Die deutsche Nationalmannschaft ist sicherer denn je unterwegs

Der DFB (Deutscher Fußball-Bund) setzt seine Nationalmannschaft schon immer in die feinsten zur Verfügung stehenden Transporträume. Und genauso wie die Nationalmannschaft ist auch der dazugehörige Bus ein heimisches Produkt. Mercedes hat alles getan, damit die Jungs um Jürgen Klinsmann schlechte Leistungen nicht auf ihren fahrbaren Untersatz schieben können. Allerdings kommt dieser Bus nicht während der Fußball-Weltmeisterschaft zum Einsatz, da diese von anderen Unternehmen gesponsert wird.

Mit Sicherheit ein gutes Gefühl
Fußball ist ein Eckpfeiler der Entertainment-Branche. Und dabei geht es nur um eins: Geld. Jeder einzelne Nationalspieler ist Millionen wert. Also muss die teure Truppe möglichst behütet über die Straßen bugsiert werden. So hat Mercedes aus dem Bus ein vorbildliches Sicherheitsgefährt gemacht. Das elektronische Stabilitätsprogramm (ESP), ein Anti-Blockier-System, eine Antriebs-Schlupf-Regelung (ASR) und ein Bremsassistent (BA) liegen ständig auf der Lauer, um im Bedarfsfall wertvolle Waden zu schützen. Außerdem sind ein Abstandsregel-Tempomat (ATR) und ein Dauerbrems-Limiter (DBL) im Einsatz. Letzterer bremst bei Talfahrten den schweren Bus mithilfe einer verschleißfreien hydraulischen Bremse, Retarder genannt, automatisch auf die zulässige Höchstgeschwindigkeit ab. Eine Rückfahrkamera guckt aus dem Heck, die Daten des Einparkassistenten erscheinen in den Außenspiegeln.

Nationale Töne
Beim Design hat die Kickerbande keine Wahl. Alles wird in den deutschen Nationalfarben gehalten. Und die heißen bei Mercedes Obsidianschwarz, marsrot und safrangelb. Außen wie innen dominiert dieses Kolorit. Die gerade mal 36 Sitze, in der Normalbestuhlung werden 54 Sitze in den Bus geschraubt, wurden nicht mit dem Kunststoff eines Fußballs, sondern mit Leder bezogen. Die Stollen können auf Fußstützen platziert werden. Auch das Signum des Deutschen schlechthin, der Vorhang, darf im tollen Sporttransporter nicht fehlen. So hängen vor den Fenstern gelbe Gardienen. Im Heck ist Partyzone. Vier Klubtische laden zur Kommunikation ein. Dabei müssen die Fußballer nicht miteinander sprechen. Ein Sechsfach-DVD-Wechsler, ein TV-Tuner und drei elektrisch ausklappbare 15-Zoll-Flachbildschirme stehen bereit, den Gästen die Langeweile zu vertreiben.


Komfort und Athletik
Auf dem Dach finden keine Ballnetze Platz. Dafür ist dort eine starke Klimaanlage montiert. Die Dachluken werden geschlossen, wenn der Regensensor ein paar Tropfen erfühlt. Die Toilette ist beheizt, die Bordküche voll ausgestattet und ein separater Kühlschrank steht bereit. Was der Getränkespender so alles spendet, ist noch nicht bekannt. Die Trikots hängen in der Garderobe und der Fahrer wird vom Navigationssystem geführt. Außerdem müssen die medienerprobten Profis auch im Bus nicht auf Kameraüberwachung verzichten. Die Videoanlage filmt die fahrbare Herberge permanent. Fit ist der Bus genauso wie seine Fahrgäste. Der Zwölf-Liter-Reihenmotor leistet 428 PS und bietet bei 2.500 U/min ein Drehmoment von 2.100 Newtonmetern. Das Triebwerk geht mit der Diesel-Blue-Tec-Technologie an den Start und erfüllt somit bereits jetzt die ab Herbst 2006 geltende Euro 4-Abgasrichtlinie. Die dreiachsige rollende Mannschaftskabine ist über 13 Meter lang und wiegt 24 Tonnen. Sie ist deutlich langsamer als ein frisch geschossener Ball: Maximal 100 km/h.
(gh)

Fußballbus von Mercedes