Zeitgeistige Ideallinie prägt künftig immer mehr Limousinen

Das Weltlexikon Wikipedia bietet für Coupé folgende Definition: zweitürige Sonderform der Limousine ohne B-Säulen, mit kurzem, gewölbtem und auslaufendem Dach. Nachstehend diskutiert der Eintrag, ob der Mercedes CLS ein Coupé ist. Demnach habe das äußere Erscheinungsbild des Stuttgarters zwar coupéhafte Züge. Doch widersprechen die vier Türen der klassischen Auslegung. Wie auch immer man sich in dieser Frage entscheidet: Mercedes hat mit seinem ersten viertürigen ,Coupé" den Zeitgeist-Nagel voll auf den Kopf getroffen. Der Erfolg des Pseudo-Zweitürers ruft sogar zahlreiche Nachahmer auf den Plan. Was sich demnächst ankündigt, ist eine regelrechte Flut viertüriger Limousinen mit eleganter Zweitürenoptik.

Die schönen Ford-Töchter
Allen voran hat der Ford-Konzern gleich mehrere viertürige Coupés in der Pipeline. So bringen die britischen Edel-Töchter Jaguar und Aston Martin bald schon besonders heiße Flundern. Den Anfang macht Ende 2007 die Rassekatze XF. Sie wird das bisherige Stufenheck-Modell S-Type ablösen. Die Dachlinie des XF verläuft coupéhaft und sanft in der Heckpartie aus. B-Säulen und die Griffe der Fondtüren wurden versteckt. Noch edler, noch sportlicher kommt der Rapide von Aston Martin daher. Interessanter Weise wurde der Viertürer von einem echten Coupé abgeleitet. Flacher, gestreckter, eleganter als der Jag, sind die hinteren Türgriffe beim Rapide gut sichtbar. Da sich der Ford-Konzern von Aston Martin trennen wird, liegt der Starttermin des Rapide noch im Ungewissen. Ebenfalls ungewiss ist der Serienbau des Interceptor von Ford. Wie der Rapide, baut dieser Anfang 2007 als Studie vorgestellte Viertürer auf einem Zweitürer auf: dem Vollblutcoupé Mustang. Zwar hat Ford eine Serienproduktion des über fünf Meter langen Muscle-Cars angedeutet, aber hierüber noch nicht endgültig entschieden.

Porsche, Audi und VW
Neben Ford wird auch das Piëch-Imperium mit mehreren CLS-Interpretationen kontern. Ganz offiziell hat Porsche mit dem Panamera seinen ersten viertürigen Sportwagen für 2009 angekündigt. Statt von einer bereits vorhandenen Plattform abgeleitet, wird das viertürige Sport-Coupé komplett neu entwickelt. Bei VW gibt es hingegen konkrete Pläne, auf Basis des Passat 2008 einen eleganten Viertürer mit coupéhafter Seitenlinie zu bringen. Ein erster Auftritt war für den März 2007 geplant. Doch hat man sich im VW-Konzern für eine Überarbeitung entschieden. Ebenfalls noch etwas unklar ist, wann Audi das A7 Coupé bringen wird. Vermutlich 2010 kommt der rund 4,80 Meter lange Viertürer mit eleganter Dachlinie.

BMW lässt sich Zeit
Nicht nur Audi reagiert spät auf den CLS-Trend, auch die bayerischen Kollegen in München sind spät dran. Der 6er wäre eigentlich ein guter Ausgangspunkt für einen Viertürer gewesen. Wohl erst mit der zweiten Generation dieser Baureihe kommt 2011 auch ein Coupé mit vier Einstiegstüren.

Alfa 169 kommt 2009
Südlich der Alpen, bei Alfa Romeo, arbeitet man schon fieberhaft am 2009 erscheinenden Nachfolger des 166. Das auf 4,90 Meter gewachsene Alfa-Flaggschiff wird 169 heißen und dem neuen Trend folgend viertürig und sehr coupéhaft daherkommen.

Brennstoffzellen-Honda
Bereits früher wird Honda mit einem viertürigen Coupé antreten: 2008 startet die Brennstoffzellen-Limousine FCX in Kleinserie. Außerdem hat Hondas Edel-Tochter Acura mit dem Advanced Sedan Ende 2006 einen Entwurf präsentiert, der Chancen auf Verwirklichung hat, doch wohl nur in den USA antreten wird.

Experimente bei Chrysler
Apropos USA: Die Daimler­Chrysler-Marke Chrysler hat mit dem Nassau Anfang 2007 eine Studie vorgestellt, die bereits einen Vorgeschmack auf Kommendes bieten soll. Das besondere am Nassau: Vier Türen und eine coupéhafte Aura.

Bildergalerie: Coupé or not Coupé?