Im September 2006 kommt der Zweitürer zunächst ab 35.850 Euro

Während so manches BMW-Design der letzten Jahre bei vielen Autofahrern für reichlich Gesprächsstoff und Kritik sorgte, blieb dabei ein Modell der Bayern optisch über jeden Zweifel erhaben: das 3er Coupé. Obwohl das Ende der aktuellen Baureihe kurz bevorsteht, wirkt der schnittige Münchener immer noch zeitgemäß, elegant und attraktiv. Dennoch wird im September 2006 die neue Generation an den Start gehen. Doch wird die Neuauflage weiterhin so begeistern können wie ihr Vorgänger? Und mit welchen technischen Neuerungen unterm Blechkleid wird sie antreten? Wir haben erste Fakten und Bilder von der nächsten Coupé-Generation der 3er-Baureihe. Und so viel schon vorweg: Auch der neue Bayern-Beau wird bei vielen Autofahrern für erhöhte Herzschlagfrequenzen sorgen.

Wie gehabt: kraftvoll und elegant
Das neue BMW 3er Coupé gefällt mit seiner fließenden Silhouette. Der lange Radstand, die weit zurückversetzte Fahrgastzelle sowie die flache und sanft bis in den Heckabschluss auslaufende Dachlinie kennzeichnen die gestreckte Grundform, während die voluminösen und großflächig ausgeprägten Radhäuser Kraft ausstrahlen.

Eigenständige Optik
Wie bereits der Vorgänger, so bietet auch die Neuauflage Designmerkmale, die sie von der Limousine unterscheidet. Neben Änderungen an der Grundform und der Linienführung, wurden auch die Heckleuchten, das Interieur, die Außenspiegel und die Frontscheinwerfer speziell für das Coupé gefertigt. Letztere sind serienmäßig mit Bi-Xenon-Scheinwerfern ausgestattet. Ein Kurvenlicht gibt es gegen Aufpreis. Für mehr äußere Individualität sorgen außerdem sechs neue Außenfarben.

Weniger direktes Licht innen
Die Änderungen im Innenraum sind im Vergleich zur Limousine marginal. Für Polsterungen, Dachhimmel und die übrige Interieur-Verkleidung stehen neue und exklusive Farbabstimmungen zur Auswahl. Dabei betonen helle Farben im Innenraum vor allem den eleganten Stil des Zweitürers, mit einem dunkleren Ambiente unterstreicht der Fahrer dagegen den sportlich-dynamischen Charakter.

Magische Gurte
Das Anschnallen erleichtert im neuen Coupé ein neu entwickelter Gurtbringer. Der Gurt, der an der coupétypisch weit hinten liegenden B-Säule angesetzt ist, wird sowohl dem Fahrer als auch dem Beifahrer angereicht, sobald die Türen geschlossen sind und der bartlose Funkschlüssel in den Aufnahmeschacht rechts neben dem Lenkrad geschoben wurde. Die Funktion des Gurtbringers ist an die Sitzbelegungserkennung gekoppelt. Daher werden stets nur dann beide Gurtbringer aktiv, wenn auch der Beifahrerplatz besetzt ist. Dank einer Platz sparenden Unterbringung der eingefahrenen Gurtbringer in den Seitenverkleidungen soll das Interieur zudem aufgeräumt wirken.

Komforteinstieg zum Fond
Der Zugang zu den beiden Sitzplätzen im Fond wird durch die Komforteinstiegsfunktion der Vordersitze erleichtert. Der Entriegelungshebel ist oben an der Außenseite der Sitzlehne angebracht. Im Viersitzer werden die Fondpassagiere durch eine mittig angelegte Konsole getrennt. Darin können je nach Wunsch abdeckbare Ablagefächer, ein Aschenbecher, zusätzliche Luftausströmer und Fußraumleuchten integriert werden. Mit einem Volumen von 440 Litern (430 Liter beim BMW 335i) bietet das Coupé zudem einen üppigen Kofferraum.

Viel Druck: der neue 335i
Richtig spektakulär ist jedoch, was sich unter der vorderen Haube befindet: Weltpremiere im 3er Coupé feiert ein neuer Reihensechszylinder-Benziner mit doppelter Turboaufladung, Direkteinspritzung und Vollaluminium-Kurbelgehäuse. Das entsprechende Modell mit der Bezeichnung 335i schöpft aus drei Liter Hubraum 306 PS und stellt Maximaldrehmoment von 400 Newtonmeter zwischen 1.300 bis 5.000 Umdrehungen zur Verfügung. Das reicht für einen 100-km/h-Sprint in 5,5 Sekunden. Die Nadel des 280er-Tachos lässt sich auf elektronisch abgeregelte 250 treiben.

Genügsam und ohne Turboloch
Der aufgeladene Reihensechszylinder-Motor wiegt etwa 70 Kilogramm weniger als ein gleich starker Achtzylinder-Motor mit einem Hubraum von 4,0 Litern. Unter anderem das geringe Gewicht und die Piezo-Direkteinsprizung sollen trotz der enormen Leistung für den niedrigen Durchschnittsverbrauch von 9,5 Litern sorgen. Für das Twinturbo-Triebwerk verspricht BMW außerdem eine merklich spontanere Leistungsentfaltung als bei einfach aufgeladenen Motoren. Aufgrund eines geringeren Trägheitsmoments sollen die beiden kleinen Lader deutlich schneller Druck als ein einzelner großer Lader aufbauen. BMW verkündet das Ende das Turbolochs.

