Das Coupé kommt schneller, schicker und mit zahlreichen Verbesserungen

Mit dem Brandenburger Tor hat Audi für die Weltpremiere des neuen TT Coupés eine beeindruckende Kulisse gewählt. Und das Drumherum war auch nicht ohne: Bevor die rund 500 internationalen Gäste – darunter viel Prominenz plus der üblichen Medienmeute – erstmalig die zweite Generation des Ingolstädter Sportlers bewundern durfte, wurde noch eine gigantische Skulptur enthüllt. Ein zehn Meter langes, vier Meter hohes und gut zehn Tonnen schweres 2,5:1-Modell gab einen ersten Vorgeschmack auf die TT-Neuauflage.

Seht her, wir sind ein großes Land!
Die Großplastik ist Teil des so genannten "Walk of ideas". Im Rahmen der Initiative ,Deutschland – Land der Ideen" sollen bis zum Herbst 2006 insgesamt sechs Skulpturen die deutsche Hauptstadt schmücken und als stilisierte Beispiele für den Erfindungsreichtum unserer Nation dienen. Nun, in Deutschland wurde bekanntlich das Automobil erfunden und diese historische Tatsache will man mit der TT-Skulptur der Weltöffentlichkeit wohl nachhaltig ins Gedächtnis rufen.

Deutschland schön geredet
Vielleicht haben es die zahlreichen Redner – unter anderem Franz Müntefering und Edmund Stoiber – dann auch etwas zu gut mit ihren ähnlich klingenden Bekenntnissen zum Standort Deutschland gemeint. Am Ende war wohl auch der letzte Skeptiker davon überzeugt, dass Deutschland auf eine große Industrie-Tradition zurückblicken kann. Erst dann ließ sich der lang ersehnte Star des Abends ganz in Natura und im Verhältnis 1:1 blicken.

Kalle fährt lieber A8
Als Erster durfte Karl-Heinz Rummenigge in einem TT Platz nehmen. Nach dem der ehemalige Bayern-Stümer wieder Ausstieg, stampfte er mehrmals mit den Füßen auf den Boden, bis die Hosenbeine wieder ganz nach unten rutschten. Offensichtlich sind der Fußballer-Legende die voluminösen Waden von damals geblieben. Im Interview zeigte er sich dann nicht übermäßig begeistert vom TT. Als passionierter A8-Fahrer sei ihm dieser Sportwagen dann doch eine Nummer zu klein.

Optisch gewonnen
Damit hat Rummenigge den TT zu unrecht klein geredet. Die Neuauflage konnte mit ihrem Auftritt imponieren. Unverkennbar blieben der zweiten Generation viele Gene des Vorgängers erhalten. Dennoch wirkt das Coupé jetzt deutlich aggressiver, kantiger und im Stand schon wesentlich schneller als der Vorgänger.

Gleich stark aber deutlich schneller
Das wird auch im Fahreinsatz der Fall sein. Mit einigen Details hält Audi zunächst noch hinterm Berg. Doch soviel ist gewiss: Zunächst wird der TT mit dem 2,0-Liter-TFSI-Motor mit 200 PS und dem 3,2-Liter-V6-Motor mit 250 PS zu haben sein. Mit dem stärkeren Benziner soll das Coupé – in Kombination mit dem Doppelkupplungsgetriebe DSG und dem Allradantrieb Quattro – in 5,7 Sekunden auf Tempo 100 sprinten. Der gleich starke Vorgänger ließ sich hierfür immerhin 6,5 Sekunden Zeit. Die Höchstgeschwindigkeit wird wie gehabt auf 250 km/h elektronisch begrenzt. Interessant für alle Hochgeschwindigkeitsaspiranten: Zur Erhöhung des Abtriebs fährt ab 120 km/h ein Spoiler aus dem Gepäckraumdeckel.

Zunächst nur zwei Motorisierungen
Die kleinere Motorisierung schafft mit dem serienmäßigen Sechsgang-Schaltgetriebe den 100-km/h-Sprint in 6,4 Sekunden, der Vortrieb endet bei 240 km/h. Über den Verbrauch gibt es von Audi noch keine Angaben. Auch über weitere Motorisierungen hält man sich derzeit bei Audi noch bedeckt. Sicher ist, das es weitere geben wird. Ein Wunschkandidat unserer Redaktion ist der 170 PS starke 1,4-Liter-TSI-Motor aus dem Golf GT. Doch hier will sich Audi noch nicht festlegen.

Größerer Kofferraum
Neben den Fahrleistungen sind auch die Abmessungen um 14 Zentimeter in der Länge und acht Zentimeter in der Breite gewachsen. Davon profitierte unter anderem der Kofferraum, der um 20 auf 290 Liter wuchs. Durch Umklappen der hinteren Sitzbank können im 4,18 Meter langen 2+2-Sitzer bis 700 Liter Gepäck transportiert werden. 540 Liter waren es bisher.

Deutlich aufgehübscht: der Innenraum
Insgesamt hinterlässt der Innenraum einen äußerst gelungenen Eindruck. Die Verarbeitung ist auf Top-Niveau, die unterschiedlichen Materialien wirken sehr wertig, und viele Metall-Applikationen sorgen für sportliches Flair. Zum sportiven Ambiente tragen auch das unten abgeflachte Lenkrad, die Sitze mit viel Seitenhalt und die beiden Rundinstrumente in tiefen Rohrschächten bei. Insgesamt wurde das TT-Innere gegenüber dem Vorgänger deutlich aufgewertet. So kommt im TT eine neue Audio-Generation zum Einsatz. Die Empfangs- und Wiedergabetechnik wurde nach Aussage des Herstellers verbessert und die Bedienung soll intuitiver sein. Für Handys gibt es eine Bluetooth-Schnittstelle, das optionale Navigationssystem orientiert sich am MMI-System, welches unter anderem aus dem A6 bekannt ist.

Agileres Fahrwerk
Darüber hinaus hat Audi auch einiges für die Verbesserungen der Agilität getan. Um beim Gewicht zu sparen, wurden 69 Prozent des Aufbaus aus Aluminium gefertigt. Für ein besseres Fahrverhalten dürfte außerdem ein neu entwickeltes Fahrwerk beitragen. Die von 16 auf 19 Zoll erweiterte Spur und die neue Mehrlenker-Hinterachse sind weitere Zutaten für ein besonders sportliches Fahrerlebnis. Auf Wunsch kann man den TT mit dem Dämpfersystem Magnetic Ride aufrüsten. Im Öl der Stoßdämpfer zirkulieren dort winzige magnetische Partikel. Durch Anlegen einer Spannung verändern sie binnen Millisekunden die Dämpfercharakteristik. Die adaptive Regelung sorgt je nach Fahrsituation und Wahl des Fahrers für zugleich hohen Abrollkomfort und konsequent sportliche Dynamik.

Ab 31.900 Euro
Ab September 2006 ist das neue TT-Coupé zu haben. Das Cabriolet folgt 2007. Für den geschlossenen 2+2-Sitzer werden als 2.0 TFSI 31.900 Euro fällig, der 3.2 Quattro kostet mindestens 39.900 Euro. Damit bleib der Preis für die Topversion trotz zahlreicher Verbesserungen gegenüber dem Vorgänger unverändert.
(mh)

Bildergalerie: Audi: Der neue TT