Weltpremiere in Stuttgart: Deutlich veränderte Optik und stärkere Motoren

Die neue Mittelklasse von Mercedes steht in den Startlöchern. Auf einer Abendveranstaltung am 18. Januar 2007 in Stuttgart zeigte die Sternmarke die neue C-Klasse. Sie löst das seit 2000 verkaufte alte Modell ab. Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht natürlich zunächst das Design: Statt der jeweils zwei miteinander verschmelzenden runden Scheinwerfer hat die neue C-Klasse nun Frontleuchten, die stark an das Topmodell S-Klasse erinnern. Erinnerten die Leuchten bisher entfernt an das ineinanderlaufende Eigelb von zwei Spiegeleiern, so hat die neue C-Klasse parallelogrammförmige Leuchten aus einem Guss. Außerdem wurden die Lufteinlässe größer und der Grill läuft unten in der Mitte spitz zu. Zusammen lässt das die Front dynamischer wirken.

Avantgarde-Variante erstmals mit Stern im Grill
Wie bisher heißen die Ausstattungen Classic, Avantgarde und Elegance. Sie werden aber stärker gegeneinander abgesetzt. So tragen die Basisversion Classic und die eher komfortorientierte Elegance-Ausstattung den Mercedes-Stern weiterhin als Kühlerfigur auf der Haube. Der Kühlergrill besteht aus fünf, die unteren Lufteinlässe aus drei Querrippen. Dagegen präsentiert die sportlich nuancierte Avantgarde-Variante einen großen Stern in der Mitte des Grills. Möglicherweise handelt es sich bei diesem Detail um einen Versuchsballon, der die Reaktion auf einen Traditionsbruch testen soll. Denn der Mercedesstern ist mit dem Spirit of Ecstasy von Rolls-Royce eines der letzten Markensymbole, die noch auf der Haube gezeigt werden.

Silhouette im Wesentlichen gleich geblieben
Seitlich sieht die neue C-Klasse nicht sehr viel anders aus als bisher. Geblieben ist die von vorn nach hinten ansteigende Gürtellinie und auch die kräftige C-Säule. Allerdings fällt die etwas höhere Motorhaube ins Auge, die dem Schutz von Fußgängern dient: Wird ein Passant angefahren, dann prallt er ja meist auf die Fronthaube. Ist diese aber etwas höher, so kann sie den Aufprall abfedern, bevor der Kopf auf den harten Motorblock auftrifft. Am Heck gibt es vor allem gestalterische Retuschen. Wie vorne hat sich auch hinten die Leuchtenform deutlich verändert. Dreieckig sind die Rückleuchten geblieben; die auffälligste Spitze des Dreiecks scheint nun aber in Richtung Flanke zu weisen statt nach oben.

Jetzt zwei kleinere und ein größeres Rundinstrument
Im Inneren sind statt zwei jetzt drei Rundinstrumente zu sehen. Bisher gab es zwei gleichgroße runde Skalen, die von einem rechteckigen Zusatzdisplay getrennt wurden. In Zukunft schaut der Fahrer auf zwei kleinere Kreise links und rechts und ein großes, blau hinterlegtes Rundinstrument in der Mitte. In den höherwertigen Ausstattungen Elegance und Avantgarde gibt es dazu ein Multifunktionslenkrad mit Tasten auf den Querholmen.

Fünf Zentimeter länger
Kaum verändert hat sich die C-Klasse in der Länge: Statt 4,53 misst sie nun 4,58 Meter, also fünf Zentimeter mehr. Fast im gleichen Maße wächst der Radstand. Außerdem vergrößerte sich die Breite um etwa vier Zentimeter. Der Kofferraum wuchs um 20 auf 475 Liter.

Kaum veränderte Motorenpalette
Das Motorenangebot bleibt fast unverändert. Das Einstiegsmodell, der C 180 Kompressor, hat einen 156 PS starken Vierzylinder mit Aufladung. Es folgen der C 200 Kompressor und dann die nicht aufgeladenen Sechszylinder C 230, C 280 und C 350. Das Benziner-Topmodell ist der C 63 AMG mit einem Sechsliter-V8, der 450 PS leistet. Bisher gab es hier einen C 55 AMG mit 367 PS. Auf der Dieselseite werden wie bisher ein C 200 CDI, ein C 220 CDI und ein C 320 CDI angeboten. Doch obwohl die Bezeichnungen – bis auf das AMG-Modell – gleich geblieben sind, wurden die Motoren stärker. Der Basismotor legte beispielsweise um 13 PS zu. Dennoch sank der Verbrauch laut Mercedes um 0,3 Liter auf 100 Kilometer. Bei der Markteinführung im Frühjahr 2007 sind zunächst nur drei Benziner- und ein Dieselmotor erhältlich: C 200, C280, C350 und C 220 CDI. Im Laufe des Jahres folgen der C 320 CDI im Juni und danach die Modelle C 180, C 200 CDI und der C 230. Im August 2007 sollen die Allrad-Modelle 4matic folgen. Anfang 2008 soll das Topmodell C 63 AMG die Palette komplettieren.

Sechsgangschaltung wie bisher
Die Kraftübertragung übernimmt serienmäßig wie bisher ein Sechsgang-Schaltgetriebe; nur der C 350 hat die 7G-Tronic. Optional gibt es bei den Vierzylindern eine Fünfgang- und bei den Sechszylindern die Siebengangautomatik. Als weiteres Technik-Extra kann eine elektronische Dämpferregelung namens Agility Control gewählt werden, die sich auf die Fahrweise einstellt. Ab Herbst 2007 soll es auch ein "Advanced Agility"-Paket geben. Damit wird der Fahrer per Knopfdruck zwischen sportlicher und komfortabler Dämpfercharakteristik wählen können. Auf der Extra-Liste steht auch ein intelligentes Lichtsystem sowie das aus S- und E-Klasse bekannte Presafe-Sicherheitskonzept. Zur Basisausstattung gehören ESP, Frontairbags, Seitenairbags vorne, Fensterairbags sowie ein Fahrer-Knie-Airbag. Laut Mercedes soll der Einstiegspreis unter 30.000 Euro liegen.

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