Amerikaner gehen in Sachen Hybridantrieb ganz eigene Wege

Das Concept-Car Chevrolet Volt könnte Fahrten zur Tankstelle fast überflüssig machen: Als Energiequelle dient eine Batterie, lediglich bei Bedarf erzeugt ein Benzinmotor zusätzlichen Strom – um die Reichweite zu erhöhen. Die Studie wird im Rahmen der Detroit Motor Show vom 7. bis zum 21. Januar 2007 erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

Limousine mit dynamischem Ausdruck
Die Limousine bietet Platz für vier Personen und stellt die erste Anwendung eines Elektroantriebs der neuen Generation von General Motors (GM) dar. Die Proportionen des Volt erinnern an klassische Sportwagen, sein Auftritt soll Agilität und Raffinesse ausstrahlen. 21-Zoll-Räder und eine klar gegliederte Karosserieform unterstreichen diese Botschaft.

In sechs Stunden voll aufgeladen
Der Volt kann durch Anschluss an eine gewöhnliche amerikanische 110-Volt-Steckdose innerhalb von sechs Stunden aufgeladen werden. Mit einer vollen Lithium-Ionen-Batterie verfügt er bei rein elektrischem Betrieb über eine Reichweite von rund 60 Kilometern im Stadtverkehr. Wenn die Batterie entladen ist, erzeugt ein 1,0-Liter-Dreizylinder-Turbobenzinmotor mit konstanter Drehzahl Strom, um sie wieder aufzuladen. Das Ergebnis sind ein geringer Kraftstoffverbrauch und eine hohe Reichweite. Fahrdaten bezüglich Beschleunigung und Topspeed wurden noch nicht veröffentlicht.

4,7 Liter Verbrauch im Benzinbetrieb
Sollte der Fahrer einmal vergessen, sein Fahrzeug aufzuladen oder möchte er weitere Entfernungen zurücklegen, kann der Volt auch im reinen Benzinbetrieb gefahren werden. Hierbei ist die Besonderheit, dass der Motor nicht das Fahrzeug direkt antreibt, sondern lediglich der Stromerzeugung dient. Das Auto wird weiterhin von dem Elektromotor angetrieben – eine ganz eigene Interpretation eines Hybridsystems. Bei leerer Batterie und Stromerzeugung durch den Verbrennungsmotor verbraucht der Volt 4,7 Liter pro 100 Kilometer. Dabei erhöht sich die Reichweite auf bis zu 1.030 Kilometer. Zusätzlich wurde der Benzinmotor auch für den Betrieb mit E85 ausgelegt, einer Mischung aus 85 Prozent Ethanol und 15 Prozent Benzin.

Große Lithium-Ionen-Batterie
Ein technischer Durchbruch, der für die Umsetzung des Konzepts in ein Serienfahrzeug noch benötigt wird, ist eine größere Lithium-Ionen-Batterie. Ein Elektrofahrzeug mit einer Reichweitenverlängerung würde einen Akkusatz mit einem Gewicht von 181 Kilogramm benötigen. Experten hoffen, dass eine solche oder ähnliche Batterie zwischen 2010 und 2012 serienreif ist. Zu der dann möglichen maximalen Reichweite konnte GM noch keine Angaben machen.

Universelle Basis dank E-Flex-System
Das E-Flex genannte System von General Motors ermöglicht die Nutzung verschiedener Antriebssysteme auf einer universellen Plattform, die als Basis für verschiedene Modelle genutzt werden kann. Erstmals wurde es im Volt eingesetzt. Dank seines einzigartigen Baukonzeptes kann das Grundgerüst mit verschiedenen Stromerzeugern kombiniert werden: Neben einem Benzinmotor lässt sich auch eine mit Wasserstoff betriebene Brennstoffzelle oder ein Biodiesel-Aggregat zur Stromerzeugung einsetzen. Ziel dieser Entwicklung ist es, die weltweite Diversifizierung des Energiemix zu unterstützen.

Bildergalerie: Fahren ohne zu tanken