Ab Ende Juni 2006 für knapp 134.000 Euro zu haben

Porsche bringt den neuen 911 Turbo. Die sechste Generation des Spitzenmodells der Elfer-Baureihe feiert auf dem Genfer Automobilsalon vom 2. bis zum 12. März 2006 Weltpremiere.

60 PS und 60 Newtonmeter mehr
Der 911 Turbo auf Grundlage des Typs 997 leistet jetzt 480 PS bei 6.000 U/min, 60 PS mehr als sein Vorgänger auf der Basis des Typs 996. Die spezifische Leistung des 3,6-Liter-Boxermotors klettert damit auf die neue Höchstmarke von 133 PS pro Liter Hubraum. Das Nenndrehmoment ist von 560 auf 620 Newtonmeter gestiegen. Gleichzeitig wurde das Drehzahlband, bei dem diese Kraft zur Verfügung steht, erweitert. Während das maximale Drehmoment beim Vorgängermodell zwischen 2.700 und 4.600 Touren anstand, lässt es sich nun im Bereich zwischen 1.950 und 5.000 U/min abrufen.

In 12,8 Sekunden auf Tempo 200
Diese Verbesserungen lassen sich auch an den Fahrleistungen ablesen: Für den Standardsprint von null auf 100 km/h benötigt der Turbo mit Sechsgang-Schaltgetriebe 3,9 Sekunden und ist damit 0,3 Sekunden schneller als der alte. In 12,8 Sekunden erreicht das Coupé die Marke von 200 km/h. 3,8 Sekunden vergehen, bis der stärkste Serien-Elfer aller Zeiten im fünften Gang von Tempo 80 auf 120 km/h beschleunigt hat. Trotz der Mehrleistung konnten die Entwickler den durchschnittlichen Kraftstoffverbrauch um ein Zehntel auf 12,8 Liter pro 100 Kilometer senken.

Mit Tiptronic S noch schneller
Noch beeindruckender sind die Werte des 911 Turbo mit dem optional verfügbaren Automatikgetriebe Tiptronic S. Dank einer optimierten Abstimmung spurtet das Fahrzeug in 3,7 Sekunden von Null auf Hundert und erreicht bereits nach 12,2 Sekunden Tempo 200. Auch bei der Elastizität hat der Turbo mit Automatikgetriebe die Nase vorn: Im vorletzten Gang beschleunigt er in 3,5 Sekunden von 80 auf 120 km/h. Der Kraftstoffverbrauch sinkt bei der Tiptronic S-Variante im Vergleich zum Vorgänger um 0,3 Liter und beträgt laut Hersteller 13,6 Liter. Die Höchstgeschwindigkeit für beide Getriebevarianten liegt bei 310 km/h.

Overboost auf Knopfdruck
Mit der erstmals angebotenen Sonderausstattung ,Sport Chrono Paket Turbo" lässt sich die Elastizität noch verbessern: Betätigt der Fahrer die Sporttaste neben dem Schalthebel, wird bei voller Beschleunigung ein kurzzeitiger Overboost aktiviert. Dabei wird der Ladedruck im mittleren Drehzahlbereich bis zu zehn Sekunden lang um 0,2 bar angehoben, und das Drehmoment steigt um 60 auf 680 Newtonmeter. Die Zeit für die Zwischenbeschleunigung von 80 auf 120 km/h verkürzt sich damit beim handgeschalteten 911 Turbo um 0,3 auf 3,5 Sekunden.

Lader mit variabler Turbinengeometrie
Verantwortlich für diese Fahrleistungen sind die erstmals beim Ottomotor eingesetzten Abgasturbolader mit variabler Turbinengeometrie. Kernelemente dieser Technologie sind verstellbare Leitschaufeln, die den Abgasstrom des Motors variabel und gezielt auf das Turbinenrad des Abgasturboladers leiten. Das Prinzip der variablen Turbinengeometrie verbindet die Vorteile von kleinen und großen Abgasturboladern und führt insbesondere bei niedrigen Drehzahlen zu einer spürbaren Verbesserung der Elastizität und Beschleunigung.

Neues Allradsystem mit Lamellenkupplung
Um die vorhandene Kraft optimal auf die Straße zu übertragen, verfügt die neue Generation des Turbo über einen neu entwickelten Allradantrieb mit elektronisch gesteuerter Lamellenkupplung. Das Porsche Traction Management (PTM) sorgt für eine variable Kraftverteilung auf beide Antriebsachsen. Abhängig vom Fahrzustand ermittelt die Allradelektronik kontinuierlich die jeweils optimale Momentverteilung und garantiert so den bestmöglichen Antrieb, verspricht Porsche.

Noch größere Bremsscheiben
Den hohen Fahrleistungen steht ein adäquates Bremssystem gegenüber. Zum Einsatz kommen Monobloc-Festsattelbremsen mit sechs Kolben an der Vorderachse und vier Kolben an der Hinterachse. Der Durchmesser der innen belüfteten und gelochten Bremsscheiben wurde im Vergleich zum Vorgänger an der Vorder- und Hinterachse um 20 auf 350 Millimeter vergrößert. Als Option bietet Porsche darüber hinaus die Keramikbremsanlage PCCB (Porsche Ceramic Composite Brake) an. Vorteile des Hightech-Materials sind ein um 17 Kilogramm geringeres Gewicht, sehr hohe Fadingstabilität aufgrund konstanter Reibwerte und Korrosionssicherheit. Bei der weiterentwickelten Keramikbremse beträgt der Durchmesser nun 380 Millimeter an der Vorderachse und 350 Millimeter an der Hinterachse.

Neue Leuchten, neue Schürze
Wie nicht anders zu erwarten, hat der Turbo nun die Scheinwerferform des 997. Darunter zeigt sich eine Schürze mit großen Lufteinlässen. Waren diese beim alten Turbo eher rundlich geformt, erscheinen sie nun etwas eckiger. Neu sind die weit außen und tief stehenden Nebelscheinwerfer sowie die LED-Blinkleuchten, die in den seitlichen Lufteinlässen positioniert sind. Das Heck wurde gegenüber dem Vorgängermodell um 22 Millimeter verbreitert. Besonders auffällig ist, dass die beiden Auspuffrohre nun in die Schürze eingepasst sind. Der Heckflügel ist wieder ein Spaltflügel: Der obere Teil spreizt sich bei Bedarf etwas nach oben ab, um mehr Anpressdruck zu erzeugen. Der Flügel neigt sich an den Flanken nun leicht nach unten und schmiegt sich so an die Form der Kotflügel an. Die seitlichen Lufteinlässe hinter den Türen sind nun zweiteilig; sie sollen zusammen mit neuen Luftkanälen eine effizientere Luftzufuhr zu den Ladeluftkühlern gewährleisten.

Für 133.603 Euro
Der 911 Turbo kostet 133.603 Euro, also etwa 4.900 Euro mehr als der Vorgänger. Er wird ab dem 24. Juni 2006 bei den Händlern stehen. Neben dem 911 Turbo präsentiert Porsche auf dem Genfer Automobilsalon als besondere Überraschung eine weitere Weltneuheit: den neuen 911 GT3.
(sl)

Bildergalerie: Neuer Porsche 911 Turbo