Mit Hilfe diverser Umbauten macht der Tuner dem Coupé Feuer unterm Hintern

Hamann hat sich das stärkste BMW-Coupé, den M6 mit Fünfliter-Zehnzylindermotor, vorgenommen. Die Ausgangsposition: 507 PS und 520 Newtonmeter Drehmoment. Das Ziel: die Entwicklung eines noch kompromissloseren Sportfahrzeugs. Dabei sind drei verschiedene Varianten des Motortunings sowie einige Änderungen an Karosserie und Fahrwerk herausgekommen.

Weniger ist mehr
Grundlage aller drei Motortuningvarianten ist die Entfernung der Vmax-Begrenzung. Allein dadurch wird der BMW nicht mehr bei 250 km/h an die Leine gelegt. Je nach Rad/Reifen-Kombination sind jetzt bis zu 320 km/h drin.

In den Tiefen des Systems
Auch die zweite Veränderung beginnt mit der Vmax-Aufhebung. Zusätzlich dazu werden die Bits und Bytes der Motortronic manipuliert. Durch diese Umprogrammierung des Kennfeldes soll der Motor 30 PS mehr frei geben. Außerdem sollen 15 Newtonmeter Drehmoment zusätzlich die Kurbelwelle angreifen.

Großer Austausch
Noch mehr Leistung verspricht Hamann mit seinem Sport-Kit HM/M+60. Vmax-Aufhebung und Kennfeldoptimierung bilden hier nur die Basis. Jetzt muss zusätzlich ein neuer Bausatz her. Und wie sollte es anders sein, jedes einzelne Bauteil beginnt mit ,Sport". So zaubern Sportfächerkrümmer, Sportmetallkatalysatoren, Sportendschalldämpfer und Sportluftfilter ein Lächeln aufs ambitionierte Tunergesicht. Nach dieser Operation soll der M6 mit zusätzlichen 60 PS und 54 Newtonmetern aufwarten. Dies würde die Beschleunigungszeit bis 320 km/h verringern.

Luftumleitung
Auch von außen geht es dem BMW M6 an die Wäsche. Mehr Vortrieb verlangt nach einer neuen Aerodynamik. Zur Abtriebsverstärkung im Bereich der Vorderachse bietet Hamann wiederum drei Möglichkeiten an. Die einfachste Variante ist ein Frontspoiler, der an die Serienschürze gebaut wird. Wie alle Karosserieelemente, gibt es auch dieses in Fiberglas- oder Carbon-Kevlar-Ausführung. Als Zweites wird eine komplett neue Frontschürze mit integrierten Fernscheinwerfern montiert.

Auf Tour
Als letzte Möglichkeit der Aufwertung des Frontbereichs zieht Hamann den Competition-Frontspoiler aus dem Hut. Dieser wird zusätzlich an die Frontschürze geschraubt und soll dem Fahrzeug eine Tourenwagenoptik verleihen.

Weiter hinten
Auch der Rest des BMW-Kleides wird nicht verschont. Rechts und Links kommen Seitenschweller ans Auto. Heck- und Dachspoiler sowie ein in der Heckschürze integrierter Diffusor sollen sich positiv auf den Geradeauslauf bei hohen Geschwindigkeiten auswirken. Neue Spiegelabdeckklappen und -gehäuse tragen ebenfalls zum sportlichen Auftritt bei. Zur Abrundung schauen vier Edelstahl-Endrohre mit einem Durchmesser von je 90 mm aus dem Heck. Der dazugehörige Sportendschalldämpfer soll für kernigen Sound sorgen.

Ganz unten
Natürlich darf der BMW jetzt auch nicht mehr hochgereckt im Wind stehen. Mit Hilfe des Tieferlegungssatzes duckt sich das Fahrzeug vorne 30 mm und hinten 25 mm tiefer unter den Luftstrom. Damit der so entstandene Renner auch noch rechtzeitig anhalten kann, gibt es eine Sportbremsanlage für die Vorderachse. Zwei geschlitzte, innen belüftete Bremsscheiben mit einem Durchmesser von 380 mm und einer Dicke von 34 mm warten auf den unerbittlichen Griff der Spezialbremsbeläge. Diese sind in rot lackierten Achtkolben-Festsätteln zu Hause.

Leichtmetall im Gummiring
In Sachen Felgen hat Hamann drei Varianten und eine Exportversion im Korb. Einstiegsmodell ist die Anniversary I, eine einteilige Vielspeichenfelge im Mehrteiler-Look. Die verfügbaren Typen: als 19-Zöller in 8,5x19 und 10x19 sowie als 20-Zöller in 9,0x20 und 10,5x20. Das Mittelklassemodell PG2 ist ein echter Mehrteiler. Das Felgenhorn kann im Falle einer Beschädigung gewechselt werden. Fünf Speichen strecken sich vorne auf 8,5x19 und hinten auf 10,0x19. Auch hier ist das 20-Zoll-Muster verfügbar. Als absolutes Topmodell gilt bei Hamann die Anniversary II. Hier kommen die Dimensionen 9,0x20 und 11,0x20 auf die Radnaben.


Andere Länder andere Felgen
Nur für den Export gibt es die Edition-Race-Felge. Sie ist in 20 sowie 21 Zoll zu haben. Dreiteilig, mit Kreuzspeichendesign, Titanverschraubung, poliertem Felgenhorn und schwarzem Felgenstern steckt diese Felge im Reifen.

Im Innenraum geht's weiter
Damit man nicht vergisst, wer dieses Auto umgebaut hat, kann man sich Fußmatten mit Hamann-Schriftzug ins Auto legen. Aluminium-Handbremshebel und Aluminium-Pedalerie hellen den Innenraum auf. Auch das Serienlenkrad wird auf Wunsch weggenommen. Hier kann man sich bei Rücksendung des Originallenkrades eine Rückerstattung in Höhe von 150,- Euro verdienen. Als Ersatz fungiert ein Drei-Speichen-Leder-Sportlenkrad mit Airbag. Zusätzlich kann dieses Lenkrad noch mit Carbon-Kevlar-Applikationen versehen werden. Auch alle anderen zum Tunergeschäft gehörenden Umbauten sind möglich. So können auch noch eine aufwendige Lederausstattung und Multimediaeinbauten mit DVD, Fernseher oder Playstation geordert werden.

Die Kostenpunkte
Da man viele Tuningvarianten untereinander variieren kann, gestalten sich auch die Preise sehr verschieden. Deshalb hier nur die wichtigsten Beispiele: Während die reine Vmax-Aufhebung noch überschaubare 1.690 Euro kostet, schlägt das Sport-Kit HM/M +60 mit 10.980 Euro ins Kontor. Für die Sportbremsanlage werden 8.490 Euro aufgerufen.
(gh)

Bildergalerie: BMW M6 von Hamann