Mit einem Cabrio-Entwurf feiern die Italiener ihr 95-jähriges Bestehen

Seit nunmehr 95 Jahren gibt es den italienischen Karossier Bertone. Beharrlich hat sich die in Norditalien beheimatete Firma den Modellen von Fiat gewidmet und diese in zum Teil spektakulärer Weise neu inszeniert. Zu den historischen Meisterwerken zählen der 850 Spider oder auch der X1/9. In der Tradition dieser minimalistischen Roadster steht auch die soeben auf dem Genfer Auto-Salon vorgestellte Studie Barchetta.

Offener Zweisitzer auf Panda-Basis
Man mag es dem nur 3,59 Meter langen Zweisitzer kaum ansehen: Doch unter dem futuristisch blitzenden Blechkleid steckt der aktuelle Fiat Panda in seiner neuen Hochleistungsvariante 100 HP. Vor allem das Styling des schnittigen Italieners ist gewagt, wenn auch fraglos reizvoll. Trotz der kompakten Abmessungen hat die Panda-Flunder einen Radstand von immerhin 2,30 Metern. Entsprechend kurz fallen die Fahrzeugüberhänge aus. Eine hohe Gürtellinie und die mächtigen 20-Zoll-Leichtmetallfelgen mit 225er-Reifen lassen den kleinen Flitzer kraftvoll wirken.

Durchsichtige Türen
Darüber hinaus sind diverse Details der Barchetta extravagant. Die nach oben und hinten aufklappenden Türen geben mit ihren großflächigen, transparenten Inlays ungewohnte Einblicke in den Innenraum. So kann man auch von außen die hoffentlich schönen Beine der Passagiere bewundern. Auffällig ist die metallisch glänzende Außenhaut. Im Kontrast dazu stehen Karosserieteile aus schwarzem Karbon wie beispielsweise die kraftvoll ausgestellten Radhäuser. Eine weitere Besonderheit sind die wie ein gestrecktes C gezeichneten Frontscheinwerfer mit LED-Lichttechnik.

Seitliche Auspuff-Endrohre
Ungewöhnlich sind auch die dreieckig gestalteten Auspuff-Endrohre, die links und rechts aus den Seitenschwellern direkt vor den Hinterrädern herauslugen. Statt eines Kühlergrills wird die große Luftöffnung zwischen den Frontscheinwerfern von einer massiven Platte nahezu vollständig abgedeckt. Diese Abdeckung hat wiederum acht symmetrisch angeordnete, rechteckige Öffnungsschlitze.

Spartanischer Innenraum
Der Wagen kommt übrigens ganz ohne Dach aus. Die Passagiere werden allein von einer wenige Zentimeter hohen Frontscheibe vor dem Fahrtwind geschützt. Auch der Innenraum bietet ein puristisches Design. Die vorherrschenden Werkstoffe sind dickes Leder und massives Alu. Die zwei Belüftungsdüsen in der Mittelkonsole geben den Blick auf die Rotorblätter frei.

Diese Barchetta geht nicht in Serie
Insgesamt wirkt der Bertone-Entwurf etwas über-designed. Doch ein derart extrovertiertes und gewagtes Gaga-Auto gehört zum Genfer Auto-Salon einfach dazu. Das Design der Barchetta beantwortet die Frage nach einer möglichen Serienfertigung: In dieser Form wird ein Fiat-Cabriolet definitiv nicht auf die Straßen kommen. Zu verspielt, zu kompromisslos, zu teuer. Doch in der Fiat-Modellpalette fehlt seit 2005 ein offenes Auto. Dass es schon bald wieder einen Frischluft-Turiner geben dürfte, gilt als sicher. Es stellt sich lediglich die Frage, ob dies ein Cabriolet auf Basis des Grande Punto sein wird, oder ein schnittiger Zweisitzer, der auf dem Panda aufbaut.

Bildergalerie: Bertone Barchetta in Genf