Visionen auf der Design Challenge der LA Motor Show 2007

Wie wird die automobile Zukunft in 50 Jahren aussehen? Womit die Enkel uns vom Altersheim abholen sollen, das zeigt die Design Challenge auf der Los Angeles Auto Show vom 16. bis zum 25. November 2007. Acht Studios für Automobil-Design aus der Region Südkalifiornien haben Konzepte für das so genannte ,RoboCar 2057" entwickelt. Neben den deutschen Herstellern Audi, Mercedes-Benz und Volkswagen zeigen auch GM, Honda, Nissan, Mazda und Toyota ihre Entwürfe. Bei ihrer Arbeit durften sich die Designer kreativ ausleben, herausgekommen sind auf den ersten Blick sehr ausgefallene Fahrzeuge. Allen Exponaten gemeinsam ist, dass sich die klassische Optik des Autos, wie wir sie heute kennen, grundlegend ändert. Darüber hinaus wird eine Verschmelzung von Robotern und Autos projektiert. In 50 Jahren könnten sich die Fahrzeuge dank künstlicher Intelligenz dreidimensional frei bewegen, autonom navigieren und ihre Karosserieform den Bedürfnissen der Passagiere anpassen.

Die Teilnehmer: Audi, VW, Mercedes-Benz
Audi zeigt den wasserstoffbetriebenen ,Virtuea Quattro". Er besitzt einen festen Kern, der durch eine Vielzahl von holografisch erzeugten Karosserieformen ergänzt wird. So kann man sich zum Beispiel das Äußere des Auto-Union-Rennwagens aus den 1930er Jahren geben. Der ,Slipstream" von Volkswagen passt sich der Fahrt in der Stadt und auf der Autobahn an. Im Stadtverkehr bewegt er sich als aufrecht stehende Gondel in Tropfenform, auf der Autobahn neigt er sich in die Horizontale und bietet nur einen minimalen Luftwiderstand. Integriert in ein intelligentes und telemetrisch gesteuertes Transportsystem erreicht er Geschwindigkeiten von über 400 km/h (!). Mercedes zeigt sich ganz im Geiste der Marke silbern: Der ,Silverflow" besteht aus metallischen Mikro-Partikeln, die durch Magnetfelder in zahlreiche Modellvarianten umgeformt werden können. Zum kompakten Parken kann das Auto komplett auf seine magnetischen Grundelemente reduziert werden.

GM, Honda, Mazda
General Motors präsentiert den "GM-Onstar ANT", der sich den optimalen Weg durch den Verkehr bahnt, indem er Informationen mit anderen Verkehrsteilnehmern austauscht. Wie eine Ameise bewegt sich der ANT (englisch ,ant" = Ameise) in alle Richtungen, dabei helfen ihm drei unabhängig voneinander funktionierende Rad-Systeme. Honda geht mit dem ,One to the Power of Four" ins Rennen. Dieser ist ein Solar-Hybrid, der als Roboter für Fahrgemeinschaften von Berufspendlern eingesetzt werden soll. Konzipiert ist er für die speziellen Spuren für Fahrgemeinschaften auf kalifornischen Freeways. Nach der Abfahrt von diesen spaltet sich der Zukunfts-Honda in vier Kompaktwagen auf, um die Insassen direkt an ihre individuellen Ziele zu bringen. Mazda hingegen sucht die Symbiose von Auto und Fahrer: Der ,Motonari RX" formt eine Einheit mit dem Fahrer und nimmt ihn komplett in sich auf. Das Fahrerlebnis geht direkt in das vegetative Nervensystem des Piloten über.

Nissan und Toyota
Der Nissan ,OneOne" soll sowohl Fahrzeug als auch persönlicher Assistent sein. Je nach Einsatzzweck ändert er seine Form: Als Sportwagen duckt er sich flach auf die Straße, als Stadtfahrzeug reckt er sich übersichtlich in die Höhe. Der ,Biomobile Mecha" von Toyota nimmt verschmutzte Luft in sich auf und nutzt sie als Energiequelle. Mit Hilfe der Nanotechnologie kann der Mecha seine Struktur horizontal und vertikal verändern und sich so verschiedenen Einsatzzwecken anpassen. Natürlich wirken alle Studien zum jetzigen Zeitpunkt noch wie aus einem Science-Fiction-Film. Aber wie hieß es bereits bei Raumschiff Orion: Was heute noch wie ein Märchen klingt, kann morgen Wirklichkeit sein. Es lohnt sich also, in 50 Jahren die Enkel zu beobachten.

Die Autos des Jahres 2057