Hauptziel ist die Markteinführung von synthetischem Bio-Sprit

Volkswagen beteiligt sich zusammen mit der Daimler AG als Gesellschafter an der Freiberger Choren Industries GmbH. Hauptziel des Engagements der beiden Unternehmen ist die breite Markteinführung des klimafreundlichen synthetischen Biokraftstoffes der zweiten Generation, das so genannte BTL (biomass to liquid). Choren baut derzeit im gleichnamigen Stadtteil der sächsischen Stadt Freiberg die weltweit erste kommerziell betriebene BTL-Anlage im industriellen Maßstab. Sie soll ab Anfang 2008 jährlich circa 15.000 Tonnen Kraftstoff produzieren. Damit könnte der Jahresbedarf von bis zu 15.000 Pkw gedeckt werden.

Ausbau der Kapazitäten angestrebt
Choren plant zudem die Errichtung einer ersten Referenzanlage in Deutschland, einer so genannten Sigma-1-Anlage mit einer Produktionskapazität von 200.000 Tonnen im Jahr. Bis zum Jahr 2020 könnten mit zehn bis 15 von derartigen BTL-Anlagen von Choren bis zu drei Millionen Tonnen CO2 eingespart werden. Volkswagen betont, dass die neuen Biokraftstoffe, bei VW ,SunFuels" genannt, diverse Vorzüge gegenüber jenen der ersten Generation aufweisen. Die ,SunFuels" ermöglichen im Vergleich bis zu dreimal höhere Hektarerträge, stellen keine Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion dar und ermöglichen eine Reduktion der Treibhausgase um etwa 90 Prozent.

BTL – Was ist das eigentlich?
BTL-Kraftstoff wird mittels Biomassevergasung aus unterschiedlichsten Einsatz- und Reststoffen biologischen oder organischen Ursprungs gewonnen. Damit soll es kaum im Wettbewerb zur Nahrungs- und Futtermittelproduktion stehen. BTL ist ein hoch reiner, vollkommen schwefel- und aromatenfreier Kraftstoff, der extrem schadstoffarm verbrennt und eine sehr gute CO2-Bilanz aufweist. Für Transport und Lagerung von BTL sind keine Anpassungen der bestehenden Infrastruktur nötig. Laut Volkswagen ist BTL zudem uneingeschränkt mit der heutigen und der zukünftigen Dieselmotoren-Technologie verträglich.

VW: Beteiligung an Choren