Van-Studie mit eigenwilligen Lösungen und neuem Brennstoffzellen-Antrieb

Mit dem Airstream stellt Ford auf der Detroit Motor Show 2007 eine Studie vor, die eine Vielzahl von Themen in sich vereint. Das Einzelstück bietet genug Motive für gleich mehrere eigenständige Fahrzeugkonzepte. Das Türenthema, die Form der Fenster oder Details im Innenraum wurden besonders Ideenreich umgesetzt. Außerdem ist das Design des Airstream innen wie außen ein zeitliches Vor und Zurück – ein nostalgischer und zugleich vorausschauender Blick. Schließlich schürt der neue Wasserstoffantrieb des Airstream die Hoffnung auf eine saubere Zukunft unserer Mobilität.

Fahrender Wohnwagen
Mit seiner silber glänzenden Außenhaut und einem betont wohnlichen Innenraum will Ford mit dem Airstream an die legendären Wohnwagen der gleichnamigen US-Firma erinnern, die seit 75 Jahren die Amerikaner vor allem in ihren Urlauben bewegen. Das Caravan-Design von Airstream war nicht nur Vorlage, die Firma selbst hat maßgeblich an der Gestaltung der Studie mitgearbeitet. Wie ihre rollenden Heime, so ist auch der Ford-Van eine in der Grundform recht kastige Erscheinung mit großen, glatten Flächen, jedoch ohne Ecken.

Konsequent anders: Fenster und Türen
Das glatte Design-Thema findet sich auch im silbernen Kühlergrill wieder. Geschickt wurden hinter der glänzenden Oberfläche die Frontscheinwerfer unsichtbar integriert. Etwas exponierter sind die weit ausgestellten Radhäuser, die dem Fahrzeug einen muskulösen Auftritt verleihen. Eigenwillige Besonderheiten sind die auf der linken Fahrzeugseite sechseckigen Seitenfenster mit orangenem Fensterrahmen. Ebenfalls eigenwillig geformt ist die vieleckige Fahrertür auf der linken Seite. Den Zugang zum Heck ermöglicht hingegen eine dreiteilige Tür. Eine große mittige Klappe öffnet nach oben und gibt so einen schmalen Durchgang zum Fond frei. Zwei seitlich öffnende Türen ermöglichen den Zugang zu Staufächern, die einen Erste-Hilfe-Kasten oder einen Werkzeugkasten beherbergen können. Riesig ist die nach oben öffnende rechte Seitentür, die fast zwei Drittel der Gesamtfahrzeuglänge misst.

Neuinterpretation einer zeitlosen Zukunft
Eine weitere Besonderheit ist die lang gezogene Windschutzscheibe, die weit bis ins Dach läuft und zusammen mit einem zusätzlichen Dach-Glaselement für einen lichten Innenraum sorgt. Futuristisch und funktional wirkt das sehr aufgeräumte Cockpit des Airstream. Für das Design haben sich die Ford-Mannen von Stanley Kubricks Kult-Science-Fiction-Film ,2001: A Space Odyssey" inspirieren lassen. Der Airstream bietet somit eine Neuinterpretation einer nahezu zeitlosen Zukunftsvision aus den 1960er-Jahren. Diverse Bedienknöpfe im Airstream sind mit der Armaturenbrett-Oberfläche bündig und reagieren bereits auf leichte Berührungen. Der Fahrer sitzt auf einem drehbaren Kapitäns-Stuhl. Statt Außenspiegel gibt es Kameras, die den rückwärtigen Verkehr auf einem zweiteiligen Monitor im Cockpit darstellen. Parallel hat der Beifahrer die Möglichkeit, auf diesem Monitor DVDs anzusehen oder im Internet zu surfen.

360-Grad-Monitor im Plüsch-Fond
Über die große rechte Tür steigen sowohl der Beifahrer wie auch die Fondpassagiere ein. Die hinteren Gäste können im plüschroten, Lounge-ähnlichen Fond quer zur Fahrtrichtung sitzen. Ein hinter den Vordersitzen angebrachter 360-Grad-Monitor kann für Videospiele oder auch als virtuelles Kaminfeuer genutzt werden.

Rumstromer mit Brennstoffzelle
Während Design und Multimedia-Technik recht verspielt wirken, ist der Wasserstoff-Elektro-Antrieb ein handfester Ausblick auf eine grünere Zukunft unserer Mobilität. Angetrieben wird das Versuchsfahrzeug primär von einem Elektromotor, der wiederum von einer Lithium-Ionen-Batterie mit Strom versorgt wird. Ist das Auto geparkt, können die Akkus an einer Steckdose aufladen werden. Während der Fahrt lädt hingegen eine im Fahrzeug vorhandene Brennstoffzelle die Akkus. Die Brennstoffzelle produziert aus im Fahrzeugtank mitgeführtem Wasserstoff den Strom für maximal 450 Kilometer.

Vor allem ein Showobjekt
Obwohl einiges vom Airstream in Zukunft auch in Serienautos verkommen könnte, ist er im Wesentlichen doch nur ein verspieltes und sicherlich sehenswertes Showobjekt. So wie gezeigt, wird es jedoch definitiv keinen Serien-Ford geben. Den Serienstart eines Brennstoffzellenautos sieht Ford in jedem Fall nicht vor 2020.

Nostalgische Zukunft