Drei Tuner bauen den schnellsten straßenzugelassenen Sportwagen der Welt

Unter dem Projektnamen ,Mission 400 Plus" präsentiert H&R auf der Essen Motor Show 2006 eine spektakuläre Weltpremiere. Die Firmen Jürgen Alzen Motorsport, RS Tuning und H&R entwickeln auf Basis des Porsche 911 einen Sportwagen, der sich im nächsten Jahr mit mehr als 400 km/h Höchstgeschwindigkeit das "Blaue Band" des schnellsten straßenzugelassenen Sportwagens der Welt holen soll.

Von der Idee zum Prototypen
Aus der im August 2006 beim Sechs-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring entstandenen Idee wurde das Mission-400-Plus-Konzept, dessen Prototyp jetzt in Essen seine Weltpremiere feierte. Die Konzeption und der Aufbau des Fahrzeugs obliegen den Technikern von Jürgen Alzen Motorsport in Betzdorf. Das Triebwerk auf Basis des aktuellen Porsche 911 Turbo der 997er-Baureihe steuert RS Tuning bei. H&R bringt sein Wissen im Bereich Fahrwerkskonstruktion und -abstimmung ein.

Tieferes Dach für bessere Aerodynamik
Aerodynamik spielt bei einem Auto, das die 400-km/h-Schallmauer durchbrechen soll, eine elementare Rolle. Die Minimierung der Stirnfläche ist dabei von besonderer Bedeutung. Deshalb entschied man sich für das Tiefersetzen des Daches um ganze 75 Millimeter. Die A-Säulen wurde um 5,5 Grad stärker nach hinten geneigt, die B- und C-Säulen wurden entsprechend angepasst. Spezielle Polycarbonat-Scheiben rundum komplettieren den Dachumbau. Türen und Hauben aus Karbon sowie ein spartanisches Cockpit mit Recaro-Rennsitzen und Überrollkäfig sorgen für Rennstrecken-Tauglichkeit.

Weniger Verwirbelung durch verkleidete Räder
Zum Aerodynamikkonzept gehören zahlreiche im Windkanal erprobte Modifikationen. Die lang gezogene Heckpartie bekam eine ausgeprägte Abrisskante. Außerdem wurde am Dach auf die Regenrinnen verzichtet. Stromlinienförmige Verkleidungen für die 18-Zoll-Leichtmetallräder sollen bei der Rekordfahrt die Verwirbelungen an den Seiten des Fahrzeugs reduzieren.


Überarbeiteter Motor mit mehr Hubraum
Das Triebwerk wird von RS Tuning in Kirchhaslach gebaut. Der Sechszylinder-Boxer wird von 3,6 auf 3,8 Liter Hubraum vergrößert und komplett überarbeitet. Neben einer Ansaugspinne mit vergrößerten und geglätteten Kanälen sollen vor allem eine leistungsfähigere Turboanlage und ein Hochleistungsabgassystem für ein Leistungsplus sorgen. Die Serienlader mit variabler Turbinengeometrie werden durch größere Turbos in konventioneller Bauweise ersetzt. Leistungsfähigere Ladeluftkühler sorgen durch eine tiefere Ladelufttemperatur für maximale Leistung. Abgerundet wird das Tuning-Programm durch eine Edelstahl-Sportauspuffanlage mit Metallkatalysatoren.

1.054 PS dank 1,5 bar Ladedruck
Auf dem stationären Motorenprüfstand von RS Tuning wurden die einzelnen Komponenten aufeinander abgestimmt. Mit 1,5 bar Ladedruck werden satte 1.054 PS und ein maximales Drehmoment von 1.030 Newtonmetern produziert. Die gesteigerte Kraft wird mithilfe einer Hochleistungskupplung und eines modifizierten Sechsgang-Schaltgetriebes mit längerer Übersetzung auf die Hinterräder übertragen.

Spezielle Fahrwerksvariante für Nardo
H&R entwickelte für die Hochgeschwindigkeits- Rennstrecke in Nardo spezielle Dämpfer und Federn. Durch die Installation dieses vielfach verstellbaren Fahrwerks wird eine noch höhere Festigkeit und ein direkteres Ansprechverhalten erzielt. Außerdem kann das Rekordauto exakter auf die Bahn in Nardo abgestimmt werden.

Rekordfahrt im ersten Halbjahr 2007
Der Mission 400 Plus wird im ersten Halbjahr 2007 in Nardo auf Rekordjagd gehen. Mit-Erbauer und Rennfahrer Jürgen Alzen wird das Coupé auf dem Weg zu einer neuen Rekordzeit pilotieren.
(cn)

Bildergalerie: Die H&R-Mission