Außerdem: Mehr Diesel, weniger Verbrauch, mehr Partnerschaften

Auf der Jahrespressekonferenz von DaimlerChrysler am 14. Februar 2007 in Auburn Hills verkündete Vorstandsvorsitzender Dieter Zetsche eine saftige Reduzierung der Belegschaft um 13.000 Mitarbeiter in den USA und Kanada. 11.000 Arbeiter und 2.000 Angestellte werden Abfindungsangebote bekommen, mehrere Werke werden geschlossen. Die zuletzt überhöhte Produktion wird heruntergefahren. Außerdem kündigte Zetsche 20 neue Chrysler-Modelle und eine stärkere Fokussierung auf verbrauchsgünstige Fahrzeuge an. Auch Partnerschaften sollen den defizitären Mercedes-Partner gesunden lassen. Während die meisten Medien sich nunmehr mit Zetsches Aussage "alles ist möglich" befassen und spekulieren, ob Chrysler zum Verkauf stehe, wollen wir uns in diesem Beitrag mit den Fahrzeug- und Marktstrategien befassen, die zusätzlich zu den Kostensenkung durch Entlassungen, Werksschließungen und kostengünstigere Produktion in den nächsten drei Jahren wieder Gewinne bringen sollen.

Internationaler und sparsamer im Verbrauch
Gegenwärtig erwirtschaftet die Chrysler Group, zu der Chrysler, Dodge und Jeep gehören, rund 90 Prozent ihres Umsatzes in Nordamerika. In Zukunft soll die internationale Präsenz verstärkt werden. Bisher verkaufte Chrysler vor allem Vans, Pick-ups und Geländewagen. ,Aber die Spielregeln des Marktes haben sich verändert", sagt Chrysler-Chef LaSorda. ,Hohe Kraftstoffpreise und andere Marktverwerfungen haben eine Veränderung des Nachfrageverhaltens hin zu kleineren, Kraftstoff sparenden Fahrzeugen ausgelöst."

Doppelkupplungsgetriebe und mehr Diesel
Deshalb sollen 2,3 Milliarden Euro in die Entwicklung neuer Motoren, Getriebe und Achsen fließen – mit dem Ziel niedrigerer Verbräuche. Ein deutscher Zulieferer soll im Auftrag von Chrysler ein Doppelkupplungsgetriebe entwickeln, also ein ähnliches Getriebe, wie es VW als DSG im Programm hat. Außerdem wird unter dem internen Namen Phoenix eine neue V6-Motorenfamilie entwickelt. Sie soll die vier Sechszylinderfamilien ersetzen, die es bisher gab. Die Dieselpalette wird in Zukunft ausgeweitet, wobei auch auf die sauberen Bluetec-Selbstzünder von Mercedes zurückgegriffen wird.

20 neue Autos bis 2009
Die neuen Motoren sollen die Voraussetzungen für eine Produktoffensive schaffen. Über 20 neue und 13 modellgepflegte Fahrzeuge sollen bis zum Jahr 2009 auf den Markt kommen. Acht neue Autos sollen schon 2007 erscheinen; dazu kommen noch fünf Modellpflegen. Zu den wichtigsten Produkten gehört der Van Chrysler Town & Country und der baugleiche Dodge Caravan. Wann das Auto in Deutschland als Chrysler Voyager auf den Markt kommt, steht noch nicht fest. Außerdem kommen der Dodge Avenger, das Chrysler Sebring Cabrio und der Jeep Liberty.

Chery-Kleinwagen auch für Europa
Darüber hinaus will Chrysler mehr internationale Partnerschaften schließen. Zusammen mit VW werden bald Vans in Nordamerika produziert. In Mexiko soll der kleine Hyundai Athos unter dem Markennamen Dodge verkauft werden. Der chinesische Hersteller Chery soll in China einen Kleinwagen für den amerikanischen und europäischen Markt produzieren. Außerdem erwähnt Chrysler das World Engine Projekt, bei dem zusammen mit Hyundai und Mitsubishi kleine Benzinmotoren entwickelt werden, sowie die Zusammenarbeit mit BMW und General Motors bei der Entwicklung von Hybridantrieben. Mit dem Dodge Durango des Modelljahres 2008 soll das erste Two-Mode-Hybridfahrzeug auf den Markt kommen.

Bildergalerie: 20 neue Chrysler-Modelle