Der vielleicht schönste und exklusivste Ferrari kommt aus Holland

Es gibt Autos, die gestandene Männer in zehnjährige Schuljungen verwandeln. Die sie in sprachloses Staunen versetzen und mit verklärtem Blick vom Sechser im Lotto träumen lassen. Klar: Schönheit liegt im Auge des Betrachters. Wir aber meinen: Wen der Anblick des Vandenbrink GTO kalt lässt, der kann kein echter Autonarr sein.

Karosse nach Maß
Das ehrgeizige Projekt des Holländers Michiel van den Brink wurde bereits 2006 als Studie entworfen und soll – nach überwältigend positiver Resonanz von Presse und Publikum – 2008 tatsächlich gebaut werden. 2009 sollen die ersten Exemplare ausgeliefert werden. Somit besinnt man sich in Amsterdam auf die ehrwürdige Tradition kleiner, edler Karosserie-Manufakturen. Deren Hochzeit lag zwischen den Weltkriegen. Damals war es für betuchte Kunden selbstverständlich, sich beim Hersteller lediglich einen fahrtauglichen Unterbau inklusive Motor und Getriebe zu bestellen. Eingekleidet und von innen ausgebaut wurde das Fahrzeug dann von einem exklusiven Karosseriespezialisten, wie etwa Henri Chapron in Frankreich.

Blick zurück
Ganz ähnlich läuft das Verfahren beim GTO: Die Mannen von Vandenbrink entkleiden einen fabrikneuen Ferrari 599 GTB Fiorano und setzen ihm die bildschöne GTO-Karosse auf. Lediglich die A-Säulen und die Windschutzscheibe werden vom Ausgangsprodukt übernommen. Um Produktion und Montage der Preziose wird sich übrigens der Karosserie- und Ferrari-Spezialist Alwin Hietbrink kümmern. Die Form des Schönlings orientiert sich ganz klar an historischen Vorbildern: van den Brink hat den GTO bewusst als Hommage an den Klassiker Ferrari 250 GTO von 1962 entworfen.

Mehr Power!
Auch unterm Blech soll sich in Kooperation mit den Rennspezialisten von EDO Competition einiges verändern: Die Basisversion 599 GTO hat 650 Pferde unter der Haube. Eine heißere Variante, der 630 GTO, packt noch eine Schippe mehr drauf und bietet stramme 750 PS aus 6,3 Liter Hubraum. Zum Vergleich: Der Ferrari 599 GTB hat ,nur" 620 PS im Strumpf.

Willkommen in der Realität
Look: passt. Leistung: ausreichend vorhanden. Was hält uns also noch ab, den GTO zu ordern? Ganz einfach: Zum einen wird das gute Stück in einer extrem kleinen Serie gefertigt – Vandenbrink spricht von ganzen fünf Exemplaren. Zum anderen dürfte der herzzerreißende Preis so manchen Autofan auf den Boden der Tatsachen holen: Ein voll ausgestatteter GTO soll für 993.000 Euro den Besitzer wechseln – plus Steuern, plus Basispreis eines Ferrari 599 GTB Fiorano. Insgesamt liegt der Holländer damit deutlich vor dem Rekordbrecher Bugatti Veyron – und der ist ja nun auch nicht wirklich hässlich.

Vandenbrink GTO