Im Herbst 2005 auf der Tokyo Motor Show gezeigte Designstudie wird Wirklichkeit

Auf der Tokyo Motor Show im Herbst 2005 zeigte Honda die Studie FCX, ein Auto mit Brennstoffzellentechnologie. Nun hat die Marke bekannt gegeben, dass das Auto Realität werden soll. Bereits in drei bis vier Jahren will Honda den FCX in Japan bauen. Ob das Auto auch bei uns auf den Markt kommen wird, teilt die japanische Marke bisher nicht mit.

Umweltfreundliche Wasserstofftechnik
Brennstoffzellenfahrzeuge verwenden die Reaktion von Sauerstoff mit Wasserstoff zur Erzeugung elektrischer Energie, die dann zum Antrieb über Elektromotoren genutzt wird. In der Brennstoffzelle läuft diese Reaktion jedoch nicht als Verbrennung ab, sondern auf elektrochemischem Wege. Vorteil: Bei der kalten Reaktion entstehen anders als bei einem Wasserstoff-Verbrennungsmotor keine Stickoxide. Das heißt, in der Brennstoffzelle entsteht lediglich Wasser, aber keine Schadstoffe.

Besonders flache Bauweise
Der FCX basiert auf einer besonders flachen und effizienten Brennstoffzellenplattform, so Honda. Die Brennstoffzellen wurden bei der Studie in den Wagenboden integriert. Das ermöglicht einen niedrigen Schwerpunkt für bessere Fahreigenschaften und viel Raum für die Passagiere. Ein langer Radstand und kurze Karosserieüberhänge kommen ebenfalls den Insassen zugute. Insgesamt ergibt sich ein coupéartiges Profil mit ausgeprägten Radkästen.

Wasser fließt durch Schwerkraft ab
Die V-Flow (vertical flow) getaufte Brennstoffzellenplattform ist die flachste ihrer Art für den Einsatz in Fahrzeugen. Sauerstoff und Wasserstoff fließen innerhalb des Brennstoffzellen-Stacks vertikal von oben nach unten und die Brennstoffzellen sind möglichst kompakt senkrecht im Mitteltunnel angeordnet, um den zur Verfügung stehenden Raum effektiv zu nutzen. Trotz der niedrigen Bauhöhe ist V-Flow robust und effizient genug, um eine Leistung von 136 PS abzugeben. Der Clou des Systems liegt darin, wie es mit dem entstehenden Wasser umgeht. Hondas neues System nutzt die Schwerkraft, um das Reaktionsprodukt abzuleiten. Das verbessert die Leistungsfähigkeit bei Temperaturen unter der Null-Grad-Grenze und löst das Problem des Startens bei kaltem Wetter, so Honda.

Drei Elektromotoren für den Antrieb
Insgesamt treiben drei Elektromotoren den FCX an: Ein 109 PS starker, kompakter Motor in der Front und je ein 34 PS leistender Radnabenmotor in jedem Hinterrad. Auch diese Aufteilung macht das großzügige Platzangebot der Studie möglich. Eine Barriere bei der kommerziellen Anwendung des Brennstoffzellenantriebs war bisher, dass es keine vernünftige Möglichkeit gab, den Wasserstoff in kompakter, leichter Form bei hoher Speicherkapazität zu speichern. Honda hat nun ein neues Material für die Wasserstoffaufnahme im Tank entwickelt. So verdoppelt sich das Fassungsvermögen. Bei einem Druck von 345 bar können fünf Kilogramm Wasserstoff getankt werden, was eine Reichweite von über 550 Kilometer ermöglicht.

Heimenergiestation zur Wasserstofferzeugung
Weitere Anstrengungen für die Wasserstoffzukunft unternimmt Honda mit der Entwicklung der Heimenergiestation (HES). Die erdgasbetriebene Station liefert Wasserstoff für die Betankung von Brennstoffzellenfahrzeugen und versorgt außerdem den Haushalt mit Warmwasser und Elektrizität. Verglichen mit herkömmlichen Lösungen werden der Kohlendioxidausstoß um etwa 40 Prozent, die laufenden Kosten für Stromversorgung, Heizung und Fahrzeugbetankung um 50 Prozent gesenkt, so Honda.

Fahrer wird automatisch erkannt
Abgesehen vom Wasserstoffantrieb bietet die Designstudie FCX noch weitere technische Finessen. Nähert sich der Fahrer dem Fahrzeug, wird er von Sensoren und Kameras erkannt und die Türen entriegeln. Das Lenkrad, die Pedale und der Instrumententräger werden automatisch auf die optimale Position für den Fahrer eingestellt. Das Armaturenbrett neigt sich in der Höhe in einem Bereich von 45 Grad in Abhängigkeit zur Fahrgeschwindigkeit. Radio und Klimaanlage steuert der Fahrer per Blick: Fokussiert er ein Icon der an die Frontscheibe projizierten Menüsteuerung, wird dies erkannt und die entsprechende Funktion ausgeführt.
(sl)

Brennstoffzellen-Start