Neue Optik, stärkere Motoren: Der neue Edel-Benz kommt

Rund eine Million Fahrzeuge der E-Klasse hat DaimlerChrysler in den letzten vier Jahren unter die Leute gebracht. In Westeuropa besetzten E-Klasse-Fahrzeuge zirka 30 Prozent des Marktsegments und sind damit an erster Stelle bei den klassischen Business-Limousinen. Jetzt möchte der Konzern mit den neuen Modellen an die Erfolgsgeschichte anknüpfen.

Eck-Daten
Bis Juni 2006 muss noch gewartet werden, dann erscheint das neue Oberklassefahrzeug. Mercedes spricht von einem dynamischeren Konzept, vielen Innovationen und einer wertvolleren Serienausstattung. Die angebotene Palette umfasst 16 Limousinen und 13 T-Modelle. Damit bietet Mercedes die breiteste Produktpalette in diesem hoch angesiedelten Marktsegment. Mit einem Kraftspektrum von 136 PS bis 514 PS präsentiert sich die neue E-Klasse.

Äußerlichkeiten
Mercedes hat der Front der E-Klasse mehr Aggressivität verliehen. Stoßfänger und Kühlermaske sind markant gepfeilt. Die Scheinwerfer wurden im oberen Bereich mit Lamellen versehen, was zu einem attraktiven Leuchtbild beitragen soll. Weiße Leuchtdioden übernehmen die Standlichtfunktion. Außerdem werden Seitenschweller und Heckstoßfänger im Avantgarde-Design ans Fahrzeug montiert.

Innere Werte = Sicherheit
Serienmäßig werden jetzt alle Modelle mit dem Pre-Safe-System ausgerüstet, das bisher der größeren S-Klasse vorbehalten war. Diese Ausstattung kann kurz vor einem Unfall innerhalb von wertvollen Sekundenbruchteilen Schutzmaßnahmen für Fahrer und Beifahrer aktivieren. Gurt und Airbag arbeiten so optimal. Kein Oberklassemodell der Konkurrenz kann mit diesem präventiven Schutzsystem aufwarten.

Kopf hoch
Mithilfe der Neck-Pro-Kopfstützen werden im Falle eines Heckaufpralls Halswirbelsäule und Kopf der Insassen geschützt. Die Kopfstützen werden in Millisekunden ein Stück nach vorne verschoben. Dadurch soll die häufigste Unfallverletzung in der EU, das Schleudertrauma, deutlich reduziert werden.

Auffälliges Flackern
Als Mittel zur Unfallprävention stattet Mercedes die E-Klasse mit blinkenden Bremsleuchten aus. Diese Flackerlichter sollen die Reaktionszeit des folgenden Fahrers um bis zu 0,2 Sekunden verkürzen. Bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h entspricht dies einem Weg von 5,5 Metern, mehr als eine E-Klassen-Fahrzeuglänge.

Harte Tests
Um die Unfallsicherheit der neuen Modelle zu beweisen, unterzog Mercedes die Wagen den härtesten bekannten Crashtests. So musste die E-Klasse den US-Heckaufpralltest mit 80 km/h über sich ergehen lassen. Auch vom brandneuen US-Seitencrashtest mit einem schweren Geländewagen wurden die neuen Autos nicht verschont.

Fiat Lux – Es werde Licht
Ihre Weltpremiere feiert ein einzigartiges Lichtsystem mit adaptiven Scheinwerfern in den neuen E-Modellen. Das so genannte Intelligent Light System passt die Scheinwerfer den jeweiligen Sicht- und Wetterbedingungen an. Die Bi-Xenon-Scheinwerfer haben fünf Lichtfunktionen. Auf Landstraßen wird der linke Fahrbahnrand heller und weiträumiger ausgeleuchtet. Das Autobahnlicht wird bei 90 km/h automatisch zugeschaltet. Ein bis zu 120 Meter weiter Lichtkegel beleuchtet dann die Fahrbahn. In der Mitte dieses Kegels kann der Fahrer bis zu 50 Meter weiter sehen. Auch das Nebelleuchten wurde verbessert. Jetzt wird das ausgestrahlte Licht weniger stark von den Nebelpartikeln reflektiert. Weiterhin sind ein aktives Kurvenlicht und ein Abbiegelicht verfügbar.

