Bulgarische Studenten entwickeln Studie – von der Skizze zum Serienmodell

Der europaweite Erfolg des in Rumänien produzierten Dacia Logan hat es deutlich gezeigt: Preisgünstige Kompaktwagen liegen voll im Trend. Da möchte auch das seit dem 1. Januar 2007 zur EU gehörende Nachbarland Bulgarien nachziehen. Seit mehr als zwei Jahren arbeiten die Studenten der Technischen Universität von Sofia am ersten Automobil ,Made in Bulgaria". Kürzlich enthüllten der Rektor der Fakultät und seine Studenten das erste Concept-Car.

Fünf Plätze – unter 8.500 Euro
Bei der Entwicklung waren die Rahmenbedingungen fest vorgegeben: Um sowohl auf dem heimischen als auch auf dem internationalen Markt erfolgreich sein zu können, muss das Auto Platz für vier bis fünf Personen bieten und zu einem Verkaufspreis zwischen 7.500 und 8.500 Euro realisierbar sein.

Charakteristische und sportliche Akzente
Nach dieser Vorgabe entwickelten die Studenten die Studie Universe. Tropfenförmige Hauptscheinwerfer und eine dynamisch gestaltete Frontschürze verleihen dem Wagen ein charakteristisches Gesicht. Von der Seite aus betrachtet soll der Prototyp durch die Kombination aus einer stark geneigten Frontscheibe, einer nach hinten abfallenden Dachlinie und einer tief nach unten gezogenen Schwellerparte betont sportlich wirken. Spiegel mit integrierten Blinkern und Türgriffe, die in die Fensterrahmen eingelassen wurden, setzen optische Akzente.

Fahrfertiger Prototyp im Frühsommer 2007
Bis zum Frühsommer 2007 soll der erste fahrfertige Prototyp aufgebaut werden. Daher müssen die Studenten nun von der Designphase in den Engineering-Prozess wechseln. Hier ist die hohe Hürde zu nehmen, die heutigen Sicherheitsstandards mit relativ einfacher und damit preisgünstiger Technik zu erfüllen. Parallel werden an der Universität die Studien weiter vorangetrieben, wie man das Projekt bis hin zum Aufbau einer Produktion des ersten Autos aus Bulgarien weiter vorantreiben kann. Den Business-Plan entwickeln die Studenten an der Wirtschaftsfakultät der Uni Sofia.

Internationale Unterstützung
Initiiert wurde das Projekt von Professor Sasho Draganov, Leiter des Bereichs Industrial Design an der TU von Sofia, und seinem deutschen Kollegen Professor Harald Leschke, Direktor Advanced Design Projekte bei DaimlerChrysler. Schnell konnten Partner aus der Industrie gefunden werden: Aus Deutschland sagten DaimlerChrysler sowie der Reifenhersteller Fulda zu. Mit Samsung interessierte sich auch ein koreanischer Konzern für die Vision eines bulgarischen Autos. Wenn sich Investoren finden und es gelingt, die nötigen EU-Fördergelder aus Brüssel zu bekommen, könnte die Studie zum Serienfahrzeug werden. Denn ein Auto, das gut aussieht, preisgünstig und sparsam ist und dennoch in Sachen Sicherheit auf dem Stand der Zeit ist, hätte nicht nur auf dem heimischen Markt eine reelle Chance.

Bildergalerie: Bulgarischer Billigheimer