Die Tuner vom Ammersee haben sich des Porsche Coupés angenommen

Sportwagen noch sportlicher zu machen, das ist eins der hohen Ziele der Tuningbranche. Vittorio Strosek schnappt sich den ohnehin schon attraktiven Porsche Cayman S und verpasst ihm sein Driving Design.

Dicke Luft
Damit der Cayman mehr Charakter zeigt, wurde die Serienfrontschürze bearbeitet. Ein zusätzlicher, zweiteiliger Frontspoiler mit Luftschächten reduziert den Auftrieb und dient den Bremsen als Atemweg. Außerdem kommt ein Mittelflügel an die Vorderseite. Dieser besteht aus dem in der Motorsport-Branche beliebten PU-Rim-Material (Polyurethan-Reaction-Injection-Moulding-Material: unter hohem Druck hergestellter, sehr leichter Kunststoff). Die Seiten des Sportlers werden mit neuen Schürzen optisch geschickt gestreckt. Beim Wechseln auf die Überholspur hilft der spezielle Sportspiegel, der elektrisch verstellbar und mit asphärischen Gläsern ausgerüstet ist. Zur Leistungsoptimierung wurden Motor-Lufthutzen entwickelt, die einen Ram-Air-Effekt (Luft-Staudruck-Effekt) erzeugen. Bei diesem aus dem Rennsport bekannten System wird auf der Fahrerseite komprimierte Luft für den Ansaugtrakt, auf der Beifahrerseite für den Kühlkreislauf zur Verfügung gestellt. Dies kann bis zu 15 PS Zusatzleistung bringen.

Schön flach
Den Dachspoiler zieht Strosek über die Heckscheibe. Damit wirkt das niedrige Fahrzeug noch flacher. Der Serienheckflügel verschwindet zugunsten einer neuen Schwinge, welche aber die Fähigkeit zum elektrischen Ausfahren erbt. Um das Aerodynamikkonzept rund zu machen, mildern Diffusoren an den Seitenschürzen die Luftverwirbelungen. Das Renn-Design setzt sich in den Laufschuhen des Porsche fort. Leichtmetallräder gibt es in 19 oder 20 Zoll. Die Top-Variante besteht aus dreiteiligen Fünfspeichenfelgen in der Dimension 8,5Jx20 vorn und 11Jx20 hinten.

Hart gewickelt
Für den Rennsportauftritt kann sich der ambitionierte Lenker zwischen zwei Fahrwerksvarianten entscheiden. Zum einen stehen progressiv gewickelte Sportfedern zur Verfügung, die den Cayman der Straße um 35 Millimeter näher bringen. Zum anderen gibt es ein auf der Nordschleife des Nürburgrings abgestimmtes Fahrwerk. Dieses kann sowohl in Zug- und Druckstufe als auch in der Höhe justiert werden. Damit derlei Aufbesserungen auch Sinn machen, pumpen die Tüftler vom Ammersee noch Zusatzleistung ins Herz des Zuffenhausener Coupés. Durch ein Tuningkit mit Luftfilter, Katalysator, Auspuffanlage und neu programmierter Motorelektronik werden die serienmäßigen 295 PS aus dem 3,2-Liter-Sechszylinder-Boxermotor auf 320 PS geschraubt.

Das Carrera-Gefühl
Richtig ab geht es mit dem Triebwerk des großen Bruders. Das 3,8-Liter-Sechszylinder-Aggregat aus dem 997er Carrera S leistet dank erfolgreicher Manipulation 380 PS und bringt es auf ein Drehmoment von 415 Newtonmetern. Damit sprintet die Echse in 4,7 Sekunden von null auf 100 km/h und rennt mit maximal 288 km/h durch die Botanik. Tarnung kann man dabei getrost vergessen. Die polierte Edelstahl-Auspuffanlage glänzt und röhrt. Innen erinnern die Strosek-Logos auf den Fußmatten an den Umbauer, Aluminium an Schalthebel, Pedalerie und Fußstütze verbreiten matt schimmerndes Hochleistungs-Flair. Der Komplettumbau, dessen Komponenten auch einzeln verfügbar sind, schlägt in der 20-Zoll-Felgen-Spitzenvariante mit 20.766 Euro zu Buche.
(gh)

Bildergalerie: Strosek Cayman S