Nach 90 Jahren zeigt der Nobelhersteller wieder ein neues Auto

Nachdem vor fast 90 Jahren die Automobilproduktion eingestellt wurde, stellte die russische Marke Russo Baltique wieder ein neues Auto vor. Beim Concorso d'Eleganza am Comer See zeigte Russo Baltique den Impressario, eine Studie, die in Formen und Materialien an Autos aus den 20er und 30er Jahren erinnern soll. Unter dem Blech stecken Fahrwerk und Motor des Mercedes CL 65 AMG.

Landschaft aus Zebranoholz, Metall und Leder
Damit die Passagiere bequem ein- und aussteigen können, hat das Coupé nach vorn öffnende Türen, die ähnlich wie Schwingen aufgehen. Armaturenbrett und Türverkleidung des Impression sind aus dem Stamm eines afrikanischen Zebranobaumes handgefertigt. Matt glänzendes Metall und helles Leder ziehen sich durch den gesamten Innenraum.

An die Tradition anknüpfen
Mit dem klassisch anmutenden Coupé möchte die Moskauer Firma die kurze Tradition von Russo Baltique wiederbeleben. Weil der Nobelhersteller von 1914 bis zur Oktoberrevolution 1917 Hoflieferant des russischen Zaren war, zeigt das Firmenemblem den russischen Doppeladler. Der erste Russo Baltique war 1907 ein offener Zweisitzer, fünf Jahre später errang die Marke einen Doppelsieg bei der Rallye Monte Carlo. Heute gibt es auf der ganzen Welt noch drei historische Exemplare der rein russischen Edel-Automobile.

Kleinserie möglich
Etwas mehr könnten es vom Impression werden: Während der Präsentation am Comer See gab es bereits Interessenten, sodass der Hersteller über eine Kleinserie nachdenkt. Die deutsche Gerg-Gruppe, die auch schon die Studie aufgebaut hat, könnte zehn Exemplare fertigen. Russo Baltique gibt den Preis mit rund 1,4 Millionen Euro an. Dann ist allerdings Geduld angesagt: der Aufbau einschließlich Vorbereitung und individueller Spezifikation dauert zwölf bis 18 Monate.
(ao)

Russische Impressionen