Die Pläne der Stuttgarter: Immer mehr Nischenfahrzeuge

Wie man sich in Stuttgart die Zukunft der Antriebstechnik vorstellt, das war in Frankfurt auf der IAA zu sehen. Aber Start-Stopp-Automatik, Leichtlauföle und die Feinheiten der Hybridtechnik sind nicht jedermanns Sache. Mehr Emotionen wecken neue Modelle. Wann die nächsten Stern-Autos vorgestellt werden und wie sie aussehen, sagten die Stuttgarter aber auf der IAA natürlich nicht. Wir haben uns anhand der massenweise herumschwirrenden Gerüchte ein Bild gemacht und zeigen dazu die Retuschen der Zukunftsmodelle aus der Feder unseres Zeichners.

C-Klasse-Derivate
Zunächst will man in Stuttgart natürlich die Potenziale der neuen C-Klasse ausloten. Der Kombi wurde auf der IAA vorgestellt. Ende 2008 kommt ein SUV auf Basis des Mittelklassewagens. Der kompakte Geländewagen soll GLK heißen – in Analogie zum großen Bruder GL. Das Fahrzeug wird etwas oberhalb des BMW X3 und des geplanten Audi Q5 positioniert. Es soll zunächst ausschließlich als Allradler kommen. Dass der GLK kein Softroader, sondern ein echter Offroader sein will, sieht man auch am kantigen Design. Etwa gleichzeitig mit dem SUV startet das ebenfalls auf der C-Klasse basierende CLK Coupé. Auf das entsprechende Cabrio müssen wir wohl noch bis 2010 warten. Dann kommt die offene Variante der C-Klasse. Anders als das konkurrierende BMW 3er Cabrio wird es ein Stoffdach erhalten.

Sportcoupé kommt wieder
Ebenfalls auf der Stuttgarter Mittelklasse beruht ein Auto, das im Frühjahr 2008 auf dem Genfer Autosalon vorgestellt werden soll. Es handelt sich um das C-Klasse Sportcoupé. So soll das Fahrzeug aber nicht mehr heißen, sondern eine eigene Bezeichnung bekommen: CLC. Angeblich war es wegen der eher niedrigen Absatzzahlen längere Zeit fraglich, ob es einen Nachfolger des kompakten C-Klasse-Derivats überhaupt geben sollte. Nun hat man sich für eine Billigversion auf Basis des alten C-Klasse Sportcoupés entschieden. Auf unserem Bild erkennt man das Sportcoupé durchaus. Wie das noch aktuelle Modell und die Avantgarde-Versionen der neuen C-Klasse trägt das Auto den Stern prominent im Grill. Die Scheinwerfer orientieren sich an der neuen C-Klasse – die ineinander laufenden Spiegeleier sind passé.

Neuer SL und Flügeltürer
Auch beim neuen SL fallen die sich durchdringenden Scheinwerfer-Ovale weg. Stattdessen gibt es dynamischer wirkende Leuchten, die in Richtung Grill spitz zulaufen. Auch der Rest des Vorderwagens soll sich ändern. Das Auto erscheint im Frühjahr 2008. In derselben Fahrzeugklasse, aber dynamischer als der SL, wird um 2010 herum ein weiteres Auto auf den Markt kommen: ein Flügeltürer à la 300 SL. Ein Retro-Design läge angesichts des legendären Vorgängers aus den 50er-Jahren nahe, doch will man bei Mercedes die Analogien nicht zu weit treiben. Das Fahrzeug soll auch kein Derivat eines bestehenden Modells werden, etwa des SL oder des SLR, sondern wird völlig neu entwickelt – und zwar erstmals von der markeneigenen Tuningschmiede AMG. Die Auguren streiten sich noch, welcher Achtzylinder wohl darin arbeiten wird.

E-Klasse kommt 2010
Ebenfalls 2010 startet die neue E-Klasse. Hier bleibt es beim Vier-Augen-Gesicht, aber es erhält eine völlig neue Form: Statt harmonischen Ovalen gibt es nun eher kantig-dynamische Leuchten. Technisch werden viele Lösungen mit denen der S-Klasse übereinstimmen. So wird es von beiden Modellreihen eine Dieselhybrid-Variante geben, die E beziehungsweise S 300 Bluetec Hybrid heißt. Die Zahl 300 verweist nicht etwa auf einen Dreiliter-Sechszylinder, sondern soll andeuten, dass der 2,2-Liter-Vierzylinder so manchen Sechszylinder abhängt. Da hat Mercedes von Lexus gelernt; die Japaner verfahren bei den Bezeichnungen für ihre Hybridmodelle ähnlich.

Und A- und B-Klasse?
Noch weiter in der Zukunft liegt das Geschick der auf derselben Plattform aufsetzenden A- und B-Klasse. Die beiden Autos sind ja auch erst seit 2004 beziehungsweise 2005 auf dem Markt. Doch die Konstruktion der kleinen Autos ist recht aufwendig und damit teuer. Deshalb wird in Stuttgart fieberhaft nach Alternativen gesucht. Die A-Klasse soll nach Gerüchten etwa 2011 auslaufen. Die Rolle des Einstiegsmodells könnte ein neues Auto übernehmen, das kleiner ausfallen wird und sportlicher. Dann könnte es gegen die geplanten Modelle BMW City und Audi A1 antreten, die beide 2010 starten. Dagegen soll die B-Klasse wachsen, um besser mit dem VW Touran konkurrieren zu können. Der Wolfsburger Kompaktvan ist rund 14 Zentimeter länger und verkauft sich besser. Bis die Zeit reif ist zur Ablösung der aktuellen A- und B-Klasse-Generation, bekommen die Autos im Frühjahr 2008 noch ein Facelift und eine Start-Stopp-Automatik, um den Verbrauch zu senken.

Neue S-Klasse
Die S-Klasse könnte 2012 neu kommen und das eine oder andere Designelement vom F 700 übernehmen. Mehr ist zu diesem Thema aber noch nicht bekannt – noch nicht mal gerüchteweise. Ein paar offene Fragen muss es ja auch noch geben ...

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