Hochdrehzahl-Motor und Macho-Optik sorgen für ein Übermaß an Dynamik

Porsche präsentierte neben dem Turbo auf dem Genfer Auto-Salon (2. bis 12. März 2006) noch eine weitere Elfer-Neuheit: Als zweite Schwaben-Sensation war auf der großen Messe auch der neue GT3 zu bewundern. Zu haben ist die dynamische Saugmotor-Variante ab Mai 2006 zum Preis von 108.083 Euro.

Saugmotor mit 415 PS
Das Kürzel GT3 steht bei Porsche traditionell für ein besonders hohes Maß an Dynamik. Auch die jüngste Generation will mit neuen Leistungswerten an diesen Brauch anknüpfen und wieder Maßstäbe setzen. So wurde der bekannte 3,6-Liter-Boxermotor durch eine Reihe technischer Maßnahmen auf stolze 415 PS hochgepowert. Seine spezifische Leistung liegt damit bei 115,3 PS pro Liter Hubraum – rekordverdächtig für einen Saugmotor. Zum Vergleich: Die Einstiegsversion des aktuellen 911 leistet 325 PS, der neue 911 Turbo bringt es auf 480 PS.

Mächtig aufgedreht
Seine Leistungsspitze erreicht der Sechszylinder-Boxer im GT3 erst bei 7.600 Umdrehungen. Neben der besonderen Drehzahlfestigkeit trägt außerdem ein optimierter Luftdurchsatz zur Leistungssteigerung bei. Die variable Ansauganlage mit einer von 76 auf 82 Millimeter vergrößerten Drosselklappe, die optimierten Zylinderköpfe und eine Abgasanlage mit geringerem Gegendruck machen dies möglich.



Leichtbau fördert Hochdrehzahl-Konzept
Die erhöhte Drehzahl erreichen die Porsche-Ingenieure, indem sie die Masse der bewegten Teile reduzierten. Im Wesentlichen sind das die Kolben, die Pleuel und die Kurbelwelle. Beim bisherigen GT3 lag der Spitzenwert bei 8.200 Umdrehungen pro Minute, beim neuen GT3 wurde dieser Wert auf 8.400 Umdrehungen pro Minute gesteigert.

In 4,3 Sekunden auf Tempo 100
Auch das Sechsgang-Schaltgetriebe des GT3 wurde modifiziert. Neben besonders kurzen Schaltwegen wurde es mit verkürzten Übersetzungen der Gänge zwei bis sechs an das Leistungspotenzial des Motors angepasst. Das Resultat dieser Modifikationen ist wirklich beeindruckend: Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h absolviert der GT3 in 4,3 Sekunden, Tempo 160 km/h erreicht er aus dem Stand nach 8,7 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 310 km/h. Neu für den GT3 ist schließlich noch eine Hochschaltanzeige, die im Drehzahlmesser kurz vor Erreichen der entsprechenden Drehzahlen aufleuchtet. Sie gibt ein zusätzliches Signal für die optimalen Schaltpunkte.

Variables Fahrwerk
Erstmals verfügt der GT3 außerdem über ein aktives Fahrwerk. Das Porsche Active Suspension Management (PASM) bietet zwei sportliche Fahrwerke in einem: Die Grundabstimmung entspricht weitgehend der des Vorgängermodells und eignet sich für Strecken mit wechselnden Fahrbahnverhältnissen. Im Sport-Modus schaltet das System auf eine härtere Dämpfung um, die auf der Rundstrecke eine noch höhere Dynamik ermöglicht.


Traktion unter Kontrolle
Um die Motorkraft optimal in Vortrieb umzusetzen, ist der GT3 mit einem Traktionspaket ausgestattet, zu dem neben den serienmäßigen 19 Zoll großen Sportreifen auch ein mechanisches Sperrdifferenzial zählt. Zusätzlich sorgt die neue – vom Hochleistungssportwagen Carrera GT adaptierte – elektronisch geregelte Traction Control für sichere Traktion. Sie verfügt darüber hinaus über eine Schlupf- und Schleppmomentregelung und kann bei Bedarf komplett abgeschaltet werden. Um diese Kraft auf die Strasse zu übertragen, wurden in enger Kooperation mit den Lieferanten die sogenannten Ultra High Performance-Reifen entwickelt. Der eigens auf den neuen Sportwagen abgestimmte Reifentyp verfügt über eine spezielle Gummi-Mischung und eine besonders aufgebaute Karkasse. Dadurch soll er insbesondere auf trockener Fahrbahn hohe querdynamische Reserven besitzen.

Verbesserte Kurvenagilität
Vor allem auf kurvenreichen Strecken steigert die variable Lenkübersetzung aus der aktuellen 911 Carrera-Generation die Agilität. Gleichzeitig soll sich bei sehr hohen Geschwindigkeiten die Fahrstabilität verbessern. Bei kleinen Lenkradeinschlägen reagiert der GT3 ähnlich wie sein Vorgänger, erst bei Lenkeinschlägen über 30 Grad spürt man die zunehmend direkter werdende Lenkübersetzung. Laut Porsche soll der Fahrer insbesondere in engen Kurven einen deutlichen Zugewinn an Sportlichkeit spüren.


Das Spoiler-Monster
Neben dem GT3-Schriftzug am Heck unterscheidet sich der Saug-Bolide von seinen Elfer-Brüdern durch ein spezifisches Aerodynamik-Design. So hebt sich der Supersportler unter anderem durch eine eigenständige Frontschürze, einen großen, feststehenden Heckspoiler und eine neue Heckschürze mit mittig integriertem Doppelrohr-Auspuff ab. Die beiden Spoiler sorgen für den nötigen Abtrieb und die sportliche Karosserieform in Kombination mit dem verkleideten Unterboden bescheren dem Zuffenhausener einen cw-Wert von 0,29.

Safety First durch sechs Airbags
Der neue GT3 ist serienmäßig mit sechs Airbags und einer energieaufnehmenden Türtafel einschließlich Türverstärkungen ausgestattet. Das Airbag-System besteht aus zweistufigen Fullsize-Airbags für Fahrer und Beifahrer, seitlich in den Sitzen integrierten Thorax-Airbags zum Schutz des Oberkörpers bei einem Seitenaufprall und in der Brüstung der Türverkleidung untergebrachten Kopf-Airbags.
(mh/os)

Datenblatt

Motor und Antrieb
Motorart 6-Zylinder-Aluminium-Boxermotor 
Zylinder
Ventile
Hubraum in ccm 3.600 
Leistung in PS 415 
Leistung in kW 305 
bei U/min 5.500 
Drehmoment in Nm 405 
Antrieb Heckantrieb 
Gänge
Getriebe Schaltgetriebe 
Maße und Gewichte
Länge in mm 4.427 
Breite in mm 1.808 
Höhe in mm 1.280 
Radstand in mm 2.355 
Leergewicht in kg 1.395 
Zuladung in kg 285 
Kofferraumvolumen in Liter 105 
Dachlast in kg 75 
Tankinhalt in Liter 90 
Kraftstoffart Super Plus 
Fahrleistungen / Verbrauch
Höchstgeschwindigkeit in km/h 310 
Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden 4,3 
EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km 13,0 
EG-Verbrauch innerorts in Liter/100 km 20,0 
EG-Verbrauch außerorts in Liter/100 km 9,0 
Weitere Informationen
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