Schweizer Tüftler und Bayer entwickeln ungewöhnliches Concept Car

Bereits seit Jahren ist der Name Rinspeed ein Begriff, wenn es um Fahrzeug-Studien der etwas anderen Art geht. In Erinnerung ist noch der Splash von 2004 – ein Schwimm-Fahr-Zeug nach der Art des Fliwatüüt. Auf dem Genfer Salon ist vom 2. bis zum 12. März die neueste ungewöhnliche Idee von Rinspeed-Chef Frank M. Rinderknecht zu sehen: das Concept Car Zazen. Der Namen leitete sich von der buddhistischen Lehre Zen ab.

Holografische Leuchtfläche
Das Fahrzeug entstand in Zusammenarbeit mit Bayer MaterialScience. Es soll eine technische Revolution im Automobilbau zeigen: Die transparente Heckscheibe wird zur holografischen Leuchtfläche. Wie aus dem Nichts erstrahlt aus dem scheinbar schwebenden, transparenten Hardtop das dritte Bremslicht. Derzeit wird daran gearbeitet, das Dach per Knopfdruck auf elektronischem Wege zu verdunkeln.

Doppelt leichtes Hardtop
Die gesamte Dachkuppel bis hinab zur Gürtellinie ist aus dem transparenten Bayer-Polycarbonat Makrolon gefertigt. Für die optimale Verbindung zur Karosserie sorgte eine glasklare, elastische Dichtung. Das augenfällige Hardtop hat eine Leichtigkeit gleich in doppelten Sinn: Zum einen scheint es über der eher bulligen Karosserie zu schweben. Zum anderen spart es gegenüber Glas viel Gewicht – falls es daraus überhaupt zu fertigen wäre.

Lack mit Swarovski-Kristallen
Auch die Farbe des Zazen erscheint leicht: Ein mineralisch-weißer Farbton auf Basis der Bayer-Lackrohstoffe Desmodur und Desmophen. Millionen kleiner Swarovski-Kristalle, die von einem selbst heilenden Polyurethan-Klarlack geschützt werden, verleihen der Farbe ihren Glitzereffekt.

Durchsichtige Sitzschalen
Auch innen gibt es jede Menge Innovationen: Die mit Technogel-Polstern ausgestatteten durchsichtigen Kunststoff-Sitzschalen aus Makrolon entstanden in Zusammenarbeit mit der Firma Recaro. Freundlich-helles Mango-Orange bestimmt die Leder-Stoff-Kombination des Interieurs. Für ein behagliches Gefühl sollen Holzapplikationen sorgen.

Spezielles KW-Fahrwerk
Die Karosserie, deren Formen auf Obomodulan-Modellschaum hergestellt wurden, sitzt auf einem speziell von KW entwickelten, vierfach verstellbaren Fahrwerk. Den 1.495 Kilogramm schweren Zazen beschleunigt der 355 PS starke Sechszylinder-Boxermotor des Porsche 997 Carrera S auf 293 km/h Höchstgeschwindigkeit. Bis Tempo 100 vergehen dabei genau 4,8 Sekunden. Sollte die Studie als Kleinserie gebaut werden, könnte auch ein Erdgasantrieb angeboten werden.

20-Zoll-Felgen
Bei 6.600 Touren steht ein maximales Drehmoment von 400 Newtonmetern bereit, das über ein handgeschaltetes Sechsgang-Getriebe an die Hinterachse weitergereicht wird. Für Traktion sorgen 245er-Reifen vorn und 305er-Pneus hinten. Sie sind auf leichte 20-Zoll-Felgen im Fünfspeichen-Design gezogen.
(hd)

Rinspeed Zazen