Zwei weitere starke Sechszylinder
Unterhalb des Twinturbos rangiert der 330i mit 272 PS und 315 Newtonmetern Drehmoment. Damit soll der Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 in 6,1 Sekunden zu Ende sein, die Höchstgeschwindigkeit endet wiederum bei 250 km/h. Der Verbrauch soll laut BMW bei 8,8 Litern liegen. Mit nur 8,4 Litern begnügt sich der Sechszylinder im 325i. Der Benziner mobilisiert immerhin 218 PS, macht das Coupé 247 km/h schnell und knackt den 100-km/h-Sprint in 6,9 Sekunden.

Mächtig Druck von unten
Auch für Freunde besonders drehmomentstarker Dieselmotoren bietet BMW den 330d an. Das Triebwerk verfügt über einen Turbolader mit variabler Turbinengeometrie, elektrischen Drosselklappen sowie einer Common-Rail-Einspritzung, bei der Piezo-Injektoren der neuesten Generation zum Einsatz kommen. Außerdem ist er serienmäßig mit einem Dieselpartikelfilter ausgerüstet. Seine Leistung von 231 PS sowie sein maximales Drehmoment von 500 Newtonmetern liefern deutliche Hinweise auf eine vehemente Kraftentfaltung. Für die Beschleunigung genügen 6,6 Sekunden und die Höchstgeschwindigkeit beträgt 250 km/h. Mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 6,5 Litern je 100 Kilometer kann der Antrieb auch auf dem Gebiet der Wirtschaftlichkeit beeindrucken.

Vierzylinder kommen erst später
Für Deutschland und andere Märkte ist zu einem späteren Zeitpunkt mit der Einführung von Vierzylinder-Varianten des neuen Coupés zu rechnen. Dann werden das BMW 320i Coupé bei den Benzinern und das BMW 320d Coupé in den Reihen der Dieselmodelle die Rolle der Einstiegsvarianten spielen.

Immer mit sechs Gängen
Alle Motoren werden serienmäßig mit einem Sechsgang-Handschaltgetriebe kombiniert. Alternativ kann man auch eine neue Sechsgang-Automatik ordern. Diese soll mit deutlich verkürzten Schaltzeiten eine noch spontanere Reaktion auf Gaspedalbewegungen ermöglichen. Mithilfe von Paddles am Lenkrad können die Gänge auch manuell gewechselt werden und dürfte so für ein betont sportliches Fahrerlebnis trotz Automatik sorgen.

Fahrspaß garantiert
Für ein hohes Maß an Dynamik dürfte auch das Fahrwerks-Layout des 3er Coupés sorgen. Mit Hinterradantrieb und einer Gewichtsverteilung von 50:50 zwischen Vorder- und Hinterachse bietet es bereits beste Voraussetzungen. Mit einer größtenteils aus Aluminium gefertigten Doppelgelenk-Zugstrebenachse mit Federbeinen vorn sowie einer Fünflenkerachse hinten verfügt das neue BMW 3er Coupé technisch über eine sehr aufwendige Radaufhängung. Eine gezielte Verstrebung am Fahrzeugboden sorgt für zusätzlich Steifigkeit. In Verbindung mit dem niedrigeren Schwerpunkt der Karosserie und einer spezifischen Abstimmung der Stoßdämpfer dürfte dies dem fahraktiven Charakter des Coupés sehr zugute kommen. BMW verspricht außerdem eine präzise und dank der Kraftübertragung auf die Hinterräder frei von jeglichen Antriebseinflüssen agierende Zahnstangenlenkung. Sie soll eine hohe Zielgenauigkeit und exakte Rückmeldungen über den Straßenzustand bieten.

Sicherheit ohne Lustverlust
Die Bremsanlage, welche aufgrund größerer Scheiben den Einsatz von 17-Zoll-Rädern erfordert, ermöglich nach Aussage von BMW herausragende Verzögerungswerte bei hoher Standfestigkeit. Natürlich ist das 3er Coupé mit den neuesten Versionen der elektronischen Regelsysteme wie ABS, dem Stabilitätsprogramm DSC und der Traktionskontrolle ASC. Neben dem hohen aktiven Sicherheitsniveau ermöglichen diese elektronischen Helfer zugleich ein hohes Maß an Fahrspaß. So können ambitionierte Fahrer in der DSC-Unterstufe DTC mit dem neuen BMW 3er Coupé die Vorzüge des kontrollierten Drifts bei sportlicher Kurvenfahrt genießen. Darüber hinaus kann DSC beim neuen BMW 3er Coupé auch vollständig deaktiviert werden.

Optional mit Allradantrieb
Ein weiteres Novum der neuen Coupé-Generation ist der Allradantrieb BMW xDrive. Es verteilt die Motorleistung variabel auf alle vier Räder und unterstützt dabei ebenfalls einen betont sportlich-aktiven Umgang mit dem Fahrzeug.

Zunächst ab 35.850 Euro
Bislang hat BMW nur die Basispreise für die ersten vier Modelle veröffentlicht. Für den 325i werden mindestens 35.850 Euro fällig, der 330i kostet 40.100 Euro, die Dieselversion 330d ist ab 41.100 Euro zu haben. Das vorläufige Topmodell 335i wird für 43.200 Euro angeboten. Die Preise für die Vierzylinder werden erst später bekannt gegeben. Doch vermutlich dürfte der 320i etwas über 30.000 Euro kosten.
(mh)

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