Toyota, Honda und Nissan setzen in ihren Fahrzeugen auf alternative Antriebe

Alternative Antriebe sind im Kommen. Auch wenn die Entwicklung deutscher Autohersteller eher zögerlich vorangeht, boomen entsprechende Antriebskonzepte auf internationalen Märkten. Insbesondere in den USA haben sich die japanischen Hersteller eingeschossen. Das die Japaner den Deutschen in Sachen alternative Antriebe, insbesondere Brennstoffzellen- und Hybridantrieb, um mehrere Jahre voraus sind, ist nichts Neues mehr. Um diesen Vorsprung allerdings noch weiter auszubauen, bringen Nissan, Honda und Toyota nun vorerst in Japan und den USA neue Modelle auf den Markt.

Marktführer Toyota bringt den Camry-Hybrid
Der weltweite Marktführer im Segment der Hybridfahrzeuge setzt mit dem Camry, der derzeit meistverkauften Limousine Nordamerikas, auf den Hybridantrieb. Kürzlich startete Toyota mit der Serienproduktion im Werk Georgetown in Kentucky.
Lagen die Verkaufszahlen der Hybridmodelle von Toyota und seiner Luxusmarke Lexus 2005 noch bei 230.000 Einheiten, visiert Toyota ab 2010 einen jährlichen Absatz von rund einer Million Fahrzeugen an. Außerhalb Japans betreibt das Unternehmen neben der Produktionsstätte in Kentucky ein Hybrid-Montagewerk in Shanghai. Hier wird der Prius für den chinesischen Markt gefertigt. Im Bau ist zudem ein Werk in den USA zur Fertigung von Hybrid-Pick-ups. Denn die Verkaufszahlen der bisher bei den Amerikanern beliebten Pritschenwagen sind wegen der hohen Verbräuche mittlerweile zusammengebrochen.

48.000 Hybrid-Limousinen jährlich geplant
Der Camry Hybrid ist der jüngste Spross der wachsenden Toyota-Hybrid-Familie. Das Hybrid-System besteht aus einem 2,4-Liter-Vierzylinder-Motor und einem Elektromotor. Gemeinsam entwickelt sie eine Leistung von 190 PS. Die jeweilige Leistungsquelle variiert je nach aktuellem Bedarf zwischen Elektro- und Benzinantrieb. Für eine Hybridvariante der in den USA beliebten Stufenhecklimousine erweitert Toyota seinen größten US-Standort. Bei einer Gesamtkapazität des Montagewerkes von rund 500.000 Einheiten sollen pro Jahr etwa 48.000 Limousinen mit Hybridantrieb vom Band laufen.


Nissan steigt mit dem Altima ins Hybridsegment ein
Nissan stellte soeben in den USA mit dem neuen Altima ein Hybrid vor. Er wird das erste Nissan-Serienmodell mit einem aus Benzin- und Elektromotor bestehenden Hybridsystem und soll zunächst in zunächst acht US-Bundesstaaten auf den Markt kommen. Nissan setzt in seinen Hybridfahrzeugen die älteren Systeme der Toyota-Prius-Modelle ein. Das Altima-Stufenheck-Modell wird mit einem 2,5-Liter-Benziner ausgerüstet, der mit einem Elektromotor gekoppelt wird. Mit Hilfe eines Generators wird die auftretende kinetische Energie beim Bremsen in elektrische Energie umgewandelt und in der 244,8 V Nickel-Metall-Hybrid-Batterie gespeichert.

Batterie laden - ohne externe Stromquelle
Die Batterie des Nissan Altima lädt sich auf, ohne auf eine externe Stromquelle angewiesen zu sein. Der Vierzylinder wurde für die Kombination mit dem Toyota-Hybrid-System leicht modifiziert. So vergrößerten Techniker unter anderem den Ansaugkrümmer und erhöhten die Verdichtung. Vor allem beim Stop-and-go-Verkehr soll das Automatikgetriebe für stets günstigste Motordrehzahlen sorgen. Die Hybridvariante des Altima wird eine Systemleistung von 198 PS erreichen.

Verbrauch: Außerorts etwas höher als in der Stadt
Der Verbrauch soll laut Nissan bei 5,7 Litern auf 100 Kilometer in der Stadt beziehungsweise 6,5 Liter auf 100 Kilometern Landstraße liegen. Der erhöhte Verbrauch auf Landstraßen erklärt sich dadurch, dass sich die Vorteile eines Hybridfahrzeugs systembedingt eher im Stadtverkehr ausnutzen lassen. Der Elektroantrieb dient insbesondere im Stop-and-go-Verkehr und bei kürzeren Überholvorgängen der Unterstützung des Benziners. Anfahren und einleitende Beschleunigung werden im so genannten "Electric Vehicle (EV) Mode" durchgeführt. Der Elektromotor arbeitet dabei ohne die Unterstützung des Benzinaggregats. Erst nach der ersten Beschleunigungsphase schaltet sich das Ottotriebwerk ein und liefert die Kraft für den weiteren Vortrieb. Bei Überland- oder Autobahnfahrten mit konstanten Geschwindigkeiten sorgt allein der Vierzylinder für das Vorankommen. Erst, wenn temporär wieder mehr Kraft benötigt wird, zum Beispiel während eines Überholvorgangs, liefert der Elektromotor zusätzliche Energie.

