Stark wie nie zuvor rennt der kleine Muskelmann durch die Straßen

Der Mini Cooper S hat mit seinen drei Siegen bei der Rallye Monte Carlo Rennsportgeschichte geschrieben. Und als Rennauto gibt es ihn heute noch, jetzt sogar in einer speziellen Version für die Straße mit dem John Cooper Works GP Kit.

Stark, klein, selten
Der neue Sportmini ist für die echten Fans der Marke gedacht. Mike Cooper, Sohn des 2000 verstorbenen Cooper-S-Konstrukteurs John Cooper, will mit diesem Fahrzeug die Grand-Prix-Autos seines Vaters ehren. Gerade mal 2.000 Stück des kleinen Stadtrenners werden hergestellt. Das Grundkonzept gibt es schon und zwar in der Clubsportserie Mini Challenge. Aus dieser abgeleitet lässt die Straßenversion noch mehr Muskeln unter ihrem modifizierten Blechkleid spielen. Das Ergebnis: der stärkste Serien-Mini aller Zeiten.

Fett weg, Kraft rein
Damit der Kleine richtig abgeht, musste er abspecken. Eine Fitness-Kur verhilft dem Sonder-Cooper zu mehr Leistung. Diese bewährte Kombination dürfte den Mini-Fahrspaß weiter nach oben schrauben. Der 1,6-Liter-Rennsport-Kompressormotor stellt eine Herde von 218 Pferden in den Dienst des Flitzers. 250 Newtonmeter drehen an der kleinen Kurbelwelle. Des Weiteren wurde der Ladeluftkühler modifiziert und die elektronische Motorsteuerung optimiert. Das treibt den Mini in der Works Edition auf fast schon unheimliche 240 km/h. Tempo 100 erreicht die Rennmaschine in 6,5 Sekunden. 8,6 Liter Sprit will das Baby-Auto im Schnitt aus der Benzin-Pulle saugen.

Kleider machen Speed
Für die Geschwindigkeit eines Autos ist es immer gut, wenn es leicht durch die Luft flutscht und am besten noch von selbiger in den Asphalt gepresst wird. So bliesen die Ingenieure dem Mini so lange den harten Windkanal-Strom um die Außenspiegel, bis diese rot wurden und der Luftwiderstand minimal gering war. Der Frontspoiler und die Seitenschweller wurden nach unten gezogen. Eine kleine Lufthutze auf der Motorhaube fängt kühlende Luft ein. Der Karbon-Heckspoiler ist beileibe kein rein optisches Element, er sorgt tatsächlich für einen verbesserten Abtrieb.

Dünn
Beim Gewichtsparen haben die Entwickler spektakulär zugegriffen. Die Rücksitzbank flog gnadenlos raus. Diese Maßnahme spart nicht nur Gewicht, mit dem ersten zweisitzigen Mini der Geschichte kommt auch ein ehrlicher Mini: Für mehr als zwei Personen ist der Winzling ohnehin nicht geeignet. Des Weiteren wurde die Heckscheibe verändert. Wegen der Spoilerplatzierung musste die dritte Bremsleuchte an die Unterkante der Scheibe wandern, was zu weiteren gewichtssparenden Maßnahmen genutzt wurde. Dass es beim Konstruieren auf jedes Gramm ankam, beweist: Selbst der Heckscheibenwischer fiel der Diät zum Opfer. Auch das bei Mini DSC (Dynamische Stabilitäts Control) genannte ESP bekommt der Kunde aus Gewichtsgründen nur auf Wunsch, genauso wie die Klimaanlage. Beides übrigens ohne Aufpreis.

Schnelles Feeling
Der Rennwagen soll auch von innen überzeugen. So sitzen Pilot und Copilot auf Recaro-Sportsitzen. Ganz offensichtlich scheint das Gesamtgewicht einer Sitzheizung kleiner zu sein, als das einer Heckscheibenwischer-Anlage, denn diese ist serienmäßig vorhanden. Sämtliche Außenfarben findet der Fahrer auch im Innenraum wieder. Die schwarzen Ledersitze fallen durch ihre roten Nähte auf. Die Schalttafel glänzt silbern. Auf der Beifahrerseite dieser Tafel findet der stolze Eigner das GP-Typenschild mit der einzigartigen Seriennummer seines Fahrzeugs.

Mehr Platz als sonst
Wer das durch Wegfall des Heckscheibenwischers eingesparte Gewicht wieder draufsatteln möchte, kann in der Works-Edition des Mini mehr mitnehmen als im Serienmodell. Schließlich fehlt auch die Rückbank. Allerdings prangt hier auch ein weiteres Rennsport-Insignum: Eine blank polierte Stange verbindet die Federbein-Dome der Hinterachse. Diese dient gleichzeitig dem Schutz der Insassen vor umherrutschendem Gepäck. 670 Liter Raum stehen Koffern aller Größe zur Verfügung.

Alles ist drin
Dieser Mini Cooper ist ein All-Inclusive-Susi-Sorglos-Paket. Was es gibt, wurde eingebaut. Der Bordcomputer, die Audioanlage mit CD-Laufwerk, die beheizten Ledersitze sowie das Sportlenkrad sind serienmäßig. Nur die bereits oben erwähnten Ausstattungsmerkmale DSC und Klimaanlage können auf Wunsch kostenlos geordert werden. Somit setzt Mini ein besonderes Glanzstück in seiner ganz persönlichen Automobilgeschichte. Dies auch deshalb, weil der 1988 verstorbene Erfinder des Mini, Sir Alec Issigonis, in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre. Wer die Geschichte mitschreiben möchte, muss 30.900 Euro hinlegen. Mitgespielt werden darf ab sofort.
(gh)

Bildergalerie: Seltener Doppelsitzer