Nach nur zwei Jahren kehrt der Auto-Manager Wolfsburg den Rücken

Seit dem sich Bernd Pischetsrieder zum 31. Dezember 2006 als Vorstandsvorsitzender des VW-Konzerns verabschiedete, brodelte auch die Gerüchteküche um den Verbleib des VW-Markenchefs Wolfgang Bernhard. Am 11. Januar 2007 kam nun die offizielle Mitteilung von VW, dass Bernhard zum 31. Januar 2007 den Konzern verlassen wird.

Winterkorn wird Markenchef
Gleichzeitig teilt der Wolfsburger Autokonzern mit, dass Prof. Dr. Martin Winterkorn die Leitung des Markenvorstands Volkswagen in Personalunion übernehmen wird. Darüber hinaus wird Winterkorn das neu geschaffene Ressort Konzern Forschung und Entwicklung künftig leiten. Das neue Ressort Konzern Produktion wird ab 01.02.07 von Prof. Dr. Jochem Heizmann geführt, der bisher bei der Marke Audi für die Produktion verantwortlich zeichnete. Das dritte neue Ressort ist der Konzern Vertrieb, hier soll die Personalentscheidung jedoch erst zu einem späteren Zeitpunkt folgen.

Weitere Veränderungen bei Konzern und Marke
Darüber hinaus teilte VW am 11. Januar mit, dass Stephan Grühsem neuer Leiter der Konzernkommunikation und als neues Mitglied der Konzernleitung mit Wirkung zum 01.02.07 zum Generalbevollmächtigten der Volkswagen AG ernannt wird. Die Bereiche Konzern-Investor Relations und Konzern-Außenbeziehungen werden in die Konzernkommunikation eingegliedert. Grühsem war bisher Leiter der Unternehmenskommunikation der Audi AG, er nimmt diese Aufgabe bis auf weiteres in Personalunion wahr. Dr. Ulrich Hackenberg wird ebenfalls zum 01.02.07 zum Vorstand Entwicklung der Marke Volkswagen ernannt. Er tritt damit die Nachfolge von Dr. Wolfgang Bernhard an, der diese Funktion bisher innehatte. Hackenberg war bisher bei der Audi AG als Leiter Konzeptentwicklung, Aufbauentwicklung, Elektronik und Elektrik tätig. Schließlich wird Dr. Werner Neubauer, bisher Generalbevollmächtigter der Volkswagen AG für den Bereich Komponente, zum 01.02.07 Mitglied des Markenvorstands Volkswagen für Komponenten.

Bernhards Zukunft noch ungewiss
Stellt sich die Frage, wie sich die berufliche Zukunft Bernhards weiter gestalten wird. Viele Kenner der Autobranche spekulieren derzeit über eine mögliche Rückkehr des 46-jährigen zum DaimlerChrysler-Konzern. Dort hat der Auto-Manager zwischen 2000 und 2004 die angeschlagene Chrysler-Gruppe saniert und war von 2002 bis 2004 Vorstandsmitglied bei DaimlerChrysler. In einem Gespräch am Rande der Detroit Motor Show wollte der Vorstandsvorsitzende der DaimlerChrysler AG, Dr. Dieter Zetsche, die mögliche Rückkehr Bernhards nicht kommentieren. Auch vom Chrysler-Chef Tom LaSorda gab es nur ausweichende Aussagen.

Bernhard verlässt VW