"Advanced Technology-Partial Zero Emission Vehicle"
Der neue Altima Hybrid wird durch den Einsatz dieser umweltschonenden Techniken als "Advanced Technology-Partial Zero Emission Vehicle" eingestuft und erfüllt damit die strengen Emissionsauflagen Kaliforniens sowie anderer US-Bundesstaaten.

Honda setzt mit FCX-Concept auf Brennstoffzelle
Honda geht mit dem jüngst vorgestellten FCX-Concept einen erheblichen Schritt weiter und setzt nicht auf den Hybridantrieb, sondern auf die Brennstoffzelle. Das Concept-Car besitzt eine neu entwickelte, kompaktere und laut Honda sehr wirksame Brennstoffzelleneinheit sowie eine flache Karosserie mit kurzer Front. Die Fahrgastzelle ist groß und besticht durch ihr futuristisches Styling. Optisch wird das Brennstoffzellenfahrzeug auf dem vorgestellten Concept-Car FCX basieren.

Kleinere Brennstoffzelle - mehr Leistung
Um verbesserte Fahrleistungen und eine erhöhte Kraftstoffeffizienz zu realisieren, arbeitet der FCX Concept mit einer deutlich kompakteren Brennstoffzelleneinheit. Da sich diese in einem Tunnel in der Fahrzeugmitte befindet, konnten die Ingenieure eine flache Limousine entwickeln, was sie bei herkömmlichen Brennstoffzellen nicht realisierbar gewesen wäre. Die Brennstoffzelleneinheit des aktuellen FCX ist insgesamt rund 180 kg leichter als die des derzeitigen FCX und rund 40 Prozent kleiner. Damit ist sie annähernd so groß wie ein V6-Hybrid-Antrieb. Motor und Getriebe wurden gleichachsig positioniert. Verglichen mit dem bisherigen FCX ist das neue Fahrzeug somit kompakter und leistet 20 PS mehr.

Zusätzliche Energie dank Lithium-Ionenbatterie
Bei den bisher üblichen Brennstoffzelleneinheiten flossen Wasserstoff und Wasser, die bei der Elektrizitätsgewinnung erzeugt werden, horizontal. Beim neuen FCX-Concept erfolgt der Fluss in vertikaler Richtung. Die Schwerkraft ist demnach bei der Ableitung des erzeugten Wassers behilflich, verbessert den Wasserabfluss und führt zu einer deutlich leistungsstärkeren Brennstoffzelle. Als zusätzliche Energiequelle besitzt der FCX Concept eine Lithium-Ionenbatterie, die zu der höheren Leistung und der kompakteren Bauweise beiträgt.


Besseres Startverhalten auch bei Minusgraden
Zudem wurde das Startverhalten bei niedrigen Temperaturen beträchtlich verbessert. Kaltwetterstarts sind bei Temperaturen von bis zu minus 30 Grad Celsius möglich und unterbieten den bisherigen FCX damit um satte zehn Grad. Die verbesserte Wirksamkeit bei den wichtigsten Komponenten der Antriebseinheit erhöht die Reichweite im Vergleich zum aktuellen FCX um rund 30 Prozent. Die Energie-Effizienz des FCX Concept liegt bei rund 60 Prozent und übertrifft ein Fahrzeug mit Benzinmotor somit um rund das Dreifache, ein Hybrid-Fahrzeug um das Doppelte und den aktuellen FCX um immerhin zehn Prozent.

Markteinführung ist für 2008 geplant
Weitere Verbesserungen, wie beispielsweise Shift-by-Wire (Der Schaltimpuls wird hier elektrisch übertragen) und das neue Armaturenbrett mit einer leicht ablesbaren Anzeige des Wasserstoffverbrauchs, sollen die Bedienung des Fahrzeugs noch angenehmer machen. Die grundlegenden Technologien des aktuellen FCX Concept werden im neuen Brennstoffzellenfahrzeug enthalten sein, das derzeit entwickelt wird und 2008 auf den japanischen und US-amerikanischen Markt kommen soll. Honda möchte so eine neue Dimension im umweltfreundlichen Fahren einleiten, die mit benzinbetriebenen Fahrzeugen nicht realisierbar sei.
(cn)

Alternative Zukunft