Beim Grand Cherokee hat sich innen deutlich mehr getan als außen

Jeep hat soeben den neuen Grand Cherokee zu den Händlern gestellt. Ein leichtes Facelift geht mit Veränderungen im Innenraum und neuen Hightech-Systemen einher. Jetzt ist das Spitzenmodell der Amerikaner mit einer Bergabfahr- sowie einer Berganfahrkontrolle zu haben. Außerdem gibt es eine Anhänger-Pendelkontrolle. Auf die Frage, warum diese Systeme bei Jeep erst jetzt kommen, obwohl sie bei den meisten Konkurrenten schon gang und gäbe sind, haben die Jeep-Ingenieure eine elegante Antwort: Sie wollten die besten am Markt befindlichen Steuerungen entwickeln. Hier ein kurzer Überblick, wie das funktionieren soll.

Hill Descent Control
Die Bergabfahrhilfe heißt bei Jeep ,Hill Descent Control". Das System soll sehr weiche Geschwindigkeitsübergänge erlauben und zudem im Vergleich zur Konkurrenz eine niedrigere Mindestgeschwindigkeit und eine höhere Maximalgeschwindigkeit bei schwierigen Offroad-Abfahrten ermöglichen. Es arbeitet im Allrad-Untersetzungsmodus und erlaubt dem Fahrer Eingriffe per Gas oder Bremse, ohne dass das System abgeschaltet werden muss. Sobald der Fahrer seinen Eingriff beendet, stellt sich die zuvor gewählte Geschwindigkeit wieder ein. Das Einstellen der Geschwindigkeit erfolgt über den Automatik-Wahlhebel: erster Gang und Rückwärtsgang gleich 1,6 km/h; zweiter Gang und Leerlauf gleich 4,0 km/h, dritter Gang gleich 6,0 km/h, vierter Gang gleich 9,0 km/h und im fünften Gang beziehungsweise in der ,Drive"-Stellung geht es rauf bis zu 12 km/h. Die Hill Descent Control ist außer beim Spitzenmodell SRT8 für alle Jeep Grand Cherokee serienmäßig, für den SRT-8 steht sie nicht zur Verfügung.

Rauf auf den Berg
Beim Berg-Anfahrassistenten bleibt nach dem Lösen des Tritts auf das Bremspedal die Bremswirkung noch für zwei Sekunden erhalten. Der Bremsdruck wird vom ABS gleichmäßig zurückgefahren, was ein weiches Anfahren an Steigungen aller Art ermöglichen soll. Auch dieses System wird in allen Grand Cherokees bis auf den SRT8 serienmäßig verbaut.

Ruhe im Gespann
Im optional erhältlichen Anhänger-Paket enthalten ist die Anhänger-Pendelkontrolle. Diese soll Schlingerbewegungen von Gespannen minimieren. Erreicht wird dies mit einem ESP-Upgrade. Mithilfe von Sensoren wird die tatsächliche Fahrtrichtung im Vergleich zur gewollten Fahrtrichtung überwacht. Stellt sich ein Unterschied heraus, wird das entsprechende Vorderrad stärker abgebremst als die übrigen Räder, um einer sich aufbauenden Pendelbewegung entgegen zu wirken.

Alles auf Diesel
Den neuen Grand Cherokee wird es in genau zwei Motorisierungen geben: Mit dem aus europäischer Sicht interessanten 3,0-V6-Liter-Diesel und dem wegen seines Verbrauchs gefürchteten 6,1-Liter-HEMI-Motor (hemispherically-shaped combustion chambers – halbkugelförmige Brennräume). Der "kleine" 5,7-Liter-HEMI-Motor entfällt genauso wie der verbrauchsoptimierte 4,7-Liter-V8-Benziner. Letzterer wird nur in Amerika angeboten. Jeep geht davon aus, dass zirka 90 Prozent der Kunden in Europa den Diesel bevorzugen werden. Wer einen Benziner will, dem wird, wahrscheinlich nicht ganz zu Unrecht, der Wunsch nach höchster Leistung unabhängig vom Verbrauch unterstellt.

Genetische Weiterentwicklung
Um die vielen Neuerungen selbstbewusst nach außen tragen zu können, wurde dem Grand Cherokee ein Facelift verpasst. Der längere Grill verstärkt die Breitenwirkung, an seinen Enden warten rundere Scheinwerfer auf die Nacht, die beim Limited auf Wunsch und beim Overland serienmäßig mit Xenon-Licht erstrahlen. Die Nebelleuchten rutschten ein paar Zentimeter Richtung Untergrund. Wer seinen Grand Cherokee durchs Gelände heizen möchte, kann den unteren Teil der Frontschürze abmontieren und damit den vorderen Böschungswinkel vergrößern.

Innere Kur
Das Armaturenbrett des neuen Grand Cherokee schmückt sich auf der Höhe der Zeit mit zwei Farben und kratzfester Softtouch-Oberfläche. Je nach Ausstattungsvariante zieren Holz und Leder das Lenkrad. Um den Anzeigeinstrumenten zu noch mehr Klarheit zu verhelfen, wurde ihnen eine frische LED-Beleuchtung eingepflanzt. Hinzu kommen überarbeitete Becherhalter, neue Armlehnen in den Türverkleidungen, eine beheizbare Rückbank sowie für den Overland perforierte Leder-Sitzbezüge mit edlen Kedern.

Preise
Die Preise für den neuen Jeep Grand Cherokee beginnen bei 44.890 Euro für den 3,0-Liter-Diesel in der Ausstattungsvariante Laredo. Als Limited werden für diese Motorvariante 49.590 Euro fällig, die Ausstattungslinie Overland schlägt mit mindestens 53.990 Euro zu Buche. Die Spitze der Preisliste makiert der SRT-8 mit dem 6,1-Liter-HEMI-Motor: 67.890 Euro. Die neuen Jeep-Grand-Cherokee-Modelle sind ab sofort verfügbar.

Bildergalerie: Jeep Grand Cherokee