Weiterentwickelte Spritspartechnik kommt als Erstes im Mazda 2 zum Einsatz

Mazda macht beim Mazda 2 Ernst: Das in Japan als ,Demio" verkaufte Fahrzeug rollt mit einem auf Sparsamkeit getrimmten Motor an den Start. Ab Juli 2007 arbeitet in dem Kompaktwagen ein 1,3-Liter-Motor mit Atkinson-Ventilsteuerung. Mazda selbst bezeichnet dieses Prinzip der Einfachheit halber als Miller-Zyklus.

Alte Idee neu umgesetzt
Beim im Jahre 1882 von James Atkinson entwickelten Atkinson-Prozess bleibt das Einlassventil während der Verdichtungsphase noch eine Weile geöffnet, wodurch der nach oben strebende Kolben einen Teil des angesaugten Benzin-Luft-Gemischs wieder durch das Einlassventil ausstößt. Dies hat eine unvollständige Brennraumbefüllung und somit eine niedrigere Kompressionsrate zur Folge. Daraus folgt wiederum eine geringere Abgastemperatur, welche einen verminderten Stickstoffausstoß nach sich zieht. Des Weiteren wird die Klopfneigung etwas herabgesenkt. Die Technik wurde von Mazda ständig weiterentwickelt. Im von 1996 bis 2001 gebauten Xedos 9 kam der Mazda-Atkinson-Motor dann erstmals serienmäßig zum Einsatz, wobei das Triebwerk damals noch mit Kompressorunterstützung lief. Aktuell arbeitet die Ventilsteuerung des Toyota Prius nach dem Atkinson-Prinzip.

Miller ist was anderes
Im Jahre 1947 ließ sich der Amerikaner Ralph Miller eine von ihm entwickelte Ventilsteuerungstechnik patentieren. Dabei wird das Einlassventil schon während des Ansaugtaktes geschlossen, was ebenfalls eine unvollständige Brennraumfüllung zur Folge hat. Die Ventilsteuerungen nach Miller und Atkinson unterscheiden sich also grundlegend: Bei Atkinson bleibt das Ventil während der Verdichtungsphase etwas länger geöffnet, bei Miller schließt es sich schon vor Beendigung des Ansaugvorgangs. Obwohl die Konsequenz bei beiden Systemen die gleiche ist, nämlich eine unvollständige Brennraumfüllung, sehen Experten leichte energetische Vorteile beim Miller-Zyklus. Mazdas neuer 1,3-Liter-Motor wurde mit einer Atkinson-Steuerung versehen, welche vom Hersteller einfach als Miller-Steuerung bezeichnet wird. Technisch korrekt ist das nicht.

Miller/Atkinson ist nicht allein
Die Kraft des Sparmotors wird über ein betriebspunktoptimiertes stufenloses Automatikgetriebe (CVT - Continuously Variable Transmission) verarbeitet. Der Sparmotor und das CVT sorgen dafür, dass der im Vergleich zum Vorgänger 100 Kilogramm leichtere Mazda 2 gerade mal 4,4 Liter Super pro 100 Kilometer verbraucht. Das wären 20 Prozent weniger als beim gleich großen Vorgängermotor ohne Atkinson-Takt. Ein Drittel der Ersparnis soll allein durch den Atkinson-Zyklus erreicht werden. Weitere Effizienzmaßnahmen: variable Steuerzeiten der Einlassventile (SVT – Sequential Valve Timing), modifizierte Kolben und eine aerodynamisch überarbeitete Karosserie. Als Folge davon schafft der Mazda 2 mit Miller-Motor bereits jetzt die harte kalifornische Abgasnorm SU-LEV (Super Ultra-Low Emission Vehicle). Für Japan ist das schön, ein Verkauf der sauberen Motorisierung in Europa ist laut Mazda nicht vorgesehen.

Alles Miller, oder was?