor und dem permanentem Allradantrieb quattro. Eng verwandt mit dem aus A3 und TT bekannten Sechsgang-DSG, soll es die Vorteile eines Schaltgetriebes mit den Qualitäten einer modernen Automatik verbinden.

Fahrzeugcharakteristik per Knopfdruck ändern
Das Fahrwerk besteht aus einer Vierlenker-Vorderachse und einer spurgesteuerten Trapezlenker-Hinterachse. Erstmals zum Einsatz kommen regelbare Stoßdämpfer und eine neue Zahnstangenlenkung mit variabler Übersetzung (Audi Dynamic Steering). Außerdem besitzt die Studie ein System namens ,Audi Drive Select": Damit lassen sich per Tastendruck verschiedene Fahrzeugcharakteristika vorwählen. Drei Modi – Comfort, Dynamic und Sport – verändern die Einstellung von Lenkung, Dämpfung, Getriebe und zusätzlich die Motorcharakteristik.

Neue Car-to-Car-Kommunikation
Vor allem die Sicherheit, jedoch auch Ökonomie und Komfort, sollen von einem neuen System der Car-to-Car-Kommunikation profitieren, die im Roadjet erstmals vorgestellt wird. Die herstellerübergreifende Elektronik basiert auf dem Datenaustausch zwischen Fahrzeugen im Verkehr und umgebender Infrastruktur über ein WLAN-Netz (Wireless Local Area Network, ein kabelloses Datennetz mit hoher Datenübertragungsrate).

Parkplätze reservieren
Mit der neuen Technik lassen sich Daten über den Verkehrsfluss zugunsten von vorausschauender, stauvermeidender Fahrweise verwerten oder sogar Unfälle vermeiden. Die Anbindung an stationäre Netze soll es bereits in wenigen Jahren ermöglichen, beispielsweise einen freien Parkplatz nicht nur von unterwegs zu erfassen, sondern sogar zu reservieren.
(sl)

Ein A5 mit Schrägheck?