Kraftzuwachs
Immerhin sechs von zehn Motoren der neuen E-Klasse-Generation sind neu- oder weiterentwickelt worden. So wurde ein Leistungsplus von bis zu 82 PS und ein Drehmomentenplus von bis zu 70 Newtonmetern erreicht. Trotzdem soll der Kraftstoffverbrauch den der Vorgängermodelle nicht übertreffen.

Liebe in mechanischen Details
Die Vierzylinder-Dieselmotoren von E 200 CDI und E 220 CDI wurden von den Ingenieuren bis ins kleinste Detail optimiert. Über 90 Bauteile mussten neu oder weiterentwickelt werden. So soll bei unverändertem Kraftstoffverbrauch von 6,3 Litern die Leistung des E 200 CDI um 14 PS und sein Drehmoment um 70 Newtonmeter steigen. Der neue E 220 CDI bringt jetzt 18 Prozent mehr Pferde an den Start, wieder bei unverändertem Kraftstoffverbrauch. Auch beim Sechszylinder des E 320 CDI wurde hinsichtlich des Drehmoments nachgelegt. 30 zusätzliche Newtonmeter liegen jetzt an der Kurbelwelle an. Seinen Spitzen-Hightech-Diesel mit Bluetec-Technologie bringt Daimler-Chrysler zuerst in den USA auf den Markt. Durch die deutlich verringerte Stickoxid-Emission soll dieser Motor der sauberste Diesel der Welt sein und 20 bis 40 Prozent weniger Kraftstoff verbrauchen als vergleichbare Fahrzeuge mit Ottomotor. In Europa wird der Bluetec-Diesel voraussichtlich 2008 zu haben sein.

Der Benziner lebt
Besonders die Vier- und Achtzylinder-Benzin-Motoren haben die Ingenieure noch mal unter die Lupe genommen. So erzielt der E 200 Kompressor jetzt 184 PS, was einen Zuwachs von 12,5 Prozent bedeutet. Das Drehmoment konnte auf 250 Newtonmeter angehoben werden. Den Gipfelpunkt der mercedeseigenen E-Klasse-Motorisierungen bildet der neue Achtzylinder aus der S-Klasse. Das 5,5-Liter-Aggregat mit 388 PS bietet damit einen Leistungszuwachs von 26 Prozent gegenüber dem bisherigen V8. Das Drehmoment konnte um 15 Prozent zulegen. Das wirkt sich direkt auf den Spurt von null auf 100 km/h aus. Mit 5,3 Sekunden ist das neue Modell 0,7 Sekunden schneller als bisher. Dank AMG gibt es die stärkste E-Klasse aller Zeiten. Der E-63-AMG-V8-Saugmotor bietet 514 PS und 630 Newtonmeter Drehmoment.

Direkter Eingriff
Nicht nur Optik und Motoren der E-Klasse werden stärker, sondern auch das Fahrverhalten. Direct Control heißt das Zaubermittel, mit dem ein agileres Fahrverhalten bei gleich bleibender Sicherheit erzielt werden soll. Die Lenkung ist um etwa 10 Prozent direkter. Neue Federlenkerlager stützen die Querkräfte bei Kurvenfahrt besser ab, so Mercedes. Den Modellen Elegance und Avantgarde werden Zuganschlagfedern eingepflanzt, was das Wanken der Karosserie wirkungsvoll im Zaum halten soll. Des Weiteren beinhaltet Direct Control eine Steuerung für das Sechsgang-Schaltgetriebe, die Gangwechsel noch präziser machen soll.

Wie gestoppt wird
Aus der neuen S-Klasse ist das Bremssystem Adaptive Brake übernommen worden. Hier wird die hydraulische Zweikreisbremse elektronisch gesteuert, was neue Sicherheits- und Komfortfunktionen ermöglicht. Der Reifendruck wird ebenfalls permanent überwacht. Dieses Feature gehört zur erweiterten Serienausstattung der neuen E-Klasse. Preise wurden von Mercedes-Benz noch nicht bekannt gegeben.
(gh)

Bildergalerie: Neue E-Klasse: Mehr Dynamik