Mit dem bekannten V8 spurten die Neuen in 4,9 Sekunden auf Tempo 100

Audi bietet den RS 4 nach der Ende 2005 gestarteten Limousine ab Sommer 2006 auch als Avant und Cabrio an. Wie die Limousine werden auch die neuen Karosserieversionen von einem 420 PS starken V8-Motor angetrieben. Der Benzindirekteinspritzer lässt sich bis auf 8.250 U/min drehen. Das maximale Drehmoment von 430 Newtonmetern erreicht der Motor zwar erst bei 5.500 Umdrehungen, doch stehen davon zwischen 2.250 und 7.600 Touren immer mindestens 90 Prozent zur Verfügung. Avant und Cabrio beschleunigen in 4,9 Sekunden auf Tempo 100 – damit sind sie nur 0,1 Sekunden langsamer als die Limousine. Um 200 km/h zu erreichen, braucht der Kombi 16,9 Sekunden, das Cabrio aber 17,5 Sekunden. Hier ist die Limousine mit 16,6 Sekunden schneller. Bei 250 km/h wird bei allen drei Varianten elektronisch abgeregelt.

Quattro-Antrieb und tieferes Fahrwerk
Die Kraft des Motors setzt der permanente Allradantrieb Quattro in Vortrieb um. Dabei gibt das selbstsperrende Mittendifferenzial 60 Prozent der Kraft an die Hinterachse, den Rest leitet es nach vorne. Im Vergleich zum A4 liegt der RS 4 drei Zentimeter tiefer, die Spur ist breiter und Federn und Dämpfer sind sportlicher abgestimmt. Dazu kommt das DRC-Fahrwerk (Dynamic Ride Control) zum Einsatz, das die Wank- und Nickbewegungen entlang der Quer- und Hinterachse reduzieren soll. Alle RS-4-Modelle rollen auf 18-Zoll-Alurädern im Fünf-Speichen-Design. Optional können auch 19-Zoll-Räder im Sieben-Doppelspeichen-Design geordert werden.

Große Bremsen, zweistufiges ESP
Die Bremsen haben schwimmend gelagerte, gelochte und innen belüftete Scheiben, die vorne 365 Millimeter, hinten 324 Millimeter messen. Die neueste ESP-Generation wurde für den RS 4 anders abgestimmt. Die Eingriffe erfolgen später und sind kürzer. Außerdem kann man das Anti-Schleudersystem in zwei Stufen abschalten: In der ersten Stufe wird nur die Antriebsschlupfregelung deaktiviert, in der zweiten Stufe das komplette ESP. Auch die Servolenkung sowie das Sechsgang-Getriebe wurden angepasst.

Rautengrill und zusätzliche Lufteinlässe
Alle RS-4-Versionen besitzen einen Singleframe-Grill mit Gittergrill in Rautenoptik, zusätzliche Lufteinlässe in der Frontpartie sowie eigens entwickelte Aluräder. Außerdem sind die Radhäuser weiter ausgestellt, die Schweller breiter. Dazu kommen RS-4-Schriftzüge vorne und hinten sowie auf der seitlichen Schutzleiste. Die Heckschürze mit zwei großen, ovalen Endrohren setzt weitere optische Akzente.

Avant mit Dachkantenspoiler
Die erste RS-4-Generation gab es ausschließlich als Avant, und obwohl sie nur gut anderthalb Jahre gebaut wurde, fanden über 6.000 Stück davon einen Käufer. Das war Ansporn, um diese Karosserievariante wieder ins Angebot aufzunehmen. Zu den Besonderheiten gehört ein Dachkantenspoiler. Im Laderaum gibt es außerdem einen variablen Ladeboden, der sich ganz oder teilweise öffnen oder auch entnehmen lässt. Wie in der Limousine nehmen die vorderen Passagiere auf Sportschalensitzen Platz. Die Weite von Sitzfläche und Sitzlehne lässt sich dabei elektrisch einstellen. Verstärken lässt sich der Seitenhalt noch durch Betätigen der Sporttaste.

Cabrio mit komfortableren Sitzen
Anders als bei Limousine und Kombi besitzt das Cabrio lederbezogene Sportsitze, die etwas komfortabler sind. Optional sind aber auch hier die RS-Schalensitze der anderen Karosserieversionen erhältlich. Die wichtigsten Informationseinheiten sind im Cabrio unter einer kuppelförmigen Abdeckung zusammengefasst. Das Verdeck lässt sich elektrohydraulisch in 21 Sekunden öffnen. Die Betätigung ist bis zu einer Geschwindigkeit von 30 km/h möglich. Die Glasheckscheibe ist beheizbar. Das RS 4 Cabrio besitzt serienmäßig ein spezielles Verdeck, das den Geräuschkomfort verbessern soll. Auch neue Stoffe mit höherer Materialdichte sowie eine zusätzliche Polstermatte im C-Säulenbereich sollen bei geschlossenem Verdeck für eine limousinenähnliche Akustik sorgen.

Klimaautomatik und Einparkhilfe serienmäßig
Die Serienausstattung des RS 4 umfasst neben Zentralverriegelung und elektrischen Fensterhebern auch eine Klimaautomatik, die Radioanlage Concert, eine elektronische Einparkhilfe für vorne und hinten sowie Xenon-Scheinwerfer. Im Innenraum wird viel Karbon und Aluminium eingesetzt. Dem Motor startet man per Knopfdruck. Das nach unten abgeflachte Multifunktionslenkrad wird – genauso wie die Sitzbezüge und die Einstiegsleisten – von einem RS-Symbol geziert. Nach Druck auf die Sporttaste im Lenkrad wird die Gasannahme spontaner und der Sound der Abgasanlage sportlicher. Außerdem wird bei den Schalensitzen der Seitenhalt erhöht, indem die seitlichen Sitzwangen zusätzlich aufgeblasen werden. Die Preise für Cabrio und Avant hat Audi bisher nicht bekannt gegeben. Die Limousine kostet 69.900 Euro.
(sl)

Bildergalerie: Audi RS 4: Kombi + Cabrio