Zwischen den Zeilen lässt sich die neue Form des Stadtflitzers erahnen

Es ist der Kampf auf der Nadelspitze. Das Design des neuen Smart muss sich zwischen unendlich vielen Grenzen entwickeln. Da gibt es den noch aktuellen Vorgänger, den man wiedererkennen soll. Jede Menge neuartiger Crashtests sind zu bewältigen. Gesetzliche Vorschriften warten darauf, eingehalten zu werden. Der Innenraum soll seine vorbildliche Größe mindestens behalten, der Außenraum weiter mit seinem Park-Vorteil aufwarten. Der Gebrauch soll nach Möglichkeit noch einfacher werden. Und dann sind da noch die Kosten ...

Trotzdem viel möglich
In diesem Rahmen bewegt sich der Designer. Für einen Außenstehenden wirkt das sehr eng, der Formgestalter entdeckt hier immer noch Welten. Im red dot Museum in Essen gab DaimlerChrysler jetzt im Rahmen eines Workshops Einblicke in die Designevolution des Smart. Darüber, wie der Neue aussehen wird, können wir jetzt anhand von vermeintlichen Tipps und Erlkönig-Fotos trefflich spekulieren.

Das ist drin
Das Zeichen aller Smarts ist die sichtbare Tridion-Struktur. Dieses aus dem Motorradbau entlehnte Stilmittel steht nicht nur für die enormen Sicherheitsreserven des kleinen Fahrzeugs. Es hat auch hohen Wiedererkennungswert. Deshalb wird die sichtbare Schutzzelle bleiben, aber in leicht modifizierter Form daher kommen, um den Unterschied zum Ur-Smart herauszustellen. Anhaltspunkte gibt da die Smart-Studie Crosstown, bei der das metallische Tridion-Band am Heck nicht mehr bis zu den Rückleuchten geht.

Neuer Blick
Bisher guckt der Smart wie ein freundlich lächelndes Baby aus seinem Kunststoff-Kleid. Das wird verschwinden. Etwas frecher und aggressiver wird der Kleine über die Kreuzungen schauen. Dem allgemeinen Trend zu mehr Markanz und Extrovertiertheit wird sich auch Smart nicht wiedersetzen. Dabei werden die Modifikationen am Kühlergrill vorsichtig ausfallen. Hier gehen die Hersteller wegen der Wiedererkennung sachte zu Werke.

Anders wirken
An den Maßen des Smart wird sich nicht viel ändern. Schließlich ist seine Fähigkeit, auch quer zur Fahrbahn in einer Längs-Parklücke zu stehen, einmalig. Optisch lässt sich aber einiges machen. So soll der Neue von hinten etwas breiter wirken und somit einen kräftigeren Auftritt haben. Die Höhe bleibt, damit er weiterhin zwischen den anderen Verkehrsteilnehmern herausguckt. Vielleicht wird die optische Seitenlinie weiterhin durch einen dunklen Streifen im unteren Bereich auf mehr Dynamik getrimmt.

Ergonomischer Griff
Auch der Türgriff wird aus seinem senkrechten Lot gebracht. Eine waagerechte Anordnung ist nicht nur ergonomischer, sondern unterstützt auch die dynamische Linie des Wagens. Die senkrechte Bauform teilte sich der Kleine bisher mit den ganz Großen. Einige LKW-Modelle warten mit diesem Feature auf. Beim Smart wird das bald Geschichte sein.

Schwimmende Lichter
Die Frontlampen werden strenger, aber weiterhin ohne festen Bezugspunkt in die Kontur eingefügt. So übernimmt der neue Smart zwar nicht die Form, aber zumindest die so genannte schwimmende Anordnung der Strahler.

Innen Cross
Gerade beim Innenraum werden die Designer ein paar Elemente der Studie Smart Crosstown verwenden. Die auffälligen Stielaugen-Instrumente auf dem Amaturenbrett werden wir wieder finden. Das Tachometer wird ebenfalls einen supermodernen Look erhalten. Die geschwungene Form des Amaturenbretts ist passé. Die amerikanischen Sicherheitsvorschriften erzwingen eine gerade Form, damit ein zweistufiger großer Airbag auch den nicht angeschnallten Amerikaner retten kann. Da Smart jetzt nach Amerika geht, wurde der kleine Deutsche auch dem harten Seiten-Crashtest mit einem schweren SUV unterzogen. Das führte dazu, dass der Innenraum des Smart noch ein bisschen breiter wird. Die Fahrer können sich also über noch mehr Platz und Sicherheit freuen.

Zukunfts-Stoff
Der wohlige Stoffüberzug auf dem Amaturenbrett bleibt erhalten. Insgesamt wird der neue Smart wirklich neu aussehen. Retro-Elemente und Rückentwicklungen gibt es nicht. Der große Innenraum wird bei ähnlichen Außenmaßen noch größer. Der Smart wird erwachsener werden, ohne zu wachsen. Die Decke des Schweigens wird endgültig Anfang November 2006 vom kleinen Star gezogen.
(gh)

Der neue Smart