Die Rennflunder soll puristischen Fahrspaß für Auto-Enthusiasten bieten

Der österreichische Motorradhersteller KTM hat erstmalig in seiner 50-jährigen Firmengeschichte ein Fahrzeug mit vier Rädern entworfen. Das X-Bow getaufte Vehikel soll dank seines hervorragenden Verhältnisses von Leistung zu Gewicht für Fahrspaß pur sorgen. Das Fahrzeug richtet sich an Enthusiasten, die ein puristisches Fahrerlebnis suchen.

Energieabsorbierende Crash-Boxen
Der X-Bow besitzt ein Karbon-Monocoque-Cockpit, wie es sonst nur bei Supersportwagen der obersten Preiskategorie zu finden ist. Es wiegt grade einmal 70 Kilogramm und verfügt über eine Crash-Box an der Front. Diese soll die Aufprallenergie im Falle eines Frontalaufpralls absorbieren. Der am Heck sitzende Endschalldämpfer wurde so designt, dass er sich im Falle eines Aufpralls ebenfalls wie eine Crash-Box verhält und einen Großteil der auftretenden Energie aufnimmt.

Spartanischer Innenraum
Der Innenraum ist spartanisch gehalten: Eine herkömmliche Armaturentafel ist nicht vorhanden. Alle für den Fahrer relevanten Daten werden über ein in die Lenkradmitte integriertes Multifunktionsdisplay angezeigt. Daneben gibt es lediglich noch den Schalt- und den Feststellhebel der Handbremse. Alles ist auf maximale Gewichtsersparnis ausgelegt: Eine Heizung oder Scheibenwischer gibt es ebenso wenig, wie eine Sitzverstellung. Die Schalen für Fahrer und Beifahrer sind in das Monocoque eingearbeitet. Um verschieden großen Fahrern gerecht zu werden, lässt sich die Pedalarie manuell verstellen. Fahrer und Beifahrer werden durch Vierpunkt-Gurte gesichert. Zwei Überrollbügel sollen auch im Falle eines Überschlags die Sicherheit der Insassen garantieren.

Ohne Kofferraum und Staufächer
Auf Grund des fehlenden Kofferraums eignet sich der X-Bow ebenso wenig zum Einkaufen wie für eine längere Wochenend-Tour. Eine kleine Box bietet immerhin ausreichend Platz für die Fahrzeugpapiere. Im Fußraum sind die gesetzlich vorgeschriebenen Ausrüstungsgegenstände wie Warndreieck, Verbandskasten und ein Tyre-fit-System untergebracht. Zusätzlich gibt es eine Abdeckplane, die das Fahrzeuginnere zumindest beim Parken vor Witterungseinflüssen schützen soll. Zwei Helme können im Beifahrer-Fußraum befestigt werden.

Ohne Dach und ohne Türen
Auch ein Dach sucht man vergebens. Lediglich ein sieben Zentimeter hohes Windschild soll Schutz vor Fahrtwind und Witterung bieten. Damit unterstreicht die österreichische Rennsemmel ihre puristischen Gene. Der Zweisitzer kommt außerdem ohne Türen aus. Aufgrund der niedrigen Schulterlinie soll sich das Einstiegen einfach und verhältnismäßig unkompliziert gestalten. Das Fahrzeug steht auf 17 Zoll großen Felgen an der Vorder- und 18 Zoll großen Felgen an der Hinterachse. Der Unterboden des Fahrzeugs wurde aerodynamisch gestylt, am Heck sorgt ein Diffusor für den nötigen Anpressdruck.

Audi-Motor mit 220 PS
Der KTM X-Bow mobilisiert 220 PS aus einem Zweiliter-TFSI-Motor von Audi. Bei einem Gesamtgewicht von nur 700 Kilogramm soll das Fahrzeug so in 3,9 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 sprinten. Der Vierzylinder-TFSI-Motor kann mit einem Drehmoment von 300 Newtonmetern aufwarten. Ein Leistungs-Kit und ein Aerodynamik-Paket sollen auf Wunsch die Dynamik des X-Bow noch erhöhen. Die Leistung wird über eine VW-Sechsgang-Schaltung an die Hinterräder übertragen. Optional soll eine DSG-Automatik erhältlich sein. Für einen späteren Zeitpunkt ist bereits ein 300-PS-Aggregat in Planung.

33,1 Meter Bremsweg
Dem Vortrieb soll eine Brembo-Bremsanlage bei Bedarf Einhalt gebieten. Dafür sorgen 305 Millimeter große Bremsscheiben an der Vorder- und 265 Millimeter große Bremsscheiben an der Hinterachse. Damit kommt der X-Bow bei einer Vollbremsung aus Tempo 100 nach Aussage von KTM schon nach 33,1 Metern zum Stehen.

Spezielle Kleidung für den X-Bow
Zusammen mit dem Motorrad-Bekleidungshersteller Dainese entwickelt KTM spezielle Bekleidungsstücke und Helme. Diese sollen den Schutz vor Witterung sowie Audio- und Telefon-Funktionen übernehmen.

Kleinserie mit Topausstattung
Aufgrund der geringen Erstauflage wird KTM die ersten X-Bows in einer Topausstattung ausliefern, die bei späteren Serienmodellen als Extra auf der Optionsliste ihren Platz finden wird. Dazu zählen ein Sperrdifferenzial, Leichtmetallfelgen und ein abnehmbares Lenkrad im Renn-Look.

Erster Prototyp in Genf
Der erste Prototyp wird von 8. bis zum 18. März 2007 auf dem Auto-Salon in Genf vorgestellt. Diese Studie wird außerdem als Basis für eine Prototypen-Serie von 100 Fahrzeugen dienen. Die Produktion soll Ende 2007 starten. Die kleine Auflage ist der Produktionskapazität der Dallara-Fabrik in Italien geschuldet, wo der X-Bow gefertigt wird. Dort können auf Grund des hohen Anteils an Handarbeit nur etwa vier bis fünf Fahrzeuge pro Woche hergestellt werden.

Preis der Kleinserie noch unbekannt
Aufgrund des größeren Austattungsumfanges werden die ersten 100 Fahrzeuge preislich über dem für die spätere Serienproduktion angegebenen 40.000 Euro liegen. Der genaue Preis wird auf dem Genfer Auto-Salon bekannt gegeben. Das Ziel ist eine Jahresproduktion von 500 bis 1.000 Fahrzeugen ab 2008. Ob es verwirklicht wird, soll bis Ende April 2007 entschieden werden.

Bildergalerie: Rennflunder aus Austria