ADAC: Nur vier Reifen des Testfelds ,besonders empfehlenswert"

Bei der Erstausrüstung von Autos mit Reifen sparen manche Hersteller an der Sicherheit. Andere Aspekte – wie zum Beispiel ein geringer Verschleiß – stünden häufig im Vordergrund. Dieser Verdacht des Automobilclubs ADAC wird durch den Sommerreifentest 2006 bestätigt. Neben 33 Testkandidaten aus dem Reifenhandel wurden beispielhaft zwei Reifen aus dem Mercedes-Zubehör für die beliebte C-Klasse mitgetestet. Diese schnitten in ihrem Nässe-Verhalten so schlecht ab, dass sie nur mit ,bedingt empfehlenswert" beziehungsweise ,nicht empfehlenswert" bewertet werden konnten. Beide Reifen erhielten in den aktuellen Versionen, die im normalen Reifenhandel gekauft wurden, deutlich bessere Noten. Der Bridgestone Potenza RE050A wurde in seiner Gruppe sogar Testsieger. Nach Einschätzung des Münchener Automobilclubs legt man bei Mercedes offensichtlich mehr Wert auf Komfort und Wirtschaftlichkeit als auf den sicheren Grip bei Nässe.

35 Sommerreifen im Test
Insgesamt hat der ADAC 35 Sommerreifen in zwei verschiedenen Größen untersucht. Das Ergebnis erscheint auf den ersten Blick durchaus erfreulich, betrachtet man das starke Mittelfeld mit jeweils zehn ,empfehlenswerten" Reifen. Spitzenleistungen sind allerdings dünn gesät: Nur zwei Reifen in jeder Größenklasse wurden als ,besonders empfehlenswert" eingestuft.

Top: Bridgestone und Pirelli
Bridgestone und Pirelli heißen die beiden Siegermarken. Bei der kleineren Reifendimension, wie sie etwa beim VW Polo oder Ford Fiesta eingesetzt wird, lauten die Modellbezeichnungen der Erstplatzierten Turanza ER300 und P6. Beide Reifen sind sehr ausgewogen und leisten sich im Gegensatz zum Rest des Feldes keinerlei Schwächen. Auch bei der größeren Dimension 225/45 R 17 W/Y, zum Beispiel für den 3er BMW oder den VW Golf, konnten sich die beiden Marken an die Spitze schieben: Bridgestone Potenza RE050A und Pirelli Pzero Nero heißen hier die Gewinner, wenn sie auch einen etwas hohen Rollwiderstand aufweisen.

Schwächen werden sichtbar
Der Test des Münchener Automobilclubs macht auch Schwachstellen im Reifenangebot sichtbar: Der BF Goodrich Profiler 2 in der Dimension 185/60 R 14 H ist auf der Gratwanderung zwischen Nässeverhalten und Haltbarkeit klar abgestürzt, so die Tester. Trotz bester Verschleißnote führten die schlechten Nässe-Werte zu einem ,nicht empfehlenswert". Sieben weitere Reifen mussten sich wegen Schwächen in einzelnen Testbereichen mit einem ,bedingt empfehlenswert" zufrieden geben.

Preisvergleiche lohnen sich
Preislich liegen die kleineren Reifen im Bereich von 39 und 76 Euro ohne Wuchten und Montage. Die größeren Reifen kosten 99 bis 210 Euro pro Stück. Gründliche Preisvergleiche im Reifenhandel lohnen sich also auf jeden Fall.
(ph)