Dänisches Katapult schießt in nur drei Sekunden auf Tempo 100

Birmingham hat nach der Rover-Pleite als Autostandort eigentlich ausgedient. Doch mit der Messe Autosport International konnte die englische Großstadt beim Thema Auto wieder ein wenig von sich Reden machen. Immerhin hat dort die dänische Firma RoadRazer einen gleichnamigen Supersportler erstmals der Weltöffentlichkeit präsentiert.

100-km/h-Sprint in 3,0 Sekunden
Der RoadRazer ist eine puristische Fahrmaschine ohne viel Schnickschnack, ganz in der Tradition von Formel-Fahrzeugen. Eine Besonderheit ist der Antrieb: Der 1,3-Liter-Vierzylinder stammt vom 300-km/h-Motorrad Suzuki Hayabusa. Das extrem drehzahlfreudige Vierzylinder-Aggregat leistet im RoadRazer 175 PS. Kombiniert wird dieser Antrieb mit einem sequentiellen Sechsgang-Getriebe. Die Gänge können über Schaltwippen am Lenkrad gewechselt werden. Mit seinem Motorrad-Herz soll der nur 300 Kilo schwere Däne in knapp drei Sekunden den Sprint von null auf 100 km/h absolvieren. Der Vortrieb endet bei 240 km/h.

Monocoque-Fahrgastzelle
Das aus Karbon gefertigte Monocoque-Fahrgastzelle sorgt dank des geringen Gewichts, eines tiefen Schwerpunkts und einer guten Aerodynamik zusätzlich für eine sehr sportliche Performance. Darüber hinaus gelten derartige Konstruktionen dank ihrer Festigkeit auch im Falle eines Crashs als relativ sicher. Auf Airbags wurde deshalb beim RoadRazer verzichtet. Statt dessen schützen Vierpunktgurte die Insassen vor möglichen Unfallfolgen. Hinter der Fahrgastzelle befindet sich außerdem noch ein Überrollbügel.

Zwei Fahrgäste in einer Reihe
In der Fahrgastzelle ist Platz für zwei Personen, die jedoch nicht nebeneinander, sondern hintereinander sitzen. Die Fahrgäste thronen in Schalensitzen nur knapp fünf Zentimeter über dem Asphalt. Insgesamt geht es recht beengt zu, deshalb ist auch das Lenkrad für ein leichteres Ein- und Aussteigen abnehmbar. Hinterm Lenkrad befindet sich das Cockpit mit halbrundem Drehzahlmesser und einem Monochrom-Display, das weitere Fahrinformationen darstellt.

Sportliches Fahrwerk
Die Vorderräder werden über eine freiliegende Doppelquerlenker-Achse aus Aluminium geführt. Die Stoßdämpfer sind vorne und hinten voll justierbar. Den Kontakt zur Straße stellen 17-Zoll-Leichtmetallfelgen von OZ mit 215er-Reifen her. Die vorderen Bremsscheiben messen 320 und die hinteren 282 Millimeter im Durchmesser. Der RoadRazer ist also auch fahrwerksseitig bestens dafür ausgelegt, besonders schnell durch Kurven zu jagen.

Rund 53.000 Euro
Nicht ohne Grund hat die dänische Firma ihren RoadRazer erstmalig in Großbritannien vorgestellt. Nach Ansicht des Firmengründers Mikkel Pederson ist das Königreich das weltweit wohl bedeutendste Zentrum des Motorsports. Und deshalb gibt es für den RoadRazer zunächst nur eine britische Straßenzulassung. Wer ihn sich dort bestellen will, muss 35.000 Britische Pfund bezahlen. Das entspricht derzeit gut 53.000 Euro. Alternativ besteht die Option, das Fahrzeug unmontiert zu ordern. Wer also gerne selber ein wenig schraubt, kann den RoadRazer auch als Kit-Car für 19.900 Pfund beziehungsweise rund 30.000 Euro bestellen.

Auch für Deutschland
Geschäftsführer Mikkel Pederson macht sich nebenbei Gedanken darum, den RoadRazer auch in Deutschland anzubieten. Derzeit steht er in Verhandlungen mit dem TÜV Nord für eine deutsche Typzulassung. Doch derzeit befindet sich der RoadRazer-Chef hier noch in einer frühen Planungsphase. Pederson hofft vielmehr darauf, dass es in naher Zukunft eine EU-weite Regelung für die Typzulassung gibt. Immerhin wird hierüber im EU-Parlament bereits konkret diskutiert. In ein bis vier Jahre könnte eine derartige Regelung nach Pedersons Einschätzung in Kraft treten. Dann bliebe ihm das aufwendige und teure Prozedere einer speziellen Typzulassung allein für Deutschland erspart.

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