Überarbeiteter V12-Motor macht Mercedes CL zum schnellsten Coupé der Welt

Ende 2006 beeindruckte Brabus die Tuner-Zunft mit dem Rocket SV12 S auf Basis des viertürigen Coupés Mercedes CLS. Dessen modifizierter Zwölfzylinder-Motor machte das Fahrzeug zur schnellsten Limousine der Welt. Jetzt kommt das Triebwerk auch im Stuttgarter Top-Modell CL zum Einsatz – das von Brabus ,SV12 S Biturbo Coupé" getaufte Fahrzeug soll das schnellste Coupé der Welt sein.

Mehr Hubraum für den Zwölfzylinder
Herzstück des exklusiven Automobils ist das ,SV12 S"-Biturbo-Triebwerk auf Basis des aufgeladenen 5,5-Liter-Zwölfzylinder-Motors von Mercedes. Durch die Installation einer Spezialkurbelwelle mit längerem Hub und die Kombination von vergrößerten Zylinderbohrungen sowie angepassten Schmiedekolben wird der Hubraum auf 6,3 Liter erweitert. Die Feinbearbeitung beider Zylinderköpfe, die Montage von zwei Spezialnockenwellen und die Überarbeitung der Motorperipherie leisten einen zusätzlichen Beitrag zur Leistungsoptimierung. Außerdem gehören spezielle Auspuffkrümmer, zwei größere Turbolader, ein effizienterer Ladeluftkühler und eine Vierrohr-Edelstahl-Hochleistungsauspuffanlage mit staudrucksenkender Metallkatalysatoranlage zu den Umbaumaßnahmen. Eine umprogrammierte Motorsteuerung stimmt alle neuen Komponenten aufeinander ab und trägt dabei nicht nur zur maximalen Leistungsentfaltung sondern auch zur Erfüllung der aktuellen Euro-4-Abgasnorm bei.

Einer der stärksten V12-Motoren der Welt
Die aufwendigen Modifikationen spiegeln sich in den geänderten Leistungsdaten wieder: Anstelle der 517 Serien-Pferdestärken arbeiten nun 730 PS unter der Haube. Diese stehen dem Fahrer bei 5.100 Umdrehungen in der Minute zur Verfügung. Noch beeindruckender: Das maximale Drehmoment wuchs von 830 auf 1.320 Newtonmeter bei 2.100 Touren. In der Praxis wird die maximale Kraft jedoch elektronisch auf 1.100 Newtonmeter begrenzt. Trotzdem ist der modifizierte Motor laut Brabus das leistungsstärkste für den Straßenverkehr zugelassene V12-Triebwerk der Welt. Die Kraftübertragung auf die Hinterräder erfolgt über ein modifiziertes Fünfgang-Automatikgetriebe, wahlweise mit einem Sperrdifferenzial zur Optimierung der Traktion.

Bei 340 km/h abgeregelt
Den Spurt von null auf Tempo 100 absolviert das Coupé in 4,0 Sekunden, nach weiteren 7,9 Sekunden ist Tempo 200 erreicht. Bei 340 km/h wird dem Vortrieb ein elektronischer Riegel vorgeschoben. Damit ist das SV12 S Biturbo Coupé laut Brabus der schnellste straßenzugelassene Vertreter seiner Gattung. Zum Vergleich: Der CL 600 spurtet in 4,6 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h und wird bereits bei Tempo 250 elektronisch abgeregelt.

Ausgefeiltes Aerodynamik-Kit mit LED-Leuchten
Da die gesteigerten Fahrleistungen des Coupés hohe Ansprüche an die Aerodynamikteile stellen, bietet Brabus einen entsprechend angepassten Bodykit an. Eine neue Frontschürze soll den Auftrieb an der Vorderachse reduzieren und mit einem großen Lufteinlass die Kühlung des Motors und der vorderen Bremsen verbessern. Die entsprechende Heckschürze ist mit Ausschnitten für die Vierrohr-Sportauspuffanlage versehen. Ein Heckspoiler komplettiert das ausgefeilte Aerodynamikkonzept der Bottroper, indem es den Abtrieb an der Hinterachse erhöht. Als besonderer Hingucker besitzen die neuen Seitenschweller und die Heckschürze integrierte LED-Leuchten. Bei Betätigung der Fernbedienung oder Ziehen eines Tür- oder Kofferraumgriffs werden an den Seiten jeweils fünf und am Heck drei Dioden aktiviert, die den Boden seitlich und hinter dem Fahrzeug ausleuchten.

Bis zu 21 Zoll große Felgen
Verschiedene 18-, 19- oder 20-Zoll-Felgen sollen dem Coupé einen besonders eindrucksvollen Auftritt verleihen. Als größte Rad-Reifen-Kombination stehen 21-Zoll-Felgen mit 265er-Reifen vorne und 295er-Pneus hinten in den Designs "Monoblock VI" und "Monoblock E" zur Auswahl.

Tieferlegung und Hochleistungsbremse
Der CL verfügt serienmäßig über das ,Aktive Body Control"-Fahrwerk von Mercedes. Dabei handelt es sich um ein elektrohydraulisches Federungssystem, das die Karosserie in allen Fahrsituationen auf dem gleichem Niveau hält. Mithilfe eines speziellen Moduls wird der Zweitürer um rund 25 Millimeter tiefergelegt. Die aktiven Fahrwerkseigenschaften sollen dennoch erhalten bleiben. Um eine angemessene Verzögerung zu garantieren, montiert der Tuner außerdem eine Hochleistungsbremsanlage. An der Vorderachse kommen innen belüftete Keramik-Bremsscheiben mit einem Durchmesser von 375 Millimetern und Zwölfkolben-Aluminium-Festsättel zum Einsatz. Hinten verrichten innen belüftete 355er-Stahlscheiben und Sechskolben-Alu-Festsättel ihren Dienst.

Mastik-Leder und Alcantara innen
Das Interieur wartet auf Wunsch mit einem ergonomisch geformten Sportlenkrad und Einstiegsleisten mit beleuchtetem Brabus-Logo auf. Daneben ist eine exklusive Individualausstattung mit Mastik-Leder und Alcantara erhältlich.

SV12 S Biturbo Coupé ab 178.980 Euro
Das Brabus SV12 S Biturbo Coupé ist als Komplettfahrzeug für 178.980 Euro erhältlich. Es kann jedoch auch auf Basis jedes aktuellen CL 600 – Listenpreis ab 153.510 Euro – aufgebaut werden. Im Vergleich zum 348.000 Euro teuren CLS Rocket ist es damit fast schon ein Schnäppchen.

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