Asymmetrisches Türen-Design soll mehr Flexibilität schaffen

Die von Nissan auf der Detroit Motor Show vom 7. - 21. Januar 2007 als Weltpremiere gezeigte Konzeptstudie Bevel wagt einen Ausblick in die Zukunft des SUV. Nicht die Bedürfnisse der Mitreisenden standen für die Designer im Vordergrund, sondern jene des Besitzers. Der ist männlich, zwischen 45 und 60 Jahre alt und sucht ein praktisches Gefährt zur Ausübung seiner breit gefächerten Aktivitäten.

Asymmetrisches Türenkonzept
Als Antrieb für den Bevel kommt für Nissan ein durchzugsstarker und umweltfreundlicher 2,5-Liter-V6-Motor mit angeschlossenem Hybridsystem in Frage. Die Steuerung von Lenkung, Drosselklappe und Bremsen erfolgt über drahtlose ,by wire"-Systeme. Die Türanordnung mit einer Flügeltür auf der Fahrer- und zwei gegenläufig öffnenden Türen auf der Beifahrerseite ist ebenso asymmetrisch ausgelegt wie das Glasdach, in das Solarzellen und ein Dachträgersystem integriert sind.

245er-Reifen auf 20-Zoll-Felgen
Der Bevel besitzt einen Radstand von 2,93 Metern. Die knappen vorderen und hinteren Überhänge limitieren die Länge auf 4,39 Meter. Mit 1,62 Meter Höhe ist der Bevel relativ niedrig – dank des sehr niedrigen Ladebodens ist die nutzbare Laderaumhöhe jedoch ausreichend. Eine tief heruntergezogene Frontpartie, eine große Windschutzscheibe und großzügig verkleidete Radhäuser, in denen 20-Zoll-Felgen mit 245er-Pneus Platz finden, kennzeichnen das Exterieur des 1,90 Meter breiten Bevel. Die Felgen tragen an den Außenkanten Einsätze aus Gummi, was sie vor Beschädigungen durch Bordsteinkontakte schützen soll.

Überlange Fahrertür schwingt nach oben auf
Die Vorteile des asymmetrischen Konzepts der Designstudie werden vor allem beim Arrangement der Türen deutlich. Die Fahrertür mit großzügig geschnittenem Seitenfenster ist extrem lang und schwenkt an einem komplexen System aus vier Streben in zwei Stufen nach oben. Die hintere Seitenpartie ist bis auf einen kleinen, horizontalen Fensterschlitz voll geschlossen. Andere Situation auf der Beifahrerseite: Hier befinden sich zwei Einstiegspforten, wobei die hintere – an der C-Säule angeschlagen – gegenläufig öffnet. Folge: Das Verladen von sperrigen Gepäckstücken gelingt durch die Öffnung von 1,72 Metern Breite mühelos.

Aus dem Stoßfänger klappt eine Arbeitsplatte aus
Die einteilige Heckklappe verläuft im geöffneten Zustand fast 1,90 Meter über dem Boden – ein spezielles Scharniersystem macht es möglich. Eine im Stoßfänger verborgene, ausklappbare Plattform dient als praktische Arbeitsfläche, ist aber auch stabil genug, um darauf sitzen oder stehen zu können. Sie ist halb so breit wie die eigentliche Hecktür und per Schnellverschluss auch ganz demontierbar. Außerdem steht neben dem traditionellen 12-Volt-Anschluss ein Ladegerät mit 110 Volt Spannung zur Verfügung, das durch durch die im Glasdach integrierten Solarzellen gespeist wird. Sechs im Stil eines Eishockey-Pucks gestaltete Befestigungspunkte mit aufklappbaren Haken dienen zur Verankerung sechseckig geformter Boxen. Zusammen bringen sie es auf eine zulässige maximale Dachlast von 112 Kilogramm.

In der Komfort-Zone dreht sich alles um den Fahrer
Das Interieur des Bevel ist in drei sehr unterschiedlich gestaltete Wohn- und Arbeitsbereiche unterteilt. Die erste definieren die Nissan-Designer als ,Komfort-Zone. Hier dreht sich alles um den Fahrer, der auf einem komfortablen Ledersitz Platz nehmen darf. Ein Teil des Fahrzeugbodens fährt beim Öffnen der Tür als zusätzliche Ausstiegshilfe mit nach außen. Auch der Instrumententräger erleichtert Ein- und Ausstieg, indem er ebenso wie die Pedale bei geöffneter Fahrertür automatisch zehn Zentimeter nach vorne fährt.

Zone zwei: Die Kommandozentrale
Die zweite Zone dient als Kommandozentrale. Sie soll den Fahrer über ein voll digitalisiertes Cockpit und verschiedene Bildschirme mit der Außenwelt verbinden. Die an den äußeren Ecken postierten LCD-Monitore übertragen die Bilder der Außenbordkameras. Das Entertainment-Programm gewährt Zugang zu Telefoneinstellungen, Wetter- und Verkehrsnachrichten, zum Internet und zum persönlichen E-Mail-Account. Musikfreunde erhalten Links zum Satelliten-Radio, zur MP3-Schnittstelle, zum CD-Spieler und zu den integrierten Lautsprechern. Über die ,Home"-Funktion erhält der Fahrer Verbindung zu einem Netzwerk, das alle Sicherheitssysteme seines trauten Heims, die dortige Heizungs- und Klimaanlage, die Haushaltsgeräte, das Licht und sogar die Stellung der Garagentür überprüfen kann.


Die dritte Zone dient als Lade- und Arbeitsfläche
Der dritte Lebensbereich im Nissan Bevel ist die Nutzfahrzeug-Zone. Der Beifahrersitz und die hinteren Stühle sind dank eines Rahmens aus Aluminium betont leicht umzulegen. Da sie ohnehin die meiste Zeit in dieser Stellung verharren, wurden strapazierfähige Bezüge ausgewählt. Die Rückseiten der Sitze sind mit dem gleichen Material wie der Ladeboden bezogen, sodass auch optisch eine durchgehende und glatte Ladefläche entsteht. Der Boden selbst besteht aus laminiertem, recyceltem Walnussholz.

Auch an Hunde wurde gedacht
Auch an Hundebesitzer wurde gedacht: So findet sich im Beifahrerraum ein 360-Grad-Drehlager zum Fixieren einer Hundeleine – falls Waldi einmal etwas Auslauf braucht. Im Fond befindet sich ein Haltesystem für eine provisorische Hundehütte.

Bildergalerie: Echtes Männerauto