Bagger-Bauer JCB will in der Wüste einen ganz flinken Pfeil zünden

Dieselkraftstoff ist in Europa billig. Deshalb ist er das traditionelle Lebenselixier der Nutzfahrzeugbranche. JCB (Joseph Cyril Bamford), ein britischer Spezialist für Bau- und Landmaschinen, kommt jetzt mit einem Renner, der nur für einen Zweck gebaut wurde: Ein neuer Geschwindigkeitsrekord.

Der schnellste Mann der Welt
Der Engländer Andy Gree, früher Jagdflieger, soll es jetzt mal mit Bodenkontakt versuchen. Im August 2006 wird er es auf den Bonnville-Salzseen im US-Bundesstaat Utah richtig krachen lassen. Mr. Green hat bereits Erfahrungen mit schnellen Landfahrzeugen. Bereits 1997 semmelte er mit 1220 km/h durch die Black-Rock-Wüste im Nordwesten Nevadas und fuhr damit als erster Mensch der Welt schneller als der Schall.

Schnelle Bulldozer?
Was treibt eine Baufahrzeugfirma dazu, den 33 Jahre alten High-Speed-Rekord für Dieselfahrzeuge zu brechen? JCB möchte damit die Leistungsfähigkeit seiner Dieselmotoren demonstrieren. Dementsprechend hat der JCB-Dieselmax nichts gemein mit einem gewöhnlichen Schaufellader. Er ist stromlinienförmig optimiert. In seinem Inneren nageln zwei Diesel mit je 750 Rennpferden. Damit steckt in dem schnellen Einzelgänger zirka doppelt so viel Kraft wie in Michael Schumachers Dienstwagen.

Das Lächeln der Ingenieure
Der alte Rekord liegt bei 380 km/h. Die Entwickler von JCB wollen diese Marke vergessen machen. Mindestens 480 km/h, was ein Brechen der 300-Meilen-Marke bedeutet, sollen her. Am Drehmoment wird es nicht scheitern. 1.500 Newtonmeter könnten bei 2.000 U/min anliegen. Die Zahl neun findet sich gleich zweimal im vermeintlichen Rekordauto wieder: Neun Meter Länge stehen im krassen Gegensatz zu neun Litern Tankinhalt. Da in den USA Diesel 20 Prozent teurer ist als Benzin, wird hier wohl am richtigen Ende gespart. Falls der Rekordversuch scheitern sollte, dann mit der Meldung: My fuel tank is empty ...
(gh)

Diesel auf